Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Bloß nichts wegwerfen!

Freitag, 24. Mai 2013
So fing alles damals an!

So fing alles damals an!

Morgen wird im Kölner Auktionshaus Uwe Breker ein Apple 1 aus dem Jahr 1976 versteigert, und die Fachwelt erwartet einen neuen Weltrekord. Der bestehende wurde im vergangenen November ebenfalls bei Breker aufgestellt und liegt bei $640.000. Gekostet hat er dereinst genau $666,66. Wer also damals eine solche Kiste (das erste Gerät hatte tatsächlich ein Gehäuse aus Holz!) gekauft hat, der könnte sein Geld heute verhunderttausendfachen. Zum Vergleich: Wer beim Börsengang der Firma Apple 1980 eine Aktie für $22 gekauft hat, hätte (nach drei Aktiensplits und einem aktuellen Börsenkurs von rund $440) nur lächerliche 2000 Prozent Gewinn gemacht. Okay, er hätte natürlich in der Zeit ein paar Tausend Dollar Dividende kassiert, aber trotzdem: Elektroschrott ist allemal mehr wert als ein Finanzinvestment; Q.E.D.

Wenn ich an all das elektronische Gerümpel denke, das ich im Laufe der Jahre weggeworfen habe, wird mir speiübel. 1976 brachte ich von einer USA-Reise das „Pong System“ mit, zwei schwarzweiße Konsolen mit je zwei Drehknöpfen, mit deren Hilfe man einen weißen Strich („Paddel“ genannt) auf einem Fernsehbildschirm auf und ab bewegen und einen hin und her wandernden Bildschirmpunkt („Ball“) ins gegnerische Spielfeld zurückbefördern konnte, so wie beim Tischtennis. Auf eBay gehen die Dinger heute für 200 Dollar oder so weg. Das ist etwas mehr, als ich damals bezahlt habe, aber wenn man den „Inflation Calculator“ befragt, dann sind das in heutigem Geld rund 800. Macht also einen Gewinn von 400 Prozent. (weiterlesen …)

Das Wehklagen ist so alt wie Windows

Mittwoch, 23. Januar 2013

Wie war er stolz, der gute Billy, als er damals im November 1983, 28 Jahre jung und immer noch pickelgesichtig, vor die in New York versammelte Weltpresse trat und den Start von „Windows 1.0“ verkündete. Statt wie bisher lange Befehlstexte (z.B. (Systemanfrage) $p (Pfad), $g (Pfeil >), $t (Zeit), $d (Datum), $h (Backspace), $_) direkt in die Kommandozeile hinter dem blinkenden „C:“ einzutippen, genügte jetzt ein Mausklick, um eine Datei zu öffnen oder zu kopieren, Verzeichnisse anzulegen, DOS-Programme oder einen Druckauftrag zu starten, beziehungsweise mit dem Systemprogramm „Terminal“ und einem Nullmodem-Kabel mit anderen Computern zu kommunizieren!

Und wie enttäuscht war Billy Boy, als die gesamte Fachpresse seine wunderbare neue Erfindung, an der er und seine Jungs drei Jahre lang gearbeitet hatten, in der Luft zerrissen. Leider war es nur dann möglich, wirklich sinnvoll ´mit Windows zu arbeiten, wenn man neben dem PC auch noch über Maus, Festplatte, Erweiterungsspeicher und Farbgrafikkarte verfügte. Die hatte damals kaum einer, und die Anschaffung war sündteuer. Das Ding lag also wie Blei im Regal, während alle (Computer-)Welt weiterhin fröhlich mit MS-DOS arbeitete. (weiterlesen …)

Mit dem Computer aus der Krise

Montag, 29. Oktober 2012

Willkommen in der Computer-Steinzeit!

Die Deutschen haben ein Problem mit dem Computer. Nur 61 Prozent der Beschäftigten hierzulande arbeiten im Büro an einem PC – eine Zahl, die sich seit 2007 nicht mehr verändert hat! Außerdem ist das Mittelmaß: Selbst die Belgier und Holländer sind da weiter als wir, von den Nordländern ganz zu schweigen: In Finnland sitzen drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung tagsüber vorm Bildschirm.

Hier drängt sich geradezu der direkte Zusammenhang zwischen volkswirtschaftlichen Erfolg und der Computernutzung im Betrieb auf. Denn in den Ländern, die uns angeblich durch ihre Faulheit und Verschwendungssucht den ganzen Euro-Schlammassel beschert haben, sind Computer am Arbeitsplatz Mangelware, nämlich in Italien (44 Prozent) und Griechenland (43 Prozent). Womit sich im Übrigen eine ebenso einfache wie charmante Lösung der Eurokrise abzeichnet: Schickt den Griechen kein Geld, sondern unsere ausrangierten PCs, dann wird die hellenische Wirtschaft von ganz alleine zum olympischen Höhenflug ansetzen. (weiterlesen …)

Nicht ohne mein Handy!

