Archiv für August 2011

Fliega uff Schwäbisch

Dienstag, 30. August 2011

Ansage einer AirBerlin-Stewardess auf einem Flug von Berlin nach Stuttgart:

So, weil wir Schwaben ja bekanntlich älles außer Hochdeutsch kennet hem mer des ganze jetztetle o noch auf schwäbisch für sie. Jetzt sin wir also endlich aufm schöne stuttgarter flughafen oakomme und begrüßetse recht herzlich. Sen se so freundlich und bleibetse bitte so lang hocke bis des lämple mit dem gurt druf nemme leuchtet und der flieger kommplett still stoaht. Passetse bitt uff wenn se schatulle öffnet dass ihne der kladeradatsch da obe net auf den däds flieat. airberlin, cockpit un wir schtewardessen tätn uns jetzt gern von ihne verabschiede. wir hoffet ihne gefallts im schwabenländle und wünschet ihne a gute und gemütliche heimfahrt, kommetse gut ins nest. … ? … bis zum nächsten mal in unsrem schwabenexpress, bis da no haltetse ohren steif, tschüssle n ade, ge, machetses goat.

Anzuhören auf YouTube unter http://www.youtube.com/watch?v=9W1uny6Q_3w&NR=1

Crazy Voice Mail

Dienstag, 30. August 2011

Okay, so you may have read this one before, but I just told a friend about it, and he hadn’t, so I decided to post it for posterity one more time…

Answering machine message at a Mental Hospital

“Hello, and welcome to the mental health hotline……”

If you are obsessive-compulsive, press 1 repeatedly, cleaning the phone off thoroughly each time.

If you are codependent, please ask someone to press 2 for you.

If you have multiple personalities, press 3, 4, 5, and 6.

If you are paranoid, we know who you are and what you want. Stay on the line so we can trace your call, come to your home and finally capture you.

If you are delusional, press 7 and your call will be transferred to the mother ship.

If you are schizophrenic, listen carefully and a small voice will tell you which number to press.

If you are a manic-depressive, it doesn’t matter which number you press, no one will answer, because no one wants to talk to you.  Then go out and buy this institution an entire new phone system and be sure to spend your credit card completely to the limit.

If you are dyslexic, press 9696969696969696.

If you have a nervous disorder, please fidget with the pound key until a representative comes on the line.

If you have amnesia, press 8 and state your name, address, telephone number, date of birth, social security number, and your mother’s maiden name.

If you have post-traumatic stress disorder, s-l-o-w-l-y &c-a-r-e-f-u-l-l-y press 0 0 0.

If you have bipolar disorder, please leave a message after the beep or before the beep or after the beep. Please wait for the beep.

If you have short-term memory loss, press 9. If you have short-term memory loss, press 9. If you have short-term memory loss, press 9. If you have short-term memory loss, press 9.

If you have low self-esteem, please hang up. All operators are too busy talking to more important callers to talk to you right now.

If you are menopausal, hang up, turn on the fan, lay down &cry. You won’t be crazy forever.

If you are blonde don’t press any buttons, you’ll just mess it up.

If you are hopelessly addicted to the Internet, hang up the phone, get on your computer immediately and forward this email to everyone in your address book

Shooting On Sight to Kill the American Dream

Samstag, 27. August 2011

If I have ever had reason to be ashamed of calling myself an American, it was on reading the news that about 400 voters in  Kennewick, a small town incidentally located in my own home state of Washington, have endorsed a man called Loren Nichols as a city council candidate. In media interviews during the run-up to the election, Nichols said he is in favor of shooting illegal immigrants on sight.

Mind you, I am not ashamed of a nut like Nichols shooting off his mouth or voicing insane notions. That is covered by our free-speech provisions that are one of the things that normally make me proud to be an American.

No, it’s the fact that 26 percent (!) of the population in a quintessentially American small town not only didn’t rise up and shout the guy down, but actually went to a polling station and cast their vote in favor of what he says. I feel personally humiliated by this, and I don’t know how I can face my European friends in future and still extol the virtues of the American System.

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Dick Cavett’s Absurd Flying Theater

Freitag, 26. August 2011

In case you, like me, missed it a few days ago: Please read Dick Cavett (yes, the Dick Cavett; he’s still alive and flying!) on the Théâtre de l’Absurde also known as Airport Security (I capitalize intentionally to show my respect for those fine, upstanding men and women who spend their days patting other people’s private parts).

