Archiv für die Kategorie ‘Das Leben an sich’

Warum ich Jäger werden will

Donnerstag, 28. März 2013
Weidmannsheil!

Weidmannsheil!

Ich habe gestern die Jagdprüfung Salzburg abgelegt, mit leider nur mäßigem Erfolg (Theorie bestande, im Schießen muss ich noch mal nachsitzen), aber immerhin. Ich habe dazu auf Facebook kurz gepostet und daraufhin eine Mail von einem Freund erhalten, der sehr nachdenkliche Fragen gestellt hat. Ich habe sie nach besten Wissen und Gewissen zu beantworten versucht, und das Ergebnis ist hier nachzulesen: (weiterlesen …)

Olympia ringt ums Ringen

Mittwoch, 13. Februar 2013
Sind wir nun olympisch oder nicht?

Sind wir nun olympisch oder nicht?

Das Olympische Komitee hat das Ringen aus dem Programm der Olympiade 2020 geschmissen. Es seien ohnehin viel zu viele Sportsarten vertreten, und wer interessiert sich schon für dick Männer, die sich gegenseitig umarmen und dabei so tun, als wollten sie etwas anderes als bloß nur schmusen?

So stirbt wieder einer der Gründungswettbewerbe von Olympia. Er folgt dem legendären παγκράτιον, dem Pankrátion, das ab 648 v. Chr. jeweils am vierten Wettkampftag stattfand. Es war eine Verbindung von Ringen (Pale) und Boxen (Pygme), wobei im Gegensatz zum Boxen mit bloßen Händen (also ohne Bandagen) gekämpft wurde. Der Sieg beim Pankration führte nur über K.O., Aufgabe oder den Tod des Gegners. Es waren sowohl Schläge und Tritte, Knie- und Ellenbogenstöße als auch Würfe, Hebel und Würgegriffe sowohl im Stand als auch im Bodenkampf erlaubt.

Das ist auch das Problem. Früher ist wenigstens einer dabei gestorben. Heute geht es im Ringen ja nur noch um irgendwelche Punkte oder allenfalls darum, dass der eine den anderen auf Kreutz legt. Für die Einschaltquoten bringt das nix.

Deshalb mein Vorschlag: Lasst die Ringer im Programm – aber gebt ihnen irgendwelche Schlag- oder Schusswaffen mit. So eine Uzi („Der Herr ist meine Stärke“) würde dem faden homoerotischen Gefummel doch gleich eine ganz andere Dringlichkeit verpassen! Das täte ein paar anderen olympischen Disziplinen auch ganz tut, zum Beispiel:

  • 100 Meter-Lauf: Den letzten beißen (im Wortsinn) die Hunde: Hinter dem Läuferfeld rennen abrichtete Pitbull-Terrier her und räumen auf.
  • Schwimmen: Haifische im Becken würden garantiert für ständig neue Weltrekorde sorgen!
  • Military-Reiten: Wir wär’s mit einem Minenfeld oder ein paar gut visierten MG-Nestern entlang der Strecke?
  • Tischtennis: Wer den Tisch nicht trifft, wird  mit dem Paddel erschlagen.

Schade finde ich auch, dass es den altbewährten Wagenrennen, der einst das Herzstück von Olympia war, seit der Neuzeit leider nicht mehr gibt. Spätestens seit dem Film „Ben Hur“ mit Charleton heston wissen wir doch, wie hoch das Zuschauerinteresse ist, wenn der Gegenfahrer erst mal seine spitzen  Messerenden am Achselende ausfährt und dir mal so ordentlich in die Speichen fährt.

Merke: Bei Olympia muss wieder Blut fließen – sonst haben die keine Chance gegen „Dschungelcamp“.

Herr, gib mir einen Titel!

Sonntag, 27. Januar 2013

 

Wer in Österreich etwas auf sich hält, trägt Titel. Die Wiener Toilettenfrauen sind berühmt dafür, dass sie jeden, der vors Urinal tritt, wahlweise mit “Herr Professor” oder “Herr Hofrat” anreden, je nach Höhe des Trinkgelds. Und wer in meiner neuen Wahlheimat nicht einen “Doktor” vor dem Namen stehen hat,  schmückt sich wenigstens mit einem “Mag” – oder, der Steigerungsfall, einem “Mag, Mag”. Das ist der so genannte “Doppelmag”, auch manchmal  “Big Mag” genannt, was aber häufig peinliche Verwechslungen mit den Erzeugnissen einer bekannten schottischen Feinschmeckerkette auslöst.

Nur ich, ich hab’ halt keinen. Mein “Associate in Arts” von der University of Maryland ist im Grunde eine Art Schmalspur-Titel, den man nach zwei erfolgreich absolvierten Studienjahren als Trostpflaster bekommt, weil es zu einem richtigen “Bachelor of Arts” nicht gelangt hat. Nun, ich musste damals während der Volontärsausbildung bei der Rhein-Neckar-Zeitung in Abendkursen nebenher studieren, und da war schon der “A.A.” eine ziemliche Kärrnerarbeit. Und später, als mein Czyslansky-Freund Michael in aller Ruhe die Frankfurter Schule besuchen durfte, machte ich schon Karriere, oder versuchte es jedenfalls. (weiterlesen …)

In Memoriam Dr. Dieter Flachsland (genannt “Flaxi”)

Montag, 21. Januar 2013
…

Flaxi (+21.1.2013)

Unser guter Freund und Skatbruder ist am 1. Februar in Kaiserslautern zur letzten Ruhe gebettet worden. Fritz Bräuninger (“mei Frainderl”) hat die Trauerrede gehalten- Sie bringt viel besser das zum Ausdruck, was wir alle empfunden haben, als ich es je könnte. Ich zitiere sie deshalb hier im Wortlaut:

(weiterlesen …)

Poetic thought for the day

Sonntag, 06. Januar 2013

To learn the age-old lesson day by day:

It is not in the bright arrival planned,

But in the dreams you dream along the way,

You find the Golden Road to Samarkand.

James Elroy Flecker

You can get there from here!

Mittwoch, 22. August 2012

Okay, so the Lungau, or new home, isn’t exactly a roaring metropolis. But as this sign clearly shows, it lies right smack in the center of civilization as we know it!

Da hätte der Schaffner ja vielleicht ein Auge zudrücken können, oder?

Mittwoch, 22. August 2012

Zwei Meldungen von Google News, durch ihr Proximität eine ungenahnte Brissanz entwickeln, Normalerweise liest man von Schülern, die irgendwo unterwegs abgesetzt werden, weil sie nicht das nötige Fahrgeld im Sack haben. Und jetzt trifft es sogar die Bundeskanzlerin.  Sind die deutschen Statsfinanzen schon so verschüttet, dass es nicht mal mehr für ein Bahnticket reicht nach Hause oder zur Wahlkampfveranstaltung in Castrop-Rauxel . Ja, es ziehen die dunklen Wolken der Götterdämmerung der Christliberalen Koalition auf und vor uns tut sich ein rieseiges schwarzes Loch auf, in die sie abtauchen werden Richtung Höllenfeuer.

Twitter-Spiele mit Hindernissen

Mittwoch, 01. August 2012

 

Es sollten die ersten „conversational games“ werden, wie die Organisatoren der Olympischen Spiele in London anfangs stolz behauptet haben. Dank Twitter & Co. sollten Spieler und Zuschauer aus aller Welt zusammenrücken und sich gegenseitig austauschen: Völkerverständigung 2.0, sozusagen.

Doch es kam ganz anders. Statt sich gegenseitig aufzumuntern haben zumindest einige Athleten die Sozialen Medien vorwiegend dazu verwendet, die andere Seite madig zu machen, was die Ober-Olympikonen mit einem unerbittlichen Bannstrahl geahndet haben: (weiterlesen …)

Pinchas Problem

Freitag, 13. Juli 2012

Klarer Fall von geistiger Vorhautverengung

Der Europäische Rabbinerrat hat gegen das Kölner Beschneidungsurteil protestiert und indirekt mit einem Exodus aller Juden aus Deutschland gedroht, wenn sich diese Rechtsauffassung durchsetze. Das sei ein „fundamentales Problem für die weitere Existenz der jüdischen Gemeinden“ hierzulande, sagte Ratspräsident Pinchas Goldschmidt. Was mich ein bisschen an die Headline in der London „Times“ erinnert, als einmal dichter Nebel über dem Ärmelkanal wabberte: „Continent cut off“, lautete die Schlagzeile damals. Das ist einerseits lustig, weil es den insularen britischen Größenwahn so schön dokumentiert, andererseits aber wegen des Wortspiels: Auch im vorliegenden Fall geht es ja ums Abschneiden, allerdings eines Stückchen recht überflüssiger Haut am Gliedende von Kleinstknaben. Muslims und Juden praktizieren diesen Brauch gleichermaßen, letztere angeblich zum Angedenken an einen mysteriösen „Bund“, den einst Abraham mit Jehova schloss und der dem Volk Israels einen gewissen Alleinstellungsanspruch unter den Völkern der Erde gewährleisten soll.

Als erklärter Religionshasser bin ich natürlich dafür, solche barbarischen, auf Irr- und Aberglaube beruhenden Gebräuche mit Stumpf und Stiel (pardon…) auszurotten. Sich auf „Religionsfreiheit“ zu berufen klingt für mich so, wie wenn ein Anstaltsinsasse sich auf die „Freiheit der Geisteskrankheit“ beruft.

Wenn ich aber andererseits bei der Morgentoilette an mir herab blicke, sehe ich immer ein beschnittenes Glied, denn ich bin Amerikaner, und dort gehört das Entfernen der Vorhaut in den ersten Lebensstunden genauso selbstverständlich zum Geburtsvorgang wie das Abschneiden der Nabelschnur – ein Brauch, mit dem sich meines Wissens noch kein deutsches Gericht auseinander gesetzt hat. Allah und Jehova sei Dank! (weiterlesen …)

Bayerisch, bissig – blöd?

Mittwoch, 04. Juli 2012

A Moß Apfelschorle, bittschön! (Foto: BR)

 

Helmut Markwort gibt gerne den Bayern, obwohl er, wie alle Welt weiß, im hessischen Darmstadt geboren wurde. Aber als langjähriger Chef von Burdas “Focus”, deren Redaktion in München sitzt, ist er natürlich entsprechend bayerisch sozialisiert, und so nimmt ihm auch keiner übel, dass er in der Sendung “Sonntags-Stammtisch” den Oberbayer raushängt und zwischendurch auch mal kräftig an der Maß zieht. Darin befindet sich, so denkt man als Fernsehzuschauer, natürlich auch richtig gescheites bayerisches Bier, gebraut nach dem Reinheitsgebot, dass unser guter Herzog Wilhelm IV. 1516 auf dem Bayerische Landständetag zu Ingolstadt verkünden ließ. Und so erklärt es sich, dass es in den Diskussionen am Fernseh-Stammtisch (Motto: “bayerisch, bissig, bunt!”) manchmal genauso hoch hergeht wie in einem oberbayerischen Wirtshaus, was der Sendung im Übrigen offenbar sehr gut tut, denn zur großen Überraschung selbst der Fernsehmacher ist die Sendung mittlerweile zu einem echten Quoten-Renner geworden. Man munkelt etwas von 14 Prozent, was einem solchen Nischensender wie dem Bayerischen Fernsehen auch nicht alle Tage gelingt.

Man könnte also eigentlich ganz schön stolz sein auf sich und Herrn Markwort. Tatsächlich aber macht sich zumindest ein Teil der Redaktion Sorgen um den Ruf des Senders, der sich ja schließlich “öffentlich-rechtlich” nennt und daraus auch einen so genannten “Programmauftrag” ableitet. Was der genau ist, weiß niemand, denn der Begriff ist recht schwammig. Klar ist nur, dass darin eine Verpflichtung zur Ausgewogenheit der Berichterstattung (was immer man darunter verstehen mag) sowie die Achtung der Menschenwürde zu subsummieren ist.

Manche legen den Programmauftrag aber auch sehr viel weiter aus und sehen es deshalb als Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Senders an, die Zuschauervor sich selbst zu schützen und sich zur moralischen Instanz aufzumanderln. Und so berichten zuverlässige Quellen, dass es in der letzten Redaktionskonferenz des Bayerischen Fernsehens ähnlich hoch herging wie an einem Wirtshaus- oder einem Fernseh-Stammtisch. (weiterlesen …)