Freitag, 28. September 2012

Ein Handy für alle Fälle...

„Ortungsdienste für Handy helfen in der Not weiter. Das sagt der IT-Branchenverband BITKOM in einer neulich herausgegebenen Pressemitteilung. Als ich weiterlas, wunderte ich mich ein bisschen darüber, wie harmlos die Notlagen sind, die sich der Verband in diesem Zusammenhang vorstellt. „Ortungsdiensts können helfen, ein verlorengegangenes Handy schnell wiederzufinden“, schreiben sie.

Nun gut, wer mal sein Handy bei einer Dienstreise daheim vergessen hat kriegt schnell die Krise, aber ist das wirklich eine Notlage? „Durch Handy-Ortung können besorgte Eltern schnell überprüfen, wo sich ihr Kind aufhält.“ Ich denke, wenn ein Kind nicht will, dass die Eltern wissen, wo es sich rumtreibt, dann weiß es auch wo der Ausschaltknopf ist.

Mir fehlen in dem Pressetext die echten Notlagen: Situationen, wo es um Leben und Tod geht und aus denen der Besitzer nur Dank Handy heil herauskommt. So wie der  Skifahrer, der 2009 in Golms bei Tschagguns abseits der Pisten gefahren war und unter einem Schneebrett verschüttet wurde. Er kam mit einer Hand an sein Handy und konnte einen Notruf absetzen und wurde gerettet.

Oder der britische Koch, der 2010 beim Aufräumen in der Küche von einer riesigen schwarzen Spinne gebissen wurde, was natürlich auch einiges über die hygienischen Zustände in der britischen Gastronomie sagt. Jedenfalls konnte er das Vieh mit der Handy-Kamera fotografieren, bevor ihm die Hand auf Luftballongröße anschwoll und er ohnmächtig wurde. Der eintreffende Notarzt schickte das Foto an Spezialisten des Bristoler Zoos, die es als eine lebensgefährliche Brasilianische Wanderspinne identifizierte, die offenbar mit einer Bananenstaude auf die Insel gelangt war. (weiterlesen …)

WM-Nachrichten

Donnerstag, 27. September 2012
sms vs joynVolltreffer oder Rohrkrepierer?

Die Deutschen sind bekanntlich Weltmeister in vielen Dingen, nur leider schon länger nicht mehr im Fußball. Sie sind aber Export-Weltmeister, Urlaubs-Weltmeister und, ja, auch SMS-Weltmeister. Kein anderes Volk schickt so viele Kurznachrichten vom Handy wie wir. Das ist für die Telefongesellschaften ein Milliardengeschäft.

Da war nicht immer so. Der damalige Telekom-Chef Helmut Ricke nannte SMS 1992 bei der Vorstellung des ersten GSM-Netzwerks ein „unerwartetes Nebenprodukt“. Aber irgendwann kam jemand auf die Idee, Geld dafür zu verlangen, obwohl es den Betreiber ja eigentlich gar nichts kostet. Und wir „SMSen“ trotzdem fleißig: 41 Milliarden solcher Mini-Nachrichten  waren es 2011, so der IT-Branchenverband BITKOM.

Dass es auch heute immer noch kostenlos  geht, beweisen aber solche „Messenger Apps“ wie „Whatsapp“, Pinger, Viber und natürlich auch die Kurztext-Funktion von Skype, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Das ist den Telefonkonzernen ein Dorn im Auge, also haben sie „Joyn“ erfunden. (weiterlesen …)

Suchet, so werdet Ihr finden (IX)

Donnerstag, 27. September 2012

Who the hell is “Darren R. Huston”?

Das Internet ist kein Altersheim

Dienstag, 11. September 2012

Soziale Netzwerke sind ein alter Hut. Früher nannte man sie „Seilschaften“, „Alumni-Vereine“ oder schlicht „Klüngel“ (besonders in Köln). Heute heißen sie Facebook oder so, und sie sind – wen wundert’s – auch bei den Alten sehr beliebt. Das behauptet jedenfalls der IT-Branchenverband BITKOM in einer Pressemeldung, die unlängst über den Ticker, beziehungsweise übers Netz ging. 41 Prozent aller Senioren mit Internetzugang seien angeblich in sozialen Netzwerken aktiv, wird da behauptet. „Auch ältere Menschen profitieren von den Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten sozialer Netzwerke“, wird BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder in dem Text zitiert. Angeblich bleiben die Online-Senioren auf diese Weise mit ihren Kindern oder Enkeln in Kontakt und erfahren über deren Facebook-Seiten, was die jüngere Generation so treibt. Ob denen das unbedingt recht ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Vor allem aber freut sich Rohleder über den „starken Anstieg bei der Internetnutzung in der Generation 65-Plus“. Angeblich nutzt aktuell jeder Dritte in der Generation 65-Plus inzwischen regelmäßig das Internet. (weiterlesen …)

You can get there from here!

Mittwoch, 22. August 2012

Okay, so the Lungau, or new home, isn’t exactly a roaring metropolis. But as this sign clearly shows, it lies right smack in the center of civilization as we know it!

Das Märchen vom Marathonsterben

Freitag, 25. Mai 2012

Ganz Berlin ist eine Endorphin-Wolke!

Golf ist, wie man weiß, keine Sache von Leben und Tod – es ist viel wichtiger als das. Ähnliches könnte man auch vom Marathonlaufen sagen: Fast immer, wenn ich Leuten erzähle, dass ich Marathons laufe, kommt früher oder später die Frage, ob ich denn keine Angst habe, dabei zu sterben.

Meine Standard-Antwort darauf ist, dass wir damit ja nur unserem großen historischen Vorbild folgen würden. Der Athener Pheidippides soll nach der Schlacht gegen die Perser im Jahr 490 vor Christus die Siegesbotschaft im Laufschritt und unter voller Rüstung bis zur Akropolis gebracht haben, wo er mit dem Ausruf „Wir haben gesiegt!“ tot zusammenbrach.

Die Angst vor dem plötzlichen Herztod beim Langstreckenlauf ist vor allem unter Nichtläufern weit verbreitet. Politiker und Sportfunktionäre, die vermutlich schon nach 500 Metern reif wären für den Notarzt, fordern immer wieder verpflichtende Gesundheitschecks für die Teilnehmer an großen Lauf-Events. Als ich mich vor ein paar Jahren online für den Rom-Marathon anmelden wollte, verlangte man von mir ein Attest meines Hausarztes, das ich gefälligste auf dem Postweg einzusenden hätte. War mir zu kompliziert, also lief ich lieber anderswo, was schade ist, denn gerade der Lauf ums Kapitol soll besonders interessant sein.

Vor ein paar Tagen ging die Meldung über den Ticker, dass der amerikanische Ultra-Marathoni Micah True bei einem Trainingslauf in New Mexico offenbar an Herzversagen gestorben sei. Micah lief jeden Tag mindestens einen Marathon und schrieb darüber ein äußerst erfolgreiches Buch, „Born to Run“, das für manche Läufer eine Art von Marathon-Bibel geworden ist. Sein Lebensmotto lautete  „Ándale!“  („Na, los!“), und er hat damit so manchen dazu gebracht, sich  vom Fernsehsofa zu erheben und loszulaufen in eine – hoffentlich – bessere und gesündere Zukunft. Dass ausgerechnet so einer vom Herzkasperl hingerafft wird, dient den Kommentarschreibern und anderen Couchkartoffeln nun als willkommenen Anlass, moralinsauer über Selbstüberschätzung und übersteigerten Leistungswahn zu fabulieren. (weiterlesen …)

Die Gedanken sind frei. Noch, jedenfalls…

Donnerstag, 17. Mai 2012

Paulskirche Frankfurt im Mai 2012: ein Polzeiparkplatz

Ein wunderbarer Sonnentag in Frankfurt. Die Kastanien stehen in voller Blüte. Am Mainkai stehen hastig aufgestellte Verkehrsschilder: „Innenstadt gesperrt“. Vor der Deutschen Bank parkt ein Dutzend Einsatzfahrzeuge der Polizei. Der Eingang ist mit Absperrungen verbarrikadiert. An jeder Straßenecke in Richtung Innenstadt stehen Beamte mit Schlagstöcken und Schutzhelme. Noch hängen sie lässig überm Arm.

Im Schirn pilgern Passanten zu Eduar Munch. Ein paar Schritte weiter am Paulsplatz stehen ein paar Dutzend junge Menschen in kleinen Gruppen herum. Einige sitzen auf dem Boden. Sie haben Colaflaschen und Chipstüten dabei. Um sie herum stehen gefühlt ein paar Hundert Polizisten in voller Kampfmontur. Die „Blockupy“-Bewegung hat über Christ Himmelfahrt zu Aktionstagen gegen die Allmacht des Bankensystems und für mehr Demokratie aufgerufen. Die Staatsmacht will das offenbar unbedingt verhindern. Notfalls mit Gewalt. „Gehen Sie da lieber nicht hin, das könnte noch unangenehm werden“, rät mir ein junger Polizist. Er steht am Römer und kontrolliert die Taschen derjenigen, die Richtung Paulskirche wollen. Ich habe keine Tasche und darf also ungehindert vorbeigehen.

Direkt vor der Paulskirche steht ein halbes Dutzend Polizeiwagen, um den Platz ist ein weiteres gutes Dutzend verteilt. Polizisten stehen herum oder gehen in Dreier- oder Vierergruppen langsam auf und ab. Ein Kolos von einem Polizisten mit hautengem T-Shirt und gestähltem Bizeps baut sich vor einer kleinen Passantin auf, die ihn fragt, warum er und seine Kollegen hier seien. „Wir wollen Gewalt verhindern“, sagt er. Sie schaut ihn mit angsterfüllten Augen an. Gewalt vom wem? (weiterlesen …)