Der Pilot von Airfrance Flug 447, der am 1 Juni 2009 über dem Atlantik abstürzte und alle 216 Passengiere und 12 Besatzungsmitglieder mit in den Tod riss ist, hat nach allem, was wir nach Auswertung des Flugschreiber wissen, so ziemlich den dämlicsten Anfängerfehler gemacht, den es gibt: Er hat, als die Geschwindigkeitsanzeige ausfiel, am Steuerknüppel gezogen und damit das Flugzeug nach oben gezogen. Am Ende ragte die Nase mit 40 Grad in die Luft. Folge: Die Strömung am Flügel ist abgerissen, die Maschine ist über einen der beiden Flügel abgeschmiert und ist in einen Zustand geraten, den Flieger „Trudeln“ nennen. Als der Flieger nach 11.000 Metern Sturzflug auf der Wasseroberfläche, die bei dieser Geschwindigkeit in etwa die Konsistenz von Beton hat, aufschlug, hatte er den Knüppel immer noch krampfhaft nach hhinten gezogen.
Ich bin kein Linienpilot, aber ich war Sichtflugpilot, durfte also kleine Sportmaschinen vom Typ Cessna oder Piper bei schönem Wetter zum Kaffeetrinken irgendwo hin steuern. Und ich erinnere mich an die Warnungen meiner Ausbilder, bitteschön niemals, aber auch wirklich niemals in eine Wolke zu geraten, weil ich nach ungefähr 45 Sekunden tot wäre. Nicht, weil die Maschine gleich abstürzen würde, sondern weil ich ohne Sichtbezug zum Horizont und ohne eine Ahnung, wie man die Angaben der Fluginstrumente richtig deuten muss, spätestens zu diesem Zeitpunkt ein für allemal die Kontrolle über das Flugzeug verlieren würde. Entsprechende Untersuchungen im Flugsimulator hätten das ein ums andere Mal bewiesen. Nur, wer im Instrumentenflug ausgebildet sei, könne sowas wagen.