Apparently, unlike me, Dick has courage enough to actually ask them about their jobs. And his choice of questions reveals the same genius for getting straight to the point that once made him the King of Talk. For instance:

“What sort of jokes are you tiredest of by one patted?” (Answer: “Hey, cute stuff, whatca doin’ after the show?”)

Or how about this one:

“Is anybody really dumb enough to try and go through security carrying a gun?” (Answer: “You’d be amazed at how many guns we get this way.”)

But my favorite exchange goes like this:

Cavett (after an inspector has confiscated a small unmarked bottle of liquid from a plastic bag and deposited it in a nearby large container): “Supposing whatever possibly dangerous substance it contained had, say, ‘olive oil’ written on it, would it be OK?

Inspector: “Yes.”

Cavett: “Do you ever feel a little funny standing eight inches from a barrel full of possible explosives for the rest of the day?”

Inspector: “Move on…”

Freibier per Handy

Montag, 22. August 2011

Brüder, zur Sonne, zum Freibier!

Endlich mal eine wirklich sinnvolle App fürs Handy. Die amerikanische Biermarke Budweiser verspricht jedem, der unter der verspäteten Hitzewelle dieses ansonsten ziemlich verregneten Sommers leidet, eine Art “Hitze-Rabatt”. Der “Budweiser Ice Cold Index” ist eine Art Wette auf das Wetter: Je wärmer es wird. je weniger kostet das Bier.

Okay, sie machen es nur in Irland, wo es ohnehin jeden Tag regnet. Und sie müssen dort ja auch irgendwas tun, denn welcher Ire wäre so irre, diese amerikanische Eulenpisse zu trinken wenn er auch ein ordentliches Guiness kriegen kann? Aber ich finde, da hat einer mal eine echt coole Marketingidee gehabt, dafür sollte man ihn auch loben dürfen.

Funktionieren tut das so: Man lädt die App herunter und meldet sich bei Budweiser an. Dafür gibt es gleich mal einen Gutschein für ein Gratis-Glas. Danach läuft die Sache automatisch: Jeden Mittag um eins verkündet Budweiser, ob das Termometer in meiner Region weit genug nach oben geklettert ist. Da das Ganze ja in Irland stattfindet, hat man sich auch nicht allzu ehrgeizige Ziele gesetzt: Schon bei 16 Grad bekommen Zecher einen Preisnachlas von einem Euro bei allen teilnehmenden Pubs, ab 18 Grad sind es zwei Euro und ab 20 Grad gibt’s Freibier für alle! Na ja, ein Glas voll, wenigstens. Wir wollen ja nicht übertreiben!

Einfach zum Weglaufen

Montag, 22. August 2011

Was macht mein PC, wenn ich gerade nicht da bin? Diese Frage hat mich, ehrlich gesagt, nie bewegt, weil ich, genauso ehrlich gesagt, nie darüber nachgedacht habe.

Das hat dafür David Ting getan, der Chef der kleinen amerikanischen Softwarefirma Imprivata getan. Er nennt es das „Walkaway Problem“, was man vielleicht übersetzen könnte mit „Das Weglauf-Problem“. Sie arbeiten gerade an einem hochgeheimen Dokument, und plötzlich fühlen Sie den Drang der Natur. Was tun Sie? Nun, sie stehen auf und laufen vom Computer weg, schnurstracks Richtung Toilette. Inzwischen kann jeder, der zufällig ins Büro kommt, in aller Ruhe lesen, was Sie geschrieben haben.

Schlecht, nicht wahr?

Ting hat eine ziemlich kniffelige Lösung für das Weglauf-Problem programmiert. Es arbeitet mit einer Webcam sowie einer Software, die Gesichter erkennen kann. So lange Sie sich im Sichtkreis der Kamera bewegen, funktioniert Ihr Computer prima. Stehen Sie auf und verlassen damit den sichtbaren Bereich, schaltet sich der Rechner in den Ruhezustand, der Bildschirm wird dunkel und kein anderer kann etwas damit anfangen. Und das Schönste ist: Sobald die Kamera Sie wieder sehen kann, schaltet sich alles automatisch wieder ein, ohne dass Sie schon wieder ein Passwort eintippen müssen.

