Archiv für September 1997

Zapfen per Internet

Freitag, 12. September 1997

Um ins Internet zu kommen muß man einen Computer haben, richtig? Falsch! Das behauptet jedenfalls Marketingchef Randal T. Littleson von der Internet-Firma Spyglass. Dort arbeitet man schon mit Volldampf an sogenannten „embedded devices“ – winzige Web-Browser und Server, die in Geräte des täglichen Alltags eingebaut werden und diese internet-fähig machen sollen.

Littleson denkt zum Beispiel an Internet-Zapfsäulen, damit wir beim Tanken die neuesten Staumeldungen online abrufen können. Rank-Xerox hat angeblich schon einen intelligenten Fotokopierer entwickelt, der selbst frischen Toner und Papier über das Internet anfordern kann. Das größte Geschäft aber sollen Internet-Ferneher werden, die neben dem normalen Programm auch Online-Inhalte abrufen und darstellen können. Da gehören, wie Littleson behauptet, deutsche Hersteller wie Loewe und Grundig schon zu den Pionieren.

Auch E-Mail läßt sich jetzt ohne Computer empfangen. Die Kölner Firma Mobilis Kommunikation bietet einen neuen Service namens „E-Mail on Air“, mit dem Sie Ihre elektronische Post per Handy erledigen können. Eingehende Mails werden ins sogenannte SMS-Format (Short Messaging Service) umgewandelt und auf dem Display Ihres Taschen-Telefons dargestellt. Wenn Sie keine Lust haben, mühsam die blaßgraue Mini-Schrift zu entziffern, können Sie die Sendung auch auf das nächstbeste Faxgerät im Hotel oder beim Kunden umleiten lassen. Der Laptop kann jedenfalls endlich auch mal daheim bleiben …