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17.08.07

von Tim Cole um 15:29
Liebesdrama bei Skype

Dass Skype nun ausgerechnet dann den großen Absturz erleben musste, als ich in New York war, fand ich natürlich überhaupt nicht witzig. Die Reaktion der Konkurrenz aber schon.

Der Internet-Telefondienst lahmt. Angeblich sollen "Software-Probleme" schuld sein. Die Skype-Oberen versprechen Abhilfe "innerhalb von 12 bis 24 Stunden". Das tun sie seit Tagen. Schneller war da die Berliner Internet-Firma sMeet, die mir jetzt eine der originellesten Pressemitteilungen seit langem schickte, die ich der EInfachheit halber hier in Auszügen nachdrucken möchte:

"Berlin, 17. August 2007 - Anna R. aus Berlin und ihr in Lagos lebender Freund telefonieren seit Monaten über Skype - täglich mehrmals, "weil es so günstig und unkompliziert ist". Bis gestern Nachmittag hat auch immer alles reibungslos funktioniert. Seitdem geht gar nichts mehr. Ein ungünstiger Zeitpunkt, weil es zwischen den beiden einen heftigen Streit gegeben hat und im letzten Gespräch wichtige Fragen offen geblieben sind, die dringend geklärt werden müssten. Die Beziehung hängt sprichwörtlich am seidenen Faden. Anna ist verzweifelt - was soll sie tun? Ein Telefonat über das normale Festnetz oder mit dem Handy kommt nicht in Frage - viel zu teuer. Eine E-Mail schreiben? Auch nicht, fraglich, wann ihr Freund die liest. Anna wendet sich an ihre Freundin - und die hat die rettende Idee: sMeet."

In einem der virtuellen "Meeting Rooms", so die Werbetexter, fand dann die Aussöhnung zwischen den Avataren der beiden sowie zwischen ihren leiblichen Besitzern. Fazit: "Anna strahlt und ist froh, dass mit sMeet das Problem gelöst wurde." Schluchzt...

Natürlich sei sMeet nicht nur für Liebesdramen geeignet, beeilt sich die Firma zu betonen. Alle anderen Aspekte des "Socializing", wie es auf neudeutsch heißt, würden dort ebenfalls abgedeckt. Und wo doch nun Skype sozusagen als Totalausfall dasteht, möge der geneigte Leser doch bitteschön, und so weiter.

Ich finde, dieses Beispiel beweist vor allem eines: Auch im Internet-Zeitalter sind bltzschnelle Reaktion und eine pfiffige Werbeidee wichtiger denn je. Außerdem macht es klar, dass uralte Volksweisheiten immer noch gültig sind, etwa: "Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung..."



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