Archiv für Februar 2011

Mein Online-Abendstern

Sonntag, 27. Februar 2011

“O du mein holder Abendstern”, singt Wolfram im dritten Akt von Tannhäuser. Etwas prosaischer heisst es im Schlager “Ach du mein kleiner Abendstern, wie hab ich dich doch so gern.” Und wenn die Augen einer schönen Frau leuchten, ist der Vergleich mit den glitzernden Himmelslichtern ja auch gar nicht so weit hergeholt.

Ich habe meiner Herzensdame zum Valentinstag deshalb ein etwas anderes Geschenk gemacht – einen Stern! Er liegt in der Konstellation Gemini und war bislang Sternguckern lediglich unter seinen trockenen Koordinaten – DE:+21°33’52.60″ / RA:06h 43m 27.436s – bekannt. Seine Helligkeit beträgt 9.18. Jetzt heisst er “Stella Gabi”, und meine Frau und ich werden an lauen Sommerabenden hochblicken, hoffentlich das Sternbild der Zwillinge finden (und erkennen), und ich kann ihr ins Ohr flüstern: “Das ist deiner ganz allein!”

Möglich macht das dankenswerterweise eine kleine Firma namens “Online Star Registery”, die für nur 89 Dollar, bezahlbar im Voraus und per Kreditkarte, einen noch namenlosen Stern auswählt und ihn unter dem gewünschten Namen beim amerikanischen Urheberrechtsbüro (“Copyright Office”) unter Angabe der entsprechenden kosmologischen Koordinaten eintragen lässt.

Innerhalb von drei bis vier Werktagen flattern einem mit der Post eine eindrucksvoll mit Prägruck und Stempel versehene Urkunde sowie eine Sternenkarte ins Haus, aus der die Lage des Himmelkörpers zu ersehen ist.Außerdem liegt der Sendung ein Büchlein mit dramatischen Aufnahmen diverser Galaxien bei, die vom Hubble-Weltraumteleskop gemacht worden sind.

Die meine hat sich jedenfalls sehr gefreut. Erst recht, weil ich am heutigen Valentinstag weit weg weile. Denn wie geht es doch so schön im Schlager weiter? “Schade das du jetzt nicht bei mir bist, denn heut am Tag hab ich dich vermisst….”

Doctor nihil sine causa

Sonntag, 27. Februar 2011

Wer gedacht hat, über unseren (immer noch) amtierenden Verteidigungsminister sei schon alles gesagt, der hätte heute Morgen den „Monatsrückblick“ von Holger Pätz im Valentinsmusäum hören sollen. Nein, keines der üblichen hämischen Verrisse – eine Verteidigungsrede, eher, klug zusammengestellt aus humanistischen Bonmots („Er hat sich das Staatsmotto Amerikas zu Herzen genommen – ‚e pluribus unum‘ – ‚aus Vielem eins‘), zeitgeistigen Versatzstücken („das nennt man nicht mehr Plagiat, das heißt heute ‚Rekontextualisierung‘“) und guten Kalauern („er promovierte ‚summa cum cluate‘“). Und überhaupt sollten sich die Zitatgeber doch freuen, dass sich zu Guttenberg ihre Textstellen aus dem Orkus des Vergessens befreit und ins Licht plötzlicher Berühmtheit geführt hat.

Am Schönsten fand ich allerdings seine Bemerkung, Politiker wie Horst Seehofer könnten ihre Glaubwürdigkeit besonders herausstellen, wenn sie an geeigneter Stelle darauf hinweisen, dass sie keinen Doktortitel haben. Denn was passiert, wenn sich die Macher von GuttenPlag Wiki demnächst auch den Dissertationen anderer Titelträger zuwenden, lässt sich absehen? (Nicht wahr, Herr Doktor Kausch?)

Pätz ist gut, aber Czyslansky war besser. Seine erste Doktorarbeit zum Thema „Der Einfluss des Bach’schen Kantatensatzes auf den bipolarer Determinismus“ hat er bekanntlich zusammen mit seinem Kommilitonen Peter Schickele an der University of Southern North Dakota in Hoople geschrieben. Die beiden genialen Forscher (Schickele sollte als der Entdecker des verschollenen letzten Sohns des großen Thomaskantors, des Komponisten P.D.Q. Bach zu Weltruhm gelangen) entwickelten eine Methode, die sie „Cotextualisieren“ nannten.