Ich finde das eine sehr elegante Lösung für ein Problem, von dem ich vorher eigentlich gar nicht wusste, dass ich es habe…

Ein Menschenrecht auf Lebensträume

Samstag, 20. August 2011

Oder: Warum die Einwanderungspolitik im Westen der größte Skandal ist seit der Sklaverei

Antonio Bravo war 13, als er und sein Vater abgeholt und in ein Immigrantenlager gebracht wurden, von wo sie am nächsten Morgen von Großbritannien nach Angola zurückgeschickt werden sollten. In der Nacht nahm der Vater sein Bettuch und erhängte sich damit im Treppenhaus, weil er wusste, dass sein Sohn nach geltendem britischen Recht als Vollwaise nicht abgeschoben werden durfte.

Heute ist Antonio 19 Jahre alt. Er ist bei britischen Stiefeltern aufgewachsen, die Antonios Vater aus der Kirchengemeinde kannten. Er hat erfolgreich seinen Schulabschluss gemacht, absolviert eine Elektrikerlehre und möchte später ein Ingenierstudium dranhängen. Doch dazu wird es wahrscheinlich nicht kommen. Antonio soll jetzt doch noch nach Angola ausgewiesen werden. Möglich machen das neue, schärfere Bestimmungen im Ausländerrecht. Statt also, wie er geplant hat, nächstes Jahr die britische Staatsbürgerschaft beantragen zu können, wird Antonio vermutlich seinen 20sten Geburtstag in Luanda feiern – in einem Land, in dem er zwar geboren wurde, mit dem ihm aber keine Erinnerungen verbinden. Das Grab seines Vaters in Leeds wird er dann wohl nie wieder besuchen dürfen.

Es ist ein unglaubliches Rührstück, das Nina Bernstein heute in der „International Herald Tribune“ erzählt. Und doch ist es nur ein kleiner Mosaikstein in einem grausamen Gesamtkunstwerk, das sich „Einwanderungspoltik“ nennt, inzwischen jedoch zu einer reinen Abwehr- und Ausweisungspolitik verkommen ist. Sie ist das größte moralische Skandal seit der Sklaverei, und sie wird eines Tages dort landen, wo sie hingehört, nämlich auf dem Abfallhaufen der Gschichte.

Überall auf der Welt sind Menschen (Ausländer, natürlich!) in Bewegung, sind auf der Suche nach einem besseren Zuhause und einer anderen Zukunft als die, die sie daheim erwartet. Auf der anderen Seite – wir.

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Absturz ins Sommerloch

Montag, 15. August 2011

Qualitätsjournalismus – und die Folgen…

Meine Journalistenkollegen rümpfen gelegentlich die Nase, wenn von der neuen Macht der Blogger die Rede ist. “Das sind keine Profis”, meinte einer von ihnen neulich. Ein Journalist, so das Argument, hat sein Handwerk gelernt, weiß wie man seine Fakten checkt und seine Quellen überprüft, ist also unterm Strich viel glaubwürdiger als so ein Amateur, der einfach schreibt, wie ihm der Schnabel wächst.

Ich musste an das Gespräch denken, als ich jetzt in der “New York Times” las, wie es vergangene Woche zu dem dramatischen Absturz an dem Weltbörsen kam, die bekanntlich von der angeblichen Schieflage französischer Banken ausgelöst wurde, namentlich der Societé Générale. Die büßte binnen weniger Stunden mehr als ein Fünftel seines Börsenwerts ein, was eine Panik unter Anlegern auslöste und dazu führte, dass die Aktien der vorübergehend vom Handel suspendiert werden mussten.

Inzwischen ist klar, wer schuld war: Ausgerechnet zwei gestandene Reporter des britischen Boulevardblatts Daily Mail waren einer Zeitungsente aufgesessen. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass die Sommermonate von Medienschaffenden traditionell als “Sommerloch” oder “Sauregurkenzeit” bezeichnet werden. Die Angelsachsen haben dafür einen viel besseren Begriff, nämlich die “silly season”, weil mancher Reporter in seiner Verzweiflung Banales aufbläht, sich von politischen Wichtigtuern Windeier andrehen lässt oder dankbar nach Gerüchten grabscht: Hauptsache die Zeitung wird voll!

In Frankreich hat man sich schon vor vielen Jahren einen ziemlich eleganten Trick einfallen lassen, um die schrecklichen, die nachrichtenlosen Monate zu überbrücken: Die fiction politique. Das sind lange, meist mehrteilige Polit-Thriller, die sich oft wie ein Wirtschaftskrimi lesen und deren raison d’être sich aus dem Anspruch der Autoren ableitet, dass sie angeblich der Realität zumindest nahe kommen. Schließlich werden sie ja von gestandenen Journalistenprofis geschrieben, die sonst brav über tatsächliche Ereignisse berichten und deshalb besonders gut in der Lage sind, die Frage zu beantworten: Was wäre, wenn…
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Apple will StarTrek verbieten!

Donnerstag, 11. August 2011

Beam me up, Stevie!

Nach dem überraschenden juristischen Etappensieg gegen Samsung im Streit um deren “Galaxy Tab” genannten Flunder-PC holen die Apple-Anwälte (Motto: “to boldly go where no ambulance chaser has gone before”) dem Vernehmen nach zum nächsten Rundumschlag aus.

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle zu erfahren war, ist ein Abmahnschreiben an CBS Television und Viacom unterwegs sein, die die Film- und Fernsehrechte an dem Weppraum-Epos halten. Darin fordert Apple ein sofortiges Sende- und Vorführverbot für sämtliche Star Trek-Episoden. Grund: In der Kultserie verwenden Captain Kirk und Scotty eindeutig Apple-Raubkopien zur Steuerung ihres Raumschiffs “Enterprise”.

Weltraum-Plagiat: iPad-Clone von Scottie

Beobachter geben der Klage gute Chancen, da der als “Star Trek Pad” unter Trekkies bekannte Tablet-PC in der Tat die von Apple durch Gebrauchsmuster geschützten Merkmale ausweist (“ein rechteckiges Produkt mit vier gleichmäßig gerundeten Ecken”, “eine flache, klare Oberfläche, welche die Vorderseite des Produkts abdeckt”, “ein Display, welches unter der klaren Oberfläche zentriert ist”).

In einer ersten Stellungnahme gab die amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt, dass sie prüfen lässt, ob der 2009 vergebene Oscar (für “best makeup”) nachträglich abzuerkennen ist.

Sollten CBS und Viacom uneinsicht bleiben, will Apple Vergeltung üben. Auf einem internen Mitarbeiter-Event präsentierte sich Apple-Chef Steve Jobs bereits als Spock-Double (siehe obiges Foto). Am Makeup wird er aber noch ein bisschen arbeiten müssen, bevor es oscar-verdächtig wird.

PS: Mein Freund Michael Kausch, ein wackerer Streiter für die Rechte von Computermultis, hat übrigens auf czyslansky.net dazu aufgerufen, weitere Verstöße gegen das Apple-Patent zu melden. Ich sage: bravo!

Wer schützt uns vor den Rating-Clowns?

Dienstag, 09. August 2011

Die Welt, durch die S&P-Brille betrachtet (Quelle: Datablog)

Es wäre witzig, wenn es nicht so traurig wäre, aber der „Schwarze Montag“, der gestern zum weltweiten Absturz an den Börsen geführt hat, ist auf ein Rechenfehler zurückzuführen. Wie der Kolumnist und Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman in der heutigen Ausgabe der New York Times verrät hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s den Pressetext, mit dem sie die Herabstufung der amerikanischen Regierungsanleihen bekannt gaben, vorher zum Gegenlesen an ein paar hohe Beamte des Wirtschaftsministeriums geschickt, die sofort auf einen ziemlich plumpen Rechenfehler stießen. Es ging um die Kleinigkeit von zwei Trillionen (oder, wie man in Deutschland rechnet, Billionen) Dollar, um die S&P versehentlich die Staatsschulden zu hoch angesetzt hatten. Die Agenturfutzis lösten das Problem auf die denkbar eleganteste Weise, indem sie die entsprechende Passage aus dem Pressetext raus strichen.

Was uns allen eigentlich Anlass geben sollte, nochmal über den Bockmist nachzudenken, den uns die großen Ratingagenturen in der Vergangenheit beschert haben. Sie haben Lehman Brothers bis kurz vor der Pleite standhaft als „Triple A“ eingestuft. Sie haben den großen stinkenden Bündel fauler Hypotheken, die von kriminellen Bankern aus fahrlässig vergebenen toxischen Krediten zusammengeschürt worden sind, mit Höchstnoten behübscht. Sie haben damit die Weltwirtschaftskrise von 2007/2008 nicht nur beschleunigt: Sie haben sie ausgelöst.

Jetzt nehmen diese skrupellosen Dilettanten das größte Land der Erde als Geißel, und das Schlimme ist: Sie kommen damit sogar durch. Anstatt sie der Lächerlichkeit preiszugeben, beten die Wirtschaftsjournalisten mit besorgten Mienen den Mist nach, den S&P aus seiner Jauchegrube zieht, und die Zocker an den Börsen reagieren reflexartig, indem sie auf den Knopf „Verkaufen!“ drücken.

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