Archiv für die Kategorie ‘Internet & Co.’

Information wants to be free (but not necessarily free of charge)

Donnerstag, 18. Dezember 2014
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Thanks, Eric Tachibana!

It was the mantra, the rallying cry of an entire generation of early Internet users: “Information wants to be free”. First formulated back in 1984 by Steven Levy in his book Hackers: Heroes of the Computer Revolution, the sentence was always open to different interpretations. For some, it meant “free” as in “liberty”, a freedom to say and do whatever you want (at least as long as your freedom doesn’t infringe on someone else’s). But for others, “free” had another meaning completely, namely “free of charge”.

In the early days of the World Wide Web, especially, “paid content” was a dirty word, and Internet activists argued for ages about whether “commercialism” should even be allowed online.

Artists, writers and musicians, these starry-eyed enthusiasts claimed, could and should present their collective efforts online for free. To make a living, they would use the Web as a place to advertise: musicians would give away songs for free in order to get people to attend their live concerts; writers would collect a huge following of people who would rush to bookstores (or to Amazon, which was still struggling to get started) and buy their deathless prose. And the best thing was: They wouldn’t need a publisher because they could self-publish cheaply and easily and thus cut out the middlemen who were skimming off all the profits anyway. Whoever heard of a rich author (unless your last name happened to be Grisham, King or Rowling.

Yes, those were heady days, but by now, 15 or 20 years later, we have all sort of calmed down and realized that money makes the online world go round, too. (mehr …)

Information ohne Zusammenhang

Sonntag, 14. Dezember 2014

Ist Kopieren gut oder schlecht?  Nun, eine Berufsgruppe, die sozusagen von alters her vom Kopieren gelebt hat, sind die Journalisten. “Lieber gut abgeschrieben als schlecht selbst getextet” gehört zu den geflügelten Worten vieler Mitglieder dieser Zunft, ebenso wie der Spruch: “Einer guten Idee ist es egal, wer sie hat”.

Das hören die Kollegen natürlich nicht gerne. Im Gegenteil: Sie stürzen sich wie die Geier auf jeden Politiker, dem in der Doktorarbeit ein Plagiat nachgewiesen werden kann, was mittlerweile dank ausgeklügelter Software und dem Fleiß einer Schar von freiwilligen Saubermännern und -frauen ziemlich leicht geht.

Dabei sind Journalisten die größten Plagiatoren, die es gibt – und es ist sogar ihre ureigene Aufgabe. Der klassische Reporter ist schließlich nichts anderes als ein Jäger und Sammler. Er ist ständig auf der Suche nach Informationen, die er (jedenfalls meistens) nicht selbst erfunden hat, sondern die er „recherchiert“, also ausgegraben hat. Oft möchten die Besitzer dieser Information nicht, dass ihre Namen veröffentlicht werden, und dann spricht man in Fachkreisen stolz von „Enthüllungsjournalismus“.

Neben dem Reporten von Fakten hat der Journalist die Aufgabe, diese zu kommentieren, was häufig miteinander vermischt wird und die Gefahr der tendenziellen Berichterstattung in sich birgt. Deshalb gibt es in der Tradition des ordentlichen Journalismus auch die Grundregel, dass Kommentar und Berichterstattung streng voneinander zu trennen sind. Das ist in Deutschland anders. Hier sorgten staatliche Zensur und eine weitgehend parteienfinanzierte Presse im 19ten und frühen 20sten Jahrhundert dafür, dass Journalisten mit ihrer Arbeit meistens eine bestimmte Absicht verfolgen sollten: Sie gehörten einem Lager an, und sie neigten dazu, die Fakten danach auszusuchen, ob sie zu der jeweiligen politischen, kulturellen oder weltanschaulichen Botschaft passen, die sich der Journalist und das Blatt, für das er arbeitet, auf die Fahne geschrieben haben. Diese handverlesenen Fakten werden dann in einen Kontext gestellt, der zur jeweiligen Agenda passt. Sie werden also “rekontextualisiert” – nicht mehr und auch nicht weniger. (mehr …)

Agents, avatars and anonymity

Dienstag, 09. Dezember 2014
And who are you?

And who are you?

Our traditional way of thinking about privacy and intimacy no longer serve any meaningful purpose in a digitally networked world, so what’s the alternative? What could replace it? There are several likely candidates. One is the concept of “digital discretion” we have talked about at length in this chapter. Others are anonymity and pseudonymity.

Anyone who wants to be treated with discretion in the digital world, we believe, should be allowed to choose their own degree of exposure and, if they so desire, send a substitute instead; someone equipped and empowered to act as their representative dealing with others in the digital realm.

The word “avatar” has been around long before the 2009 film of that name by James Cameron. The word goes back to ancient India and is used to describe the reincarnate Hindu god Vishnu who is believed to have existed in many different incarnations, each with its own persona, namely the avatar. In almost all Hindu denominations, Vishnu is either worshipped directly or in the form of his avatars, the most famous of whom are Rama and Krishna. Vishnu is immediately recognizable to the cognoscenti in any of his various forms, including that of a woman – unlike avatars in the technisized Western sense of the word, where avatars do not bear any resemblance to the human owners. (mehr …)

Muss ich Euch kennen?

Montag, 08. Dezember 2014

Facebook-Friends

Was mir übrigens tierisch auf den Senkel geht sind Leute, die sich mit mir befreunden und das als Gelegenheit nutzen, mir Schleichwerbung für ihre Firmen oder Aktivitäten unterzuschieben. Ich werde solche Leute künftig “unfriended” und ihre Werbeposts sofort löschen – egal, ob ich sie eigentlich gut finde oder nicht! Das ist unerzogenes Benehmen, sonst nichts!!! Vorher fragen, okay?

Diese Zeilen habe ich in vollem Brass auf meine Facebook-Seite knallt, weil mir schon wieder irgendeine Immobilien-Tussi so eine halbseitige Werbeanzeige reingeknallt hat. Das heißt: Sie hat sich erst einmal bedankt dafür, dass ich auf ihre Freundschaftsanfrage reagiert habe. Das ist ja so weit in Ordnung, auch wenn mir ein „Daumen hoch!“ schon genügt hätte.

Das Problem ist die Friends-Inflation, und daran bin ich natürlich selber schuld. Jeder muss ja für sich die Frage beantworten: Wen will ich überhaupt auf Facebook als Freund haben. Oder wie der alte Hermann Kock, Chef der Reisemobilabteilung von Karmann, es in einem meiner früheren Leben so wunderbar von oben herab sagen konnte, wenn er jemandem vorgestellt wurde, der ihm offenbar unsympathisch war: „Muss ich Sie kennen?“

Ich habe neulich die „Schallmauer“ von 1000 FB-Freunden genommen, weil ich mir vor Jahren angewöhnt habe, Anfragen anzunehmen von Leuten, mit denen ich viele Freunde teile. Ich habe keine feste Untergrenze, aber wenn wir 20 oder 30 gemeinsame Bekannte auf Facebook haben, dann kann das doch eigentlich gar kein schlechter Mensch sein, oder? (mehr …)

Netiquette – die Benimmregeln des Internet

Samstag, 06. Dezember 2014

Diese Liste von “Benimmregeln für das Internet” habe ich 1999 geschrieben für das Loseblatt-Buch “Internet Praxis”, das ich für den Interest-Verlag geschrieben und anschließend ein paar Jahre lang mit vierteljährlichen Aktualisierungen betreut habe. Ich denke, es verdient, als Dokument der Internet-Geschichte festgehalten zu werden. Es hat sich seitdem eine Menge geändert – und vieles ist bis heute gleich geblieben…

Tim Cole, im Dezember 2014

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Während der artige Diener und der formvollendete Handkuss langsam aber sicher aus unserem Alltag ver­schwinden, blüht im virtuellen Raum der Datennetze eine Kultur, die auf einem erstaunlich stren­gen und komplexen Benimmregelwerk aufgebaut ist – der sogenannten „Netiquette“. Dabei geht es keineswegs um betont höfliche Umgangsformen, sondern eher darum, ei­nen Satz gemeinsamer Spielregeln festzulegen für die wichtigsten Aspekte des Online-Miteinander.

Manchmal wirken die Regeln auf Außenstehende unfrei­willig komisch. In Deutschland, zum Beispiel, das ein Pro­blem mit der direkten Anrede unter Fremden hat (und auf dem Internet sind sich die meisten „fremd“ insoweit, als sie sich in der Regel nie vorher gesehen haben). Im Com­pu­­Serve-Forum des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wurde anfangs lange und zum Teil heftig da­rüber gestritten, ob das hanseatisch-förmliche „Sie“ statt des in Deutschland netzüblichen „Du“ zu verwenden sei.

Die Diskussion wurde zum Teil mit dem Stilmittel des „Flames“ ausgetragen. Das sind oft wüste Beschimp­fungstiraden, die einen Networker bei besonders eklatan­ten oder eben besonders dümmlichen Übertretungen der Netiquette ereilen können. Es geht darum, dem Verursa­cher durch überflüssigen Datenverkehr die Hölle mög­lichst heiß zu machen. Keine Spur von besonderer Höf­lichkeit – im Gegenteil. Gegen die formvollendete Inhalts­losigkeit der Etikette setzt die Netiquette den Schutz des Inhalts der weltweiten Kommunikation: die Substanz des Netzes. In­formationen, Nachrichten und Fakten sowie deren effektive Kommunikation sind allemal wichtiger als förm­liche Flos­keln oder akademische Allüren. (mehr …)

Going Public

Dienstag, 02. Dezember 2014
Vorm Drücken bitte drücken!

Vorm Drücken bitte drücken!

We need to remind ourselves from time to time that privacy and secrecy are not the normal human condition. In fact, privacy is an invention of the 18th and 19th centuries. The rising middle-classes suddenly found themselves wealthy enough to build private houses big enough for them to retire “into the privacy of the home”, as the adage goes. Formerly this had only been the privilege of the very rich or of the aristocracy.

The notion of privacy as more than a luxury for the very few, therefore, is less than 200 years old. The rest of human history was spent in villages, where everything is known about everybody and secrets are shared but hardly ever mentioned.

In fact, it turns out that privacy is actually a very Western concept. In India, even middle-class people are used to living in large, densely packed family units where privacy is almost completely unknown. In Japan, where the walls of rooms in the average house consist of rice paper and bamboo, any attempt to “retire into privacy” would be though rather funny. In most Eastern societies, everyone knows and accepts that they can, at any time, become the instant focus of a large gathering of family and friends, neighbors and strangers who may wander in from the street.

The concept of an “open society”, then, is already an accepted norm in many countries of the world. Anyone who is part of such a society lives with a kind of moral reflex that says: Be aware that anything you do or say is probably already part of the public domain or can become so at a moment’s notice. Live your life accordingly. (mehr …)

Everybody’s gone surfin’

Montag, 24. November 2014
Where's the beach?

Where’s the beach?

There seems to be a correlation between the willingness of an individual to deal with things digital and one’s age (or better: one’s stage of development). An annual study commissioned by the two German public broadcasters, ARD and ZDF, showed that in 2014 eight out of ten Germans were more or less regular users of online media such as Internet or Web TV. In 2000, incidentally, this number stood at 26.6 percent. Men are more prone to surf the Web (83.7 percent) than women (74.6 percent). But these figures don’t say much about the relative online presence of old and young. Taking a closer look, however, reveals that among the age group 14 to 19, there is virtually no one who is still offline; at least statistically 100 percent of all kids have been online users since 2010. Among those aged 20 to 29, the percentage is 99.4, among 30 to 39 year-olds it is 97.4 percent. The number falls slightly to 93.9 percent for those between 40 and 49 and more steeply, namely to 82.1, among the 50 to 50 age bracket. What really pulls the statistic down is final age group who are over 60, where only a dismal 45 percent admit that digital media and the Internet are important for their lives.

Of course, we grey panthers don’t have long to live, and that will set the statistics right. Those of us born after, say, 1955 will all get to see a world in which virtually everybody goes online as a matter of course. Give it ten more years or so. By then, use of digital media will be as commonplace as using the telephone, and probably much more widespread than watching TV. In most developed countries television consumption among young people is on the decline. Yes, they still spend lots of time in front of the screen, only it’s a different screen: a computer monitor, namely. Recent studies reveal that in the United States, about five percent of all households no longer possess a TV set; not because they can’t afford one, but because they don’t need one.

And why should a sophisticated and autonomous youngster waste time watching prefabricated, commerce-driven and, let’s be honest, for the most part deadly boring TV trash when behind the nearest computer screen a teeming, fascinating world awaits that has the added advantage of being completely tailored to my own tastes and preferences? (mehr …)

Verwirrung ist gut fürs Geschäft – leider…

Sonntag, 23. November 2014
Handyfalle

Dreimal verflucht sollen sie sein!

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Mobilfunkanbieter im Land? Diese Frage klingt ja eher wie der Einstieg in ein modernes Märchen, aber die Analystenfirma T3i Group wollen es tatsächlich sagen können. Mir flatterte jetzt eine Pressemeldung ins Haus, in der über die jüngsten Ergebnisse der jährlichen „Tarifica“-Studie berichtet wird, die von denen einmal im Jahr durchgeführt wird und in der es darum geht, Preise und Leistungen der unterschiedlichen Spieler im Mobilfunkgeschäft gegeneinander abzuwägen.

Ein solcher Dienst ist ja auch dringend notwendig, denn nach wie vor ist mobiles Telefonieren für den Verbraucher vor allem eines: verwirrend! Wenn man die Kombination der beiden Suchbegriffe „Mobilfunk“ und „Verwirrung“ bei Google eingibt, spuckt die Suchmaschiene mehr als 160.000 Fundstellen aus, von „Mobilfunk: Verwirrung um Mobilcom-Schulden“ über „Mobilfunk-Discounter – Verwirrung um Guthabengültigkeit“ bis „MOBILFUNK: Verwirrung im Netz“. Am schlimmsten ist es aber bei den Verträgen, bei denen eigentlich keiner mehr so richtig durchblickt. „Absolute Verwirrung um Vertragslaufzeit“ schreibt ein gewisser Wolfgang mit rührender Hilflosigkeit im Kundenforum von Vodafon. In der Schweiz muss es offenbar auch nicht viel besser aussehen, den die Bern erscheinende Zeitung „Der Bund“ warnt in einer Headline vor dem „Geschäft mit dem Handy-Wirrwarr“ und zitiert im Beitrag den Chef des Vergleichsportals iCompare.ch, Lukas Brüderlin, mit den Worten: „Durch die hohe Komplexität der Angebote hat die Transparenz massiv gelitten.“ (mehr …)

Vom Wesen und vom Arbeiten des „Redakteurs“

Samstag, 15. November 2014
Das kommt raus, wenn Redakteure versuchen zu schreiben...

Das kommt raus, wenn Redakteure schreiben

Das Frauenmagazin „Brigitte“ kürzt Stellen, was erwartungsgemäß zu einem heftigen Aufschrei unter den so genannten „Qualitätsjournalisten“ geführt hat. Die „Welt“ titelte gar: “Brigitte schafft ihre schreibenden Redakteure ab“.

Offenbar ist dem schreibenden Redakteur der „Welt“ gar nicht aufgefallen, was für einen Stuss er da abgesondert hat. Aber er ist alles andere als alleine damit.

Und es ist nicht vorausgesetzt, dass er überhaupt ein guter Schreiber sein muss: Spezialisierung ist unter journalistisch Tätigen ein alter Hut. Früher gab es noch Korrektoren bei der Zeitung, heute macht das Microsoft. Bei der „Bildzeitung“, wo ich in den 70ern die Ehre und das Vergnügen hatte, arbeiten zu dürfen hatten wir in der Hamburger Zentralredaktion Kollegen, deren einzige Aufgabe darin bestand, tolle (sprich: zugkräftige) Headlines zu texten wie diese: „Blauer Himmel. Es war kein Tag zum Sterben.“ (mehr …)

Ten ways Digital Enlightenment will change us and the world around us

Mittwoch, 05. November 2014

In Chapter 1 of our book “Digital Enlightenment”, Ossi and I establish ten basic forces of change in the Digital Age and how we as individuals and as a society will need to adapt in order continue to lead rich and rewarding lives in a world in which digitalitaion and networking have become determining factors. We call this part of the book our “10 Theses on Digital Enlightenment”. Here they are:

Thesis 1: Everything that can be digitalized will be digitalized. Everything that can be connected will be. And that changes everything!

The massive trend towards digitalization has economic roots that reach back to something called, rather imprecisely and confusingly, “Moore’s Law”. What Gordon E. Moore, one of the founders of Intel Corporation, actually formulated back in 1965 was less a law than an hypothesis, albeit one that has remained valid to this day.

Moores “law” simply describes the tendency of digital gadgets to double their capacity approximately every two years. This ability to sustain growth that is exponential (a phenomenon that we will hear more about later) also leads to the halving of costs for digital computing power every two years. More than any other factor such as the elimination of variable costs, this is the cause for the rapid price decline in the market for digital products. This price slide does not only effect microprocessors and digital storage media, but also such everyday devices as refrigerators and washing machines, TV sets and telephones, since they are all loaded with microchips nowadays. And indirectly this also influences the logistical distribution systems and other services these markets depend upon, since they too are increasingly being managed digitally.

As always when markets suffer from massive price depreciation, vendors strive to “cut out the middlemen” by reaching out directly to their potential customers. Global connectivity is the perfect means from them to interact with consumers around the world, as more and more manufacturers, dealers, markets and customers “go digital” to a degree no one just a few years back could have imagined in their wildest dreams. Together, the ongoing digitalization of the economy and the global networks connecting markets and buyers has fundamentally changed the way society – and business – works. (mehr …)