Das ging so: Jeder von ihnen schrieb aus mehr oder weniger willkürlich zusammengetragenen Textstellen (Czyslansky soll sich vorwiegend aus dem „Plains Farmer’s Journal“ sowie aus der aktuellen von „Reader’s Digest“ bedient haben) eine halbe Doktorarbeit. Anschließend schnitten sie die Manuskriptseiten längsweise entzwei und klebten jeweils eine Blatthälfte des einen mit einem aus der Feder anderen zusammen. Später fügten sie dort, wo es nötig schien, Füll- und Übergangswörter ein, damit der so entstandene Text einigermaßen sprachlichen Sinn machte.

Die so entstandene Arbeit reichten beide am gleichen Tag ein, allerdings bei unterschiedlichen Professoren. Während Schickele dafür die Bestnote erhielt, bekam Czyslansky seine Arbeit mit der Bemerkung zurück: „fehlende Quellenangaben ergänzen!“ Er ging daraufhin in die Unibiliothek und notierte die Titel von 136 Büchern im Regal „Hm-Ij“, weil sie direkt hinter der Eingangstür standen.

Im Übrigen erwies sich Czyslansky später als ein Pionier des Recycling-Gedankens und damit als einer der Väter der modernen Rohstoff-Wiederverwertung, indem er die gleiche Dissertation gleich zwölfmal an anderen Hochschulen einreichte, darunter die Eidgenössisch-Technische Hochschule Zürich, das Indian Institute of Technology (I.I.T.) in Bhuvaneshwara sowie die AAAardvark University in Flordia, wofür er später mit dem Verdienstorden der renommierten Akademikervereinigung IAFU ausgezeichnet wurde.

Im Besitz der Sammlung der Gesellschaft der Freunde Czyslanskys befindet sich das einzige noch erhalten gebliebene Exemplar von Czyslanskys Visitenkarte, die den Stolz wiedersiegelt, mit der der geniale Vordenker des Digitalzeitalters auf mühevoll errungenen seine akademischen Würden hinwies. Er sollte uns allen, insbesondere jedoch dem (noch) amtierenden Verteidigungsminister, als leuchtendes Vorbild dienen.

Wir werden in seinem Sinne einen etwaigen Aufnahmeantrag von Dr. ret. Freiherrn Karl-Theodor zu Guttenberg wohlwollend prüfen.

Can encryption cure the Cloud?

Montag, 21. Februar 2011

Some while back I had a conversation with Martin (“Tall Martin”) Buhr about Cloud Security. At the time, he was the European head of Amazon’s Web Services, and he has recently moved on to Nimbula (“the Cloud Operating System company”) as head of sales and business development, but his words came back to me during an analyst panel at RSA Conference in SFO, where I shared the rostrum with Eric Maiwald of Gartner and Jonathan Penn of Forrester and during which we touched on regulation issues that could block the development of Cloud Computing.  In Europe, the case is very clear: The European Data Protection Directive only allows personal data to be transferred to so-called “third countries” if that country provides an adequate level of protection. The most prominent third country is, of course, the United States which chooses for reasons we needn’t get into here to refuse individuals the right to control their personal data the way Europeans can.

In the age of packet switching, nobody can be sure some piece of information won’t make a hop over to New York or San Francisco on its way from, say, London  to Frankfurt. That is the charm and the wonder of TCP/IP, that data will always find a workaround if some part of the net is blocked, clogged or restricted. The original scenario, of course, was a Russian attack on the U.S. military’s communications infrastructure, and the thing data packets were supposed to get around were gaping, radioactive holes in the ground where major U.S. cities (and telephone hubs) once stood.

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Bringing the Cloud Down to Earth

Mittwoch, 02. Februar 2011

Without getting into the umpteenth discussion about what, ho wand where the Cloud is, I think we can safely assume that for average people, and especially for businesspeople, Cloud Computing is when you run an application or store some data on someone else’s server somewhere out there “in the Cloud”. By this definition, Salesforce.com, just to name an instance, fits just about everybody’s idea of Cloud Computing .

Oracle’s Larry Ellison would beg to differ, and he actually traded insults onstage at Open World 2010 with Salesforce’s boss Marc Benioff, whom he accused of “just running a few applications on some servers.” To which Benioff memorably replied: “You can’t run a cloud in a box, Larry” – referring to Oracle’s jumbo-sized „Exalogic Elastic Cloud“ which Ellison had just introduced.

Which is funny, because according to Chandar Pattabhiram, VP Product Marketing at Cast Iron Systems, a small Silicon valley startup recently acquired by IBM, the box metaphonre is actually a pretty good description of Salesforce itself.

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