Das Buch zum Bier

Die neuste Enzyklika seiner Heiligkeit Bierpapst Conrad I ist da. Nach dem „Bierguide Österreich“ ist jetzt „Bierbusiness“ erschienen, dass er zusammen mit Prof. Dr. Werner Beutelmeyer vom Market Institut in Linz geschrieben hat. Sie haben mehr als 3.000 Leute aus der Bierbranche befragt und kommen zu so wunderbaren Erkenntnissen wie „Guter Geschmack ist gutes Geschäft“ und beantworten die Frage: „Was gutes Bier kosten darf“.

Sie haben außerdem herausgefunden, was Gästen an manchen Bierlokalen missfällt („man muss zu lange auf die Bedienung warten“ und herausgefunden, dass eine freundliche Bedienung sogar wichtiger ist (99%) als ein gut gezapftes Bier (93%). Und 72% der Befragten sagen, dass sie Biere bevorzugen, die „von einer Brauerei aus meiner nächsten Umgebung“ stammt. Sie räumen auch mit Vorurteilen auf, zum Beispiel, dass Dosenbier schlechter schmeckt als Flaschenbier: Die Mehrheit der 30- bis 40jährigen finden, dass beide gleich schmecken. „Daran werden sich die Bierverkäufer in den kommenden Jahren halten müssen“, schreiben sie – das Beispiel Aldi und Lidl werde in Deutschland Schule machen, so schon längst Dosenbier der große Renner ist.

Dass Craftbier auf dem Vormarsch ist überrascht zumindest mich nicht – ich trinke regelmäßig handwerklich gebrautes Bier aus unabhängigen Brauereien, meist mit einer einzigartigen Hopfennote. Die ganz große Überraschung aber kommt für mich auf die Frage, wie Biertrinker und Weintrinker eingeschätzt werden.

Seit Rolf Degenhardt damals „Ich möchte Weintrinker sein“ sang, hält sich bei mir hartnäckig die Vorstellung, dass Weintrinker friedlicher und leutseliger sind als rohe Stamperltrinker, die sich in Wirtshäusern schlägern. Weit gefehlt: Der Biertrinker ist angeblich ein fröhlicher Mensch. Das sagen 61%, aber nur 37% sagen das gleiche vom Weintrinker. Und 54% sagen, dass Biertrinker viele Freunde haben. Der Weintrinker ist da deutlich einsamer: Bei ihm sind es nur 28%.

Ein unterhaltsames und informatives Buch. Ich empfehle dazu ein Uttendorfer Pils von meinem Freund, dem Brauereichef Dr. Helmut Fitzthum aus dem Innviertel.

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