Archiv für die Kategorie ‘Quo vadis Qualitätsjournalismus?’

Qualitätsjournalismus heißt auch, dem Staat eine lange Nase machen

Samstag, 29. Oktober 2011

Ellebätsch!

Wenn sich jemand einem Journalisten anvertraut, muss er sich unbedingt darauf verlassen können, dass dieser seinen Namen niemals preisgeben wird. Ohne diese garantierte Vertraulichkeit von Informationsquellen wäre kritischer Journalismus überhaupt nicht möglich.

Normalerweise denkt man beim Thema Informantenschutz an Dissidenten in China, dem Nahen Osten oder Nordafrika, wo ein falsches Wort ins falsche Ohr tatsächlich den Kopf kosten kann. Aber auch in einem so genannten Rechtsstaat wie Deutschland wird die Obrigkeit nicht müde, an diesem Grundrecht eines freien Journalisten zu kratzen, wie zuletzt das Bundesverfassungsgericht, das dieser Tage im Namen des Volkes entschied, dass Journalistentelefone abgehört werden dürfen, wenn dadurch der Aufenthaltsort eines gesuchten Verbrechers festgestellt werden kann. Wobei selbstverständlich dieselbe Obrigkeit entscheidet, ob ein solcher Fall vorliegt. De facto sind Journalisten also der Willkür von Staatsbeamten und Juristen ausgeliefert. (weiterlesen …)

Think global – act local

Freitag, 21. Oktober 2011

Lokaljournalist: Wer, ich?

Auf den Münchner Medientagen fand eine, wie ich fand, hochinteressante Diskussion zum Thema “Zukunft des Lokaljournalismus im Online-Zeitalter” statt. Ich kann es mir sparen, dazu einen Text zu schreiben, denn das hat der Veranstalter, der Münchner Üresseclub, bereits für mich getan in Form der folgenden Pressemitteilung, die ich hier ungekürzt wiedergebe.

 

Die größte Relevanz haben nach wie vor die Todesanzeigen

München – Die Tageszeitung galt lange Zeit als das wichtigste lokale Medium, das dem Menschen die Informationen und Hintergründe um das Geschehen in seiner direkten Umgebung näher brachte. In der Ära von Digitalisierung und Internet jedoch stellen Online-Angebote bislang erfolgreiche Geschäftsmodelle zunehmend in Frage. Mit niedrigen Produktionskosten und der Schnelligkeit des Internets erwächst der Zeitung zudem durch lokale Weblogs eine neue Konkurrenz. Bei einer Veranstaltung des Internationalen PresseClubs München e. V. diskutierten Journalisten im Rahmen der MEDIENTAGE MÜNCHEN über die Bedeutung des Lokalen im digitalen Zeitalter.

(weiterlesen …)

Nichtwissen darf man nicht glauben

Dienstag, 12. Juli 2011

Es lebe der Qualitätsjournalismus!

Was treibt Wissenschaftler wie die (bislang) anonyme Doktorandin an der renommierten Chartié in Berlin oder Journalisten wie die so genannten Qualitätsjournalisten der “Süddeutschen” an, Lügen über Handystrahlen in die Welt zu setzen? Es gibt nur eine vernünftige Erklärung: religiöse Unvernunft. Die Diskussion um Handystrahlen hat längst Ton und Form einer klerikalen Debatte angenommen, in der es nicht um Fakten, sondern um den wahren Glauben geht.

Physikalischer Fakt ist: Strahlen von der Art und der Intensität, wie sie von handelsüblichen Mobilfunkgeräten ausgehen, können nicht zu Brüchen im DNA-Strang des Menschen führen. Daraus folgt mit zwingender medizinischer Logik: Handystrahlen können keinen Krebs verursachen. Punkt. Ende der Debatte.

Aber was kümmert uns die Physik? Wenn die Zahlen nicht das gewünschte Ergebnis bringen, dann stimmen die Zahlen nicht. Das dachte sich jedenfalls eine junge Doktorandin in Berlin, die angebliche Beweise für die genverändernde Wirkung von Handystrahlen vorlegte.

(weiterlesen …)

Kannibalismus macht wenigstens satt!

Mittwoch, 05. Januar 2011

Überraschung! Der iPad ist nicht die ersehnte Rettung der Verlage, sondern eher das Gegenteil. Das schreibt jedenfalls die “Süddeutsche” heute auf der Mediensaeite. Der gerade erst angelaufene Verkauf von elektronischen Magazinen ist nach kurzem Anfangshoch tief in den Keller gesackt: Wired verkaufte im Juni noch 100.000 Ausgaben übers Internet, im November waren es nur noch 22.000.

Schlimmer noch: Die Verlage kannibalisieren sich mit den Apps für iPad & Co selbst. 58 Prozent der Nutzer gaben in einer Umfrage  an, ihr Papierabo in den nächsten sechs Monaten kündigen zu wollen, weil die Verlags-App in der Regel billiger oder sogar umsonst ist. Merke: Kannibalismus ist an sich nichts Schlechtes – es wird ja wenigstens einer dabei satt…

Die Verlage haben nämlich wieder zur gleichen Todesspirale angesetzt, den sie schon im Internet vollführt haben: Um auf Biegen und Brechen Auflage zu machen, damit die Anzeigenkunden kommen, verschenken sie ihre Inhalte. Aber auch das nützt nichts, und das merken die Werbekunden auch und buchen nicht.

Die Kostenloskultur der Verlage ist nichts anderes als der kreative Offenbarungseid der Branche: Sie finden und finden kein Rezept, um ihre Daseinsberechtigung im Online-Zeitalter zu beweisen. Und so werden sie den Weg der Dinosaurier gehen. Und mit ihm der Qualitätsjournalismus.

Die Verleger sollten jeden Tag in Richtung Cupertino beten, weil Steve Jobs ihr Geschäft retten wird, hat Springer-Chef Mathias Döpfner im Frühjahr gesagt. In Wahrheit liegt ein böser Fluch über seine Branche – eine selbstverschuldete.

Verdrängen verboten

Donnerstag, 12. August 2010

Traue bekanntlich keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Oder zumindest selbst ausgelegt. Diese alte Weisheit fiel mir wieder ein bei der Lektüre der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010, deren Ergebnis HR-Intendant Helmut Reitze, stellvertretender Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission, so zusammenfasste: „Sie zeigt, dass es keinen Verdrängungswettbewerb zwischen Fernsehen und Hörfunk einerseits und Internet andererseits gibt.“

Das ist erstens nur die halbe Wahrheit: Während die Fernsehnutzung, ausgedrückt in durchschnittlicher Nutzungsdauer pro Woche in Stunden, in den letzten 10 Jahren um 20 Prozent zuleget hat, hat das gute alte Dampfradio 10 Prozent verloren. Wer hier wen substituiert hat, bleibt offen.

Zweitens hat das Internet im gleichen Zeitraum um satte 453 Prozent zugelegt. Inzwