Archiv für die Kategorie ‘Internet & Co.’

Von Sinn und Unsinn Digitaler Einsiedelei

Sonntag, 23. August 2015
Yoda lässt grüßen!

Yoda lässt grüßen!

Unser Wiener Käsblättle (a.k.a Die Presse am Sonntag) setzt ihre Serie von hinterhältigen kulturpessimistischen Technophobie-Attacken heute mit der Überschrift „Auszeit im sozialen Exil“ fort. Es handelt sich um eine Reportage über eine Dame, die beschlossen hat, ein halbes Jahr lang die digitalen Brücken hinter sich abzubrennen und ins soziale Exil zu gehen.

Ianina Ilitcheva heißt sie und gibt als Berufsbezeichnung „Künstlerin“ an. Sie hat sogar ein Buch darüber geschrieben, das sie „183 Tage“ nannte und in dem sie auf sage und schreibe 288 Seiten von – ja wovon denn: eigentlich von nichts, also dem Fehlen von etwas, nämlich der sozialen Kommunikation – erzählt. Angeblich wollte sie herausfinden, aus welchen Quellen sie ihre Inspiration schöpfen würde, wenn sie den Kontakt zur Außenwelt abstellt. „Für mich war die wichtigste Frage: Brauche ich für meine Arbeit Einflüsse von außen, oder hab ich so viel in mir angesammelt, dass ich daraus schon etwas machen kann?“

Frau Ilitcheva hatte dazu nur 32 Jahre Zeit, denn sie ist 1983 in Usbekistan geboren. Sie studierte bis vor kurzem an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und legt gerade ein Zweitstudium über Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst nach. Sie beschreibt, wie sie ein Abschiedsfest feierte und sich dann in ihre Wohnung zurückzog. Manchmal sei sie nachts alleine durch die Wiener Straßen gegangen. Einmal im Monat meldete sie sich mit einem Blogeintrag bei Freunden und Kollegen, damit sie wüssten, dass sie noch lebt. Dann starb auch noch ihr alter Hund, und sie spürte angeblich da erst, „dass man wirklich allein in einem leeren Raum ist.“

So ganz konsequent war sie wohl nicht. „Im Sinne des wissenschaftlichen Experiments“ eröffnete sie einen anonymen Twitter-Account und postete dort Selbsterfahrungen. Und einmal nahm sie eine Auszeit von der Auszeit, um in Spanien ein Kongress zu besuchen, wo es ihr „richtig seltsam und ungewohnt“ vorkam, „wieder mit Menschen zu kommunizieren.“ (mehr …)

Roboter sind die besseren Chefs

Samstag, 22. August 2015

robotchef KopieBei Robotern denken die meisten Menschen wahlweise an riesige Maschinen mit Greifarmen, die in Autofabriken in Reih und Glied stehen und dort Schwerstarbeit verrichten, oder an kleine Haushaltsroboter wie elektronische Staubsauger oder Sonys niedlicher Aibo, der wie ein Hündchen aussah und auf Knopfdruck Pfötchen gab oder sich auf den Rücken legen konnte. Das Wort „Robota“ ist slawisch und bedeutet so viel wie „Frondienst“ oder „Zwangsarbeit“. In der Literatur werden sie gerne als „Maschinenmenschen“ thematisiert, die meist entweder als Helfer oder als Bedrohung dargestellt werden.

In der Fertigung stecken Roboter meistens im Gefängnis, also in abgeschlossenen Gitterräumen, zu denen der Mensch keinen oder nur begrenzten Zutritt hat. Das liegt an der Gefahr, die tatsächlich von ihnen ausgeht: Wer nicht aufpasst, könnte dem Roboterarm in die Quere kommen und sich schwer verletzen oder sogar sterben, bevor irgendjemand auf den Stoppknopf drücken kann. Aber die Tage des Roboters in der Zelle sind bald vorbei. Im Zeitalter autonomer Maschinen wird es möglich sein, den Roboter bald endgültig von der Leine zu lassen. (mehr …)

Ulysses liest sich am besten analog und digital – gleichzeitig!

Montag, 17. August 2015
Seite an Seite, Seite um Seite...

Seite an Seite, Seite um Seite…

Seit Jahren wird darüber gestritten, ob elektronische Bücher je ihre Vorgänger, die aus toten Bäumen gemacht werden, verdrängen können oder nicht. Puristen halten am gebundenen Buch fest, Digerati wie ich schwören auf ihren Kindle und würden am liebsten die Bücherverbrennung wieder einführen (wegen des Heizwerts!). Aber ich denke, die Wahrheit liegt wieder mal, wie so oft, irgendwo in der Mitte.

Vorausgeschickt sei das Geständnis, dass es mir bislang noch nie gelungen ist, Ulysses, das Schlüsselwerk von James Joyce, dem Aushängeschild der literarischen Avantegarde des 20sten Jahrhunderts, zu Ende zu lesen. Ja, ich habe es schon oft probiert, sicher ein Dutzendmal in den letzten 40 Jahren. Und ich schäme mich deshalb auch, weil ich ja einmal an meiner amerikanischen Uni moderne Literatur studiert habe und mir die „Lost Generation“ um Hemingway, Fitzgerald, Steinbeck, Los Passos, Faulkner oder Gertrude Stein innig vertraut sind. Nur an dem, von dem viele sagen, er sei der Größte gewesen, bin ich immer gescheitert.

Ich bin schon auf dem Martello-Turm in Sandycove bei Dublin gestanden, wo Buck Mulligan mit dem Rasierbecken die Heilige Messe verballhornt, habe Stephen Deadalus zur Schule und zum Strand begleitet und habe immer wieder gemeint, den Duft der verbrannten Lammniere zu riechen, die Leopold Bloom zum Frühstück brät. Aber irgendwie war spätestens in dieser vierten von 18 Episoden, aus denen sich Ulysees zusammensetzt, für mich Endstation. Ich legte das dicke Trumm zur Seite, um mich mit leichter Kost abzulenken, und dort lag es dann wochenlang, bis ich es endlich wieder ins Bücherregal räumte.

Ich bin übrigens keineswegs allein: Ich kenne viele Leute, die es nur bis zur Niere geschafft und dann aufgegeben haben, Irgendwie ist das so eine Schlüsselstelle, an der sich die literarische Spreu vom Weizen trennt. Dabei würde ich ja so gerne den berühmten Monolog der Molly Bloom lesen um die ganze Aufregung zu verstehen, die dazu geführt hat, dass Ulysses jahrelang beidseits des Atlantik verboten war (nur nicht in Irland, wie der Spiegel noch 1961 fälschlicherweise behauptet hat). Aber so weit bin ich eben noch nie gekommen, und mein Schamgefühl verbot es mir immer, einfach nach hinten zu blättern und zu „spicken“. (mehr …)

Digitale Transformation: Nur wer mitmacht, kann gewinnen

Montag, 03. August 2015

Digitale Transformation hat weniger mit Technologie und mehr mit Infrastruktur, mit Organisationsmodellen und mit Führungsqualität zu tun. Es geht um ein neues Bewusstsein, das vielleicht am besten mit dem Schlagwort „digital first“ beschrieben werden kann: Die Ausrichtung aller unternehmerischen Aktivitäten darauf, den maximalen Nutzen aus dem Einsatz neuer Digitaltechnologien zu ziehen.

Das heißt, nicht das Sammeln von Daten ist wichtig, sondern die Kompetenz, Zusammenhänge besser zu verstehen. „Eine wesentliche Stärke von Big Data ist die Fähigkeit, Korrelationen und Muster dort zu erkennen, wo Menschen nur Datenchaos sehen“, wie Daniel Fallmann von der Firma Mindbreeze in Linz  behauptet.

Das Geschäftsmodell von Fallmann ist ein Teil der Abfallwirtschaft: das Recyceln digitaler Datenhalden. Der Chef der Linzer Firma Mindbreeze möchte eine Art „Google für Unternehmen“ schaffen: ein Gerät, das tief in das Innerste von Systemen eindringt und die dort schlummernden Informationsschätze durchsuchbar und damit auffindbar macht. Damit will er Chefs und Sachbearbeitern ein Werkzeug in die Hand geben, das vorhandenes Wissen in einen verwertbaren Rohstoff umwandelt. (mehr …)

Vor 20 Jahren: Mobiltelefone auf den Mond, bitte!

Sonntag, 02. August 2015

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Die schottische Bergwacht würden laut einer Meldung im „Kölner Express“, eingesandt von aufmerksamer Leserin Barbara Meinert, die Mobiltelefone am liebsten auf den Mond schießen. Immer öfter, so die Zeitungsschreiber, rufen Bergsteiger beim Notdienst an, um kühle Getränke oder warme Suppen zu bestellen. Dass allerdings ein ganz unverschämter Mobilfunker angeblich um neue Batterien für sein Handy gebeten haben soll, halte ich dagegen für eine echte Zeitungs-Ente.


Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 2. August 1995 im Cole-Blog

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Die Retoure als Chance

Montag, 22. Juni 2015

RetourenKunden wollen heute Produkte nicht nur kaufen, wann und wo sie wollen, sie wollen sie auch zurückgeben können, wann und wo sie wollen. Die Logistik muss damit klarkommen können, dass ein Kunde die Waren per Paketpost oder im Laden zurückgeben oder notfalls bei sich daheim abholen lassen kann, wenn es für ihn praktisch und bequem ist. Die Herausforderungen an die Sendungsverfolgung, an die betroffenen Mitarbeiter und an das Rechnungswesen sind enorm, müssen aber gemeistert werden, wenn der Kunde bei (Kauf-)Laune gehalten werden soll.

Das alles sind direkte Folgen der neuen Macht des Kunden im Internet-Zeitalter und der einsetzenden Digitalen Transformation. Und auch wenn es dem Anbieter nicht passt: Er hat keine Alternative, als diesen Veränderungsprozess mitzugehen. Schließlich gilt auch hier: Nur wer mitmacht kann gewinnen!

Gerade am Thema Retouren zeigt es sich, wie schnell sich das Kundenverhalten ändern kann, aber auch wie wichtig es ist, seine Kunden zu kennen, sie zu verstehen und sie vor allem stets zufrieden zu stellen.

Elektronik und Mode sind heute die beiden absoluten Renner im Onlinehandel. Laut Statista machen sie jeweils fast 20 Prozent vom E-Commerce-Umsatz in Deutschland aus. Beide bedeuten für den Händler einen erheblichen logistischen Aufwand, denn Retouren müssen, bevor sie als Neuware ein zweites Mal verkauft werden können, erst eine aufwändige Qualitätskontrolle durchlaufen.

Eine Retourenquote jenseits der 40 Prozent ist zum Beispiel in der Fashion-Branche keine Seltenheit. Zalando, der Marktführer im deutschen Online-Textilhandel, berichtet sogar von mehr als 50 Prozent Rücksendungen. Daran ist das Berliner Unternehmen aber mehr oder weniger selber schuld, denn es wirbt schließlich mit dem Slogan: „Schrei vor Glück oder schick’s zurück“. (mehr …)

Intelligenz der Zukunft: Wie Computer für uns Denken lernen

Mittwoch, 17. Juni 2015
So seh ich mich von einer ganz neue Seite...

So seh ich mich von einer ganz neue Seite…

Der Mensch ist das intelligenteste Wesen der Welt, aber seine Intelligenz ist das Ergebnis eines Jahrtausende dauernden Evolutionsprozesses, und der ist noch längst nicht abgeschlossen. Wie sieht die Zukunft der Intelligenz aus, und wie Intelligent wird unsere Zukunft sein? Welche anderen Formen von Intelligenz sind möglich? Wie ist der aktuelle Stand der Computerforschung, die kurz vor dem Durchbruch zu “lernfähigen” Systemen steht, so genannten “kognitiven Computern” steht?

Das alles sind spannende Fragen, die ich in Vorträgen und Keynotes zu beantworten versuche. Daran erinnert hat mich Knut Seidel, der Chef der Redneragentur Orators, der seine Homepage kürzlich komplett neu überarbeitet hat und wo er eine Seite für mich und meine Vortragsthemen reserviert hat. „Cole nimmt seinen Zuschauern die Angst vor den typischen Horrorstories aus dem Bereich des Science Fiction“, steht dort. Und es stimmt: Der Computer wird den Menschen nicht versklaven; er wird ihm helfen, komplexe Denkaufgaben besser zu lösen, als es mit Hilfe von “Intelligenz 1.0″ heute möglich ist. Solche Systeme werden die Krebsforschung revolutionieren, Wirtschaftskatastrophen wie die jüngste Bankenkrise verhindern und den Verkehr auf unseren Straßen flüssiger fließen lassen.

Dass Computer für den Mensch geistig tätig werden können, ist ein ähnlich revolutionärer Schritt wie die Automatisierung der Produktion (Arbeitsquantität und -qualität), der “physischen Überlegenheit” von Maschinen (Flugzeuge, Waffen…) und der Erfindung neuer Werk- und Wirkstoffe (Kunststoffe, Medikamente…), die ebenfalls erst von Menschen erfunden wurden, damit sie dem Menschen dienlich sind. Was dem Menschen nützt, soll auch gemacht werden. Meine ich, jedenfalls: Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, die die menschliche Intelligenz ergänzt und erweitert, werden wir selbst bessere Menschen werden, mit der Fähigkeit, Probleme zu lösen, die bislang weit außerhalb unseres (Denk)vermögens standen.

Aufwerten statt anheuern

Donnerstag, 28. Mai 2015

Die besten Leute sind schon da! In den Zeiten des demoskopischen Wandels und der versiegenden Talentquellen sollten Unternehmen überlegen, ob des nicht besser wäre, statt neue Leute zu suchen lieber die bestehenden Leute durch Qualifizierung und Weiterbildung aufzuwerten.

Der „War for talent“, der Krieg um die immer knapper werdenden Talente, ist schließlich längst in vollem Gange. Und er wird nur nochs chlimmer werden.  Laut einer Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) vom Frühjahr 2015 werden in Deutschland bis 2029 zwischen 84.000 und 390.000 Ingenieure fehlen. Bereits im Jahr 2009 warnte das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) davor, dass in den nächsten Jahren 220.000 Stellen in den so genannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) unbesetzt bleiben könnten.

„Nur starke Arme zu haben, reicht nicht mehr für die Vermittlung eines Lagerarbeiters – er muss auch mit der Lagersoftware umgehen können,“ sagt Dr. Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich. Hilfsarbeitertätigkeiten verlagern sich, so seine Beobachtung, immer mehr vom produzierenden Gewerbe auf den Dienstleistungssektor, wo erhöhte Anforderungen an die sprachliche und soziale Kompetenz gestellt werden. Von Reinigungskräften in einem Hotel werden heute – anders als früher – gute deutsche Sprachkenntnisse erwartet. Deshalb, so Kopf, bräuchten Geringqualifizierte besonders dringend Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten.

Mitarbeiterqualifikation wird deshalb in den kommenden Jahren immer mehr in den Fokus deutscher Unternehmen rücken – rücken müssen! Hier kann Digitaltechnik helfen. Leistungsfähige mobile Endgeräte und die zur Verfügung stehenden Bandbreiten bei der Datenübertragung haben in den letzten Jahren das Thema E-Learning auch im Unternehmen zunehmend interessant gemacht. (mehr …)

Die neue Macht der Bewerber

Sonntag, 24. Mai 2015
Vorsicht, "Schwimmring-Effekt"!

Achtung, „Schwimmring-Effekt“!

Die deutsche Wirtschaft steht vor einem tiefen Abgrund, und er kommt jeden Tag einen Schritt näher. Die Ursachen liegen etwas mehr als ein halbes Jahrhundert zurück, als die Deutschen nämlich kollektiv beschlossen haben, kaum noch Kinder in die Welt zu setzen.

Um sich ein Bild des Abgrunds vor Augen zu führen genügt ein Blick auf die so genannte Alterspyramide, die inzwischen längst kein spitz zulaufendes Dreieck mehr ist, sondern eher wie ein dickleibiger Fettkloß mit Schwimmring um die Hüfte aussieht. Das ist die Generation der so genannten „Babyboomer“: die Kinder des Wirtschaftswunders, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden und die sich jetzt geschlossen in den mehr oder weniger wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Und nach ihnen kommt der Abgrund.

„Seit Jahrzehnten konstant niedrige Geburtenraten und eine immer weiter steigende Lebenserwartung haben die Altersstruktur der Bevölkerung nachhaltig verändert. Der Anteil der älteren gegenüber den jüngeren Menschen wächst beständig, gleichzeitig schrumpft Deutschland, weil es immer weniger Nachgeborene gibt.“ Das schrieb Hans Dietrich von Loeffelholz schon 2011 in einer Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“.

Es ist also nicht so, als ob wir es nicht gewusst hätten. Und dennoch gab es erstaunte Gesichter, als im Frühjahr 2015 der VW-Personalvorstand Horst Neumann auf einer Tagung des Bundesarbeitsministeriums in Berlin bekannt gab, dass sein Unternehmen in den nächsten zehn Jahren massiv in neue Robotertechnik investieren will – also genau in jene „Jobkiller“, gegen die Gewerkschaftler seit Jahren vergeblich warnen. Zur Begründung machte Neumann eine Rechnung auf: Durch den demografischen Wandel würden in den nächsten 15 Jahren rund 32.000 Beschäftigte mehr das Wolfsburger Unternehmen verlassen als im langjährigen Durchschnitt. Und Neumann sieht keine Chance, sie zu ersetzen. (mehr …)

Googlegedon: Der Tanz wird schneller

Dienstag, 28. April 2015
He, alte Schlafhaube!

He, alte Schlafhaube!

Den Webdesignern verbindet eine tiefe Hassliebe mit Google. Jeder möchte ja mit seiner Webseite möglichst an erster Stelle unter den Suchergebnissen stehen, und um das zu erreichen wird viel Zeit, Geld und Grips investiert für das so genannte „Search Engine Optimization“, auch „SEO“ genannt. Viele kluge und fleißige Menschen verdienen jeden Tag ihr Geld damit, Google quasi auszutricksen, um ihren„Page Rank“ zu verbessern. Schließlich hängt davon ja auch der wirtschaftliche Erfolg ab: Kunden sind in der Regel nicht bereit, nach unten zu scrollen. Wer also nicht einer der Ersten ist, bei dem brechen die Konversionsraten schnell zusammen, also das Verhältnis zwischen Seitenaufrufen und tatsächlichen Kaufabschlüssen. Und das ist ja am Ende des Tages das, worum es im E-Commerce geht.

Google hüllt sich meist in Schweigen wenn es um den „Google Algorithm“ geht, also um die Meßlatte, die Google anlegt, wenn es seine „Crawler“ genannten Softwareroboter ausschwärmen lässt, um die Websites der Welt zu schätzen. Klar ist nur, dass es immer wieder Veränderungen und Anpassungen gibt, und zwar meistens ohne Vorwarnung. Die Such-Optimierer merken es nur, wenn plötzlich der Auftraggeber anruft und schimpft, weil der Verkehr auf seiner Homepage plötzlich nachgelassen hat und sein Umsatz sinkt.

In der Branche hat sich der Begriff des „Google Dance“ eingebürgert, der zwar eigentlich den Update-Prozess selbst beschreibt, aber auch sehr gut zu der hektischen Betriebsamkeit passt, die Google in den SEO-Agenturen auslöst, wenn wieder mal am Algorithmus gedreht worden ist: Da tanzt tatsächlich oft der Bär! (mehr …)