Archiv für September 2011

Schnäppchen-Falle Internet

Dienstag, 27. September 2011

Darfs ein paar Prozent mehr sein?

Haareschneiden beim Promi-Friseur für die Hälfte, Gourmet-Menüs im Sterne-Restaurant für ein Drittel und Ferienflüge für ein Viertel: Möglich machen das neuerdings so genannte „Deal-Plattformen“ im Internet. Vermarkter wie Groupon oder die Berliner Firma DailyDeal locken marktschreierisch mit Sprüchen wie: „Gutscheine, Coupons & Rabatte von bis zu 90%“

Der Trick zieht: 39.000 Gutscheine kauften deutsche Kunden beim Kosmetik-Anbieter Body Shop, eine Autowerkstatt in Hamburg bot eine Reparatur für 50 Euro statt 100 an – und war binnen Stunden auf Monate hinaus ausgebucht. Insgesamt setzte Groupon 2011 alleine in Berlin in den ersten drei Monaten Gutscheine im Wert von mehr als vier Millionen Euro ab.

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New York Subway Sets a Signal

Montag, 26. September 2011

Catching up with the rest of the world

And you thought America’s crumbling infrastructure resembles that of a third-world nation? Wrong; it’s worse.

Two days ago, the Metropolitain Transportation Authority announced that commuters on the  New York subway system can now use their mobile phones to talk or text. Well, actually it only works in four downtown stations. And only AT&T and T-Mobile customers will be able to connect. But hey, it’s a start, ain’t it?

As anyone who has been to New Dehli, Singapore, Shanghai or Rio de Janeiro knows, you have been able to use your cell phone underground on most lines for years. So in reality, New York, at least, is still struggling to catch up with the Third World.

I don’t know about you, but I find this rather worrying. But on the other hand, the U.S. does have more weapons and soldiers than anyone else, so I guess that kind of evens things out…

Der Trend geht zum Zweit-Pad

Montag, 26. September 2011

Mein schöner, neuer iPad ist weg! Nein, ich habe ihn nicht im Flieger liegengelassen (übrigens gehen jedes Jahr mehr als 600.000 Laptops auf diese Weise verloren, wie eine amerikanische Versicherungsfirma behauptet). Er ist auch nicht von einem Mitreisenden im Zug eingesteckt worden, während ich auf der Toilette war (was einem Freund neulich mit seinem Computer passiert ist).

Nein, es ist ganz einfach: Meine liebe Frau hat ihn sich unter den Nagel gerissen. Anfangs war sie ja ziemlich skeptisch, als ich das Ding von einer USA-Reise zurückbrachte. Doch dann habe ich den Fehler gemacht und ihn eine Zeitlang auf dem Wohnzimmertisch liegenlassen. Und dort hat sie angefangen, damit herum zu surfen und hat festgestellt, dass man mit einer einfachen Fingerbewegung den Text beliebig vergrößern kann. Und da sie inzwischen eine Lesebrille braucht, sie aber aus Gründen der Eitelkeit ungern aufsetzt, war mein iPad genau das, was sie sich offenbar schon lange gewünscht hat.

Jedenfalls hat sie mir unter Androhung von Essensentzug und sonstigen schlimmen ehelichen Strafen verboten, das Ding in Zukunft mit auf die Dienstfahrt zu nehmen. Mir wird also wohl oder übel gar nichts anderes übrig bleiben, als noch einen zu kaufen. Der Trend, so scheint es, geht zum Zweit-Pad.

Karaoke fürs Kinderzimmer

Dienstag, 20. September 2011

Unsere Nachbarn haben einen kleinen Sohn, und wenn sie mal ausgehen wollen, bitten sie uns manchmal, ob sie uns das Babyfon rüberstellen dürfen. Der Grieche am Eck, zu dem sie gerne gehen, ist leider knapp außer Reichweite des Geräts, also rufen wir sie an, wenn der junge Stupor mundi wieder schreit, und sie müssen die alles stehen und liegen lassen und nach Hause stürmen, weil wir sonst wahnsinnig werden ob es blechernen Krächzens aus dem winzigen Billiglautsprecher des klobigen Geräts.

Das muss aber alles nicht mehr sein, denn jetzt gibt es das Babyfon fürs Handy! Darauf machte mich dankenswerterweise der Branchenverband BITKOM per Pressemeldung aufmerksam. Möglich machen das so genannte „Apps“ – winzige Applikationen, die es beispielsweise für Apples iPhone sowie für Mobiltelefone mit dem zunehmend beliebteren Android-Betriebssystem von Google gibt.  Sie heißen  „Babysitter Phone“, „BabyPhone Deluxe“ oder „Dial My Nanny“ (funktioniert wahrscheinlich nur bei Paaren, die  sich ein Kindermädchen leisten können) und bieten alle die gleichen Grundfunktionen:  Man legt das Mobiltelefon mit eingeschaltetem App ins Kinderzimmer und geht zum Griechen, Italiener, Franzosen oder in die kleine Kneipe am Eck.

Fängt das Blag an zu schreien, löst das einen Anruf an eine vorher festgelegte Telefonnummer aus. Voraussetzung ist also, dass beide Elternteile über ein Handy verfügen, aber das dürfte heute eher selbstverständlich sein. Wahlweise kann man auch die Festnetznummer der Groß- oder Schwiegermutter hinterlegen, die freut sich sicher, mal wieder von dem kleinen Wonneproppen zu hören, selbst mitten in der Nacht.

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Today’s Peoetic Reflection

Dienstag, 13. September 2011
All, all, of a piece throughout;
Thy chase had a beast in view;
Thy wars brought nothing about;
Thy lovers were all untrue.
‘Tis well an old age is out,
And time to begin a new.
John Dryden (1631 – 1700)

LDO, oder: Das Ende von E-Mail

Dienstag, 06. September 2011

Meine Tochter schreibt keine Mails mehr. „Oh Papa, E-Mail ist doch so 20stes Jahrhundert“, meinte sie neulich. Stattdessen benützt sie Facebook, um mit ihren vielen „Freunden“ – oder das, was sie für Freunde hält – zu kommunizieren. Als sie kürzlich mit ihrem Freund Schluss machte, tat sie das sozusagen coram publico auf ihrer Facebook-Seite, unter reger Zuschauerbeteiligung: Die einen waren dafür, den Typ in die Wüste zu schicken, die anderen rieten ihr, es nochmal mit ihm zu probieren. Die Debatte endete eins zu null für die Wüste.

In der kleinen Analystenfirma, an der ich beteiligt bin, tobt gerade auch ein Streit darüber, ob E-Mail noch zeitgemäß sei. Eine Fraktion (und es sind diesmal komischerweise die Älteren) ist dafür, für die interne Kommunikation auf ein so genanntes „Microblogging“ namens Yammer umzustellen, das wie Twitter funktioniert, nur dass der Benutzerkreis auf die eigenen Mitarbeiter beschränkt bleibt. Wir schreiben uns zu viele Mails, meinen die Yammer-Anhänger, da hat man keine Übersicht mehr. Die Gegner (die Jüngeren, wie gesagt) scheuen vor der totalen Transparenz zurück: Da könne ja jeder alles lesen, da könne man ja niemandem mehr etwas im Vertrauen sagen. Das Ende der Debatte steht noch aus.

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400 Years of Pernicious Division

Dienstag, 06. September 2011

Joe Addison goes to Washington

In case you were worried that the current breakdown of the American political system is unprecedented, I suggest you read the wonderful essay “Mischiefs Of Party Spirit” written by Joseph Addison, the original editor of “The Spectator”, anno 1711, and which so perfectly describes Washington D.C., anno 2011:

There cannot a greater judgment befall a country than such a dreadful spirit of division as rends a government into two distinct people, and makes them greater strangers and more averse to one another, than if they were actually two different nations. The effects of such a division are pernicious to the last degree, not only with regard to those advantages which they give the common enemy, but to those private evils which they produce in the heart of almost every particular person. This influence is very fatal both to men’s morals and their understandings; it sinks the virtue of a nation, and not only so, but destroys even common sense.