Archiv für die Kategorie ‘Internet & Co.’

Börsenbetrug mit Lichtgeschwindigkeit

Sonntag, 13. April 2014

Flash

Das Wort „Flash“ hat im Englischen eine Reihe von Bedeutungen, die allesamt etwas Flüchtiges, Halbseidenes bezeichnen. Zunächst bedeutet es einfach „Schein“  oder „Blitz“, also ein kurzlebiges Aufflackern eines Lichtstrahls oder Blitzes („a flash of lightning“) – daher auch der neuzeitliche Begriff des spontanen “Flash Mob”. Die Älteren unter uns werden sich noch an Mick Jagger’s „Jumpin‘ Jack Flash“ erinnern, in dem Keith Richards einen elektrisierender, dreieinhalbminütigen  Gitarren-Riff losließ, den der Kritiker Steven Appleford als „Funken sprühenden, perfekten teuflischen Ausbruch voller roher, treibender Kraft und ursprünglicher Energie“ beschrieb. „Flash“ kann aber auch im Sinne von „mehr Schein als Seinen“ (wie es in dem unvergesslichen Kulturführer „Musikbluff für Anfänger“ des seligen Satiremagazins „Pardon“ hieß) verwendet werden, also eher abfällig. Ein „Flash Cove“ war im 19ten Jahrhundert eine geläufige Bezeichnung für  einen Gauner oder Taschendieb.

So muss man auch den Titel des aktuellen Bestsellers von Michael Lewis verstehen, der in „Flash Boys“ (bei Campus unter dem Titel „Flash Boys – Revolte an der Wall Street“ auf Deutsch erschienen) einen der größten und gleichzeitig am hartnäckigsten ignorierten Finanzskandale der Neuzeit enthüllt. Es geht um superschnelles Handelssysteme und so genanntes „Flash Trading“, die aus dem großen weltweiten Börsenspiel ein abgekartetes Geschäft gemacht haben, bei dem jeder, der sein Geld in Finanzprodukte welcher Art auch immer anlegt, systematisch von einer Handvoll skrupelloser Abzocker angeschmiert und ausgenommen wird.

Anders ausgedrückt: Jeden Tag werden Milliarden von dem abgeschöpft, das Anleger zur Finanzierung von Unternehmen auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt haben. Statt dessen landet das Geld in der Tasche von Finanzhaien, Investmentbankern und Computerprofis, die Hand in Hand arbeiten, um kleine und große Anleger systematisch auszunehmen wie eine Weihnachtsgans. Und das Schlimmste ist: Es ist völlig legal! Zynisch ja. Unmoralisch auch. Aber leider (noch) nicht verboten. (mehr …)

Warum die Franzosen lieber Pastis trinken als E-Mails lesen!

Freitag, 11. April 2014
Der fleißige Deutsche? Das war einmal...

Der fleißige Deutsche? Das war einmal…

Der Feierabend ist dem Franzosen heilig – so heilig, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber jetzt sogar eine Vereinbarung abgeschlossen haben, die das Lesen von geschäftliche E-Mails nach 18 Uhr verbietet. So stand es jedenfalls in amerikanischen Medien, was sofort bei mir die Frage aufwarf: Was passiert, wenn sie es doch tun? Logisch zu Ende gedacht müsste es ja Strafen geben. Wie viel kostet es, wenn ich im Straßencafe sitzend mit dem iPhone in der Hand erwischt werde? Hat die Polizei das Recht, meine Mailbox nach Zeitstempeln zu durchsuchen?

In Wahrheit ist die Sache natürlich weit weniger aufregend: Arbeitnehmern wird lediglich empfohlen, nach 18 Uhr nicht mehr auf Mails zu reagieren. Und es sind auch nicht alle Franzosen, sondern nur diejenigen, die in bestimmten besonders von Überarbeitung bedrohten Branchen wie Technologie oder Unternehmensberatung, also beispielsweise Angestellte von Google oder Deloite in Frankreich.

La grande nation ist ja schon lange das Ziel hämischer Anwürfe aus den USA ob ihrer laxen Arbeitsmoral, die bekanntlich 2008 in der Einführung der 35-Stundenwoche gipfelte. Der Franzose als fauler Hund, der lieber an einem Glas Pastis nimmt und sich ´ne Gauloise reinzieht als wie ein aufrechter Angloami seine protestantische Arbeitsethik auszuleben: Das passt auch schön ins deutsche Weltbild. Schließlich sehen sich die Menschen hierzulande ja auch als selbstversklavte Rackerer, die keinen Feierabend finden. Womit haben wir schließlich das Wirtschaftswunder geschafft, wenn nicht durch Ärmelaufkrempeln und Zupacken, bis der Arzt kommt. Laut Statistischem Bundesamt leiden immerhin zwischen sieben und acht Prozent aller Mitarbeiter bei großen DAX-Unternehmen am gefürchteten „Burnout-Syndrom“. (mehr …)

Mit dem iPad ins Büro

Mittwoch, 02. April 2014
Office bleibt eben Office!

Office bleibt eben Office!

Die beste Nachricht des Jahres für Windows-Benützer, die gleichzeitig Besitzer eines iPad sind, ist schon da, und abei ist das Jahr erst drei Monate alt! Dass die unsinnige Weltentrennung  bereits aufgeweicht worden ist, wurde auf czyslansky.net bereits gebührend gefeiert (siehe „Endlich: Der iPad kann jetzt Windows!“). Aber dazu musste man sich eines Umwegs über eine App namens  ParallelsAccess bedienen. Aber jetzt ist die Sache (fast) perfekt.

Microsoft hat seinen jahrlangen Widerstand aufgegeben sein Kernprodukt, nämlich „Office“ als App auf den iPad portiert. Der einzige Haken: Man muss ein Abo für Windows 365 abschließen, was 99 Euro im Jahr kostet. Dafür kann ich es aber auf bis zu 5 PC, Macs oder eben auch iPads verwenden, was in einem so gerätintensiven Haushalt wie dem unseren durchaus ein Vorteil ist. (mehr …)

„Wir stehen erst am Anfang“

Donnerstag, 27. März 2014
Mein Gott war der damals jung! (TBL anno 1991)

Mein Gott war der damals jung – wie wir alle! (TBL anno 1991)

Im März 2014 feiert das World Wide Web 25jähriges Jubiläum. Als Tim Berners-Lee 1989 seinen Vorschlag bei der Leitung des Kernforschungszentrums CERN in Genf einreichte, dauerte es ja noch ein paar Jahre, bis das Web tatsächlich mal lief. Ich war damals aber schon in diversen so genannten „Bulletin Boards“ unterwegs. Wir surften damals noch im Schneckentempo über Akustikkoppler, in die man einen Telefonhörer legte und wie beim Faxgerät die Daten über akustische Signale hin und her geschickt wurden.

Zum ersten Mal im Web war ich erst 1992, da gab es auf der ganzen Welt erst ungefähr 400 Web-Server, und der Web-Browser war noch nicht erfunden. Man gab stattdessen lange Befehlszeilen im UNIX-Code ein und wartete, ob etwas passiert. Aber es ging dann alles ganz schnell. Schon 1995 habe ich angefangen, einen „Online-Tagebuch“ zu veröffentlichen, also den wahrscheinlich allerersten deutschsprachigen Blog – nur hieß er noch nicht so, weil das Wort erst noch erfunden werden musste.

Das Web ist im Übrigen ja nicht das einzige, das dieses Jahr Jubiläum hat. Die Simpsons werden heuer 25. Vor 25 Jahren wurde der erste GPS-Navigationssatellit ins All geschossen. 1989 war auch das Jahr, in dem der Game Boy vorgestellt wurde. Ich denke, daran sieht man einerseits, wie lange das alles her ist und andererseits wie sehr sich die Welt inzwischen verändert hat.

In unserem Buch „Digitale Aufklärung“ schreiben Ossi Urchs und ich: „Alles, was sich digitalisieren lässt, wird digitalisiert; alles was sich vernetzen lässt, wird vernetzt – und das verändert alles.“  Und es stimmt: Ob in der Kommunikation, in der Nachrichtenverbreitung, dem Einkaufen, der Unterhaltung oder der Arbeitswelt – überall hat die digitale Revolution tiefe Spuren hinterlassen und unser Leben verändert. Und dabei stehen wir erst am Anfang!

Und wie geht es weiter? Man muss mit Prognosen sehr, sehr vorsichtig sein. Wer hätte vor fünf Jahren vorhersagen können, dass mehr als 50 Prozent aller Internet-User mit einem mobilen Endgerät, einem Smartphone oder einem Tablet-PC, im Web unterwegs sein würden? Facebook war vor sieben, acht Jahren höchstens ein paar Studenten in Harvard bekannt – heute nutzen es mehr als eine Milliarde Menschen weltweit.

Ich denke, das Web wird zunehmend die Grenzen zwischen unserer physikalischen Realität und der virtuellen Realität verschwimmen lassen. Google hat jetzt einen Vertrag mit dem größten Brillenhersteller der Welt geschossen, um seine Web-Brille „Google Glass“ massenhaft herzustellen. Wir werden uns zunehmend darauf verlassen, dass wir jederzeit und überall Informationen abrufen, Produkte einkaufen und Unterhaltungsangebote nutzen können, die im Web angeboten werden. Dieses Leben wird schneller verlaufen, weil Digitalisierung die Dinge automatisch beschleunigt. Damit werden wir erst lernen müssen umzugehen. Aber mit dem Web ist es im Grunde wie mit dem Mobiltelefon: Die Leute vergessen immer, dass es auch diesen kleinen roten Knopf gibt. Wer sich überfordert fühlt, der kann einfach abschalten…

Ehrenmann 2.0

Samstag, 15. März 2014

Nachdem sich so ziemlich jeder zur Causa Hoeneß zu Wort gemeldet hat, bin ich wohl jetzt dran. Für mich ist klar: Der Mann ist ein Verbrecher und wandert zu Recht für dreieinhalb Jahre hinter Gittern.

Aber andererseits: Der Mann ist ein Vorbild für uns alle, vor allem aber für die Jugend. Oder er war es jedenfalls mal, bis ihn der Spieltrieb packte. Der Rest ist bekannt.

Die Frage, die mich beschäftigt ist aber eine andere, nämlich: Warum hat er auf Rechtsmittel verzichtet und sich sozusagen in vorauseilendem Gehorsam zum Strafantritt angemeldet? Ich bin ja Berufszyniker, und ich unterstelle Menschen wie ihm, die sich bis an die Spitze von Politik, Wirtschaft oder eben auch von Sport emporgewurschtelt haben, dass sie es vor allem mit den Ellenbogen geschafft haben, also über eine gehörige Portion Rücksichtslosigkeit und Eigennutz verfügen. Da passt eine solche Geste so gar nicht ins Bild, oder?

Oder vielleicht doch? Denn ein Mann wie Uli Hoeneß hat sozusagen eine geschichtliche Dimension, und der ist er sich vermutlich durchaus bewusst. Als was will ein 62jähriger, dem klar sein muss, dass er sich im letzten Lebensabschnitt befindet (ich weiß, wovon ich rede: er ist Baujahr 1952, ich 1950), später in Erinnerung bleiben? Als Steuerbetrüger? Oder als netter Kerl, der halt mal einen kapitalen Fehler gemacht hat, aber durch tätige Reue gezeigt hat, das in ihm doch noch echte Werte stecken? (mehr …)

Hau den Recep

Samstag, 08. März 2014
Lachnummer

Ja wo isser denn, der böse Facebooker?

Recep Tayyip Erdogan, der türkische Ministerpräsident, hasst das Internet. Vor allem Facebook und YouTube sind ihm ein Dorn im Auge, seitdem dort ständig Mitschnitte seiner peinlichen Telefongespräche auftauchen und sich seine Gegner per Social Web zu Flashmobs gegen seinen zunehmend diktatorischen Regierungsstil formieren.

Er ist da natürlich in bester Gesellschaft. Vladimir Putin ist auch kein großer Fan, die gesamte chinesische Führungselite erst recht nicht, von den Ayatollahs und Militärdiktatoren in stockkonservativen islamischen Ländern von Iran bis Ägypten mal ganz abgesehen.

Erdogan & Co. würden am liebsten das ganze Social Web abschalten, was „Imam Beckenbauer“ (ein Spitzname, den ihn seine Liebe zum Fußballspiel einbrachte) seinen Anhängern neuerdings im Lokalwahlkampf verspricht, weil sie „Spionage und Sittenverfall“ erzeugen. Worüber er nicht spricht ist, wie er das denn bewerkstelligen will. (mehr …)

Wie Frau Watson die Computer-Zukunft sieht

Freitag, 07. März 2014
"Ich glaube, dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind.“

“Ich glaube, dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind.“ (Martina Koederitz)

Wir stehen in der Computerei am Ende einer Ära und kurz vorm Übergang zu einer ganz neuen, nämlich dem Zeitalter lernfähiger Maschinen. Das wird tiefgreifende Folgen für die Art und Weise haben, wie wir mit Daten umgehen und wird unser Verhältnis zum Computer auf eine neue Ebene hieven, keine Frage. Die heute verwendete Von-Neumann-Architektur, die der in Budapest geborene US-Mathematiker John von Neumann bereits 1945 beschrieb und die bis heute Grundlage aller gebräuchlichen Rechnersysteme ist, arbeitet nach dem SISD-Prinzip (Single Instruction, Single Data), können also immer nur eine Information nach der anderen abarbeiten. Das führt zum so genannten „Von-Neumann-Flaschenhals“, einer Engstelle, die vom deutschstämmigen Informatiker und Erfinder der Programmiersprache Fortran, John W. Backus, beschrieben wurde.

Solche Computer können immer nur eine Sache auf einmal machen (im Englischen auch als „word-at-a-time thinking“ bezeichnet), erzwingt also einen expliziten Sequentialismus.  Da bei ihnen Datenspeicher und Verarbeitungschip getrennt sind, können sie nur vom Programmierer vorgegebene Arbeitsschritte ausführen, nach dem Motto: „Wenn x, dann y“. Solche Computer sind erstens zu langsam und zweitens nicht intelligent genug, um mit den riesigen Informationsmengen zurecht zu kommen, die im Zusammenhang mit Big Data anfallen. (mehr …)

Ganz legale Piraterie

Donnerstag, 06. März 2014

Dieses Bild hätte mich bis gestern locker 1200 Euro kosten können. Es stammt aus der berühmtesten Bilddatenbank der Welt, nämlich von Getty Images, und die fackeln nicht lange, wenn sie irgendwo ein Foto sehen, das von einem ihrer Lichtbildhauer stammt und für das keine Linzenzgebühr bezahlt worden ist.

Bis gestern, wie gesagt. Da hat Getty eingesehen, dass es keinen Sinn mehr macht, jeden kleinen Blogger auf der Welt mit Anwalt und Abmahnung zu verfolgen. Im Angelsächsischen haben wir ein schönes und sehr weises Sprichwort: “If you can’t beat them, join them”. Übersetzt heißt das so viel wie: Wenn du sie eh nicht besiegen kannst, dann schließe dich ihnen an. Die Abmahnerei hat Getty ganz schön Arbeit gekostet und sie nebenbei in Bloggerkreisen zu einem der meistgehassten Markennamen der Welt gemacht. (mehr …)

Kundenkommunikation im Blattgolden-Zeitalter

Donnerstag, 27. Februar 2014
Wir sind das Volk!

Wir sind das Volk!

Es ist in letzter Zeit in der Diskussion um das Internet eine gewisse Desillusionierung zu spüren.  Das Internet sei „kaputt“, schrieb der Blogger Sascha Lobo in „Spiegel Online“. Das ist überzogen. Natürlich löst das Internet nicht alle Probleme der Menschheit, den Hunger, den Krieg, die Ungerechtigkeit kapitalistischer Systeme. Es gibt aber hoffnungsvolle Ansätze. Eine davon ist der so genannte Shitstorm – ein Phänomen, das in letzter Zeit oft im Mittelpunkt eines medialen Streits steht: Für die einen der Ausfluss ungezügelter Mobgewalt und Denunziantentum per Internet, für die anderen Symbol für die wachsende Macht des Einzelnen im Zeitalter der sich rasch ausbreitenden digitalen Vernetzung.

Shitstorms haben, wie mein Freund Ossi Urchs und ich in unserem neuen Buch “Digitale Aufklärung” schreiben,  auch die politisch-gesellschaftliche Dimension. Heute sind soziale und irtschaftliche Ungerechtigkeit große Themen. Die Occupy-Bewegung und ähnliche Aktionen sind direkte Auswirkungen dieses weltweiten Trends. Shitstorms sind es auch, nämlich sozusagen die Fleischwerdung der neuen Macht des Kunden. In ihnen offenbart sich gleichzeitig der Unmut des Einzelnen über ein als „unsozial“ empfundene Marktwirtschaft, in der er sich zunehmend als Opfer sieht, und die Freude über das Gefühl, endlich etwas dagegen tun zu können. Es ist, als ob wir alle plötzlich auf die digtale Straße gehen und laut und vernehmbar ausrufen können: „Wir sind das Volk!“ (mehr …)

Schwarze Löcher im Internet

Samstag, 22. Februar 2014
Frei oder umsonst?

Frei oder umsonst?

In den USA tobte 2012 eine heftige Debatte über SOPA und PIPA, zwei Gesetzesvorlagen im US-Kongress, die Piraterie und Content-Klau verhindern sollten. Namhafte Technologiefirmen und Inhaltsanbieter wie Google oder Wikipedia griffen zu dem wohl äußersten Mittel, das ihnen zur Verfügung stand: sie schalteten ihre Websites einfach für ein paar Stunden ab! Die Schwarzen Löcher im Internet haben Wirkung gezeigt: Selbst Abgeordnete, die an der Formulierung der Gesetzesvorlagen mitgewirkt haben, sind inzwischen auf das Bremspedal getreten und wollen, wie Senator Marco Rubio von den Republikanern, ein Co-Autor von SOPA, das Ganze jetzt etwas langsamer angehen, um Zeit zum Nachdenken über mögliche negative Konsequenzen für die Meinungsfreiheit zu gewinnen.

In unserem neuen Buch, “Digitale Aufklärung – Warum uns das Internet klüger macht” haben Ossi Urchs und ich versucht, das Modell des „free content“ mal zu Ende zu denken. Firmen (zum Beispiel Print- und Musikverlage oder Filmverleiher) sollen ermuntert werden, die zur Verfügung gestellten Informationen durch Dienstleistungen zu monetarisieren. Das gilt auch für Informationen, die von den Nutzern selbst zur Verfügung gestellt werden. Facebook tut das bereits im großen Stil: Es  durchforstet die Profilseiten und Postings von einer Milliarde Nutzern und verkauft diese „veredelten“, also mit Angaben über Vorlieben oder Konsumgewohnheiten der Nutzer angereicherten Informationen an werbungtreibende Unternehmen weiter, die damit wesentlich zielgenauere Werbekampagnen als je zuvor ersinnen können und hoffen, damit reich zu werden. Das passt den –zahlungsunwilligen – Nutzern aber auch nicht, denn sie fühlen sich ausspioniert und zu gläsernen Verbrauchern degradiert.

Was nun? Sollen sie, oder sollen sie nicht? Das ist inzwischen das große Dilemma des Internetzeitalters geworden: Wir alle wollen hochwertige Inhalte für lau, aber wenn die Wirtschaft darauf eingeht und tatsächlich anfängt, alternative Einnahmequellen zu erschließen, ist es uns auch wieder nicht recht. (mehr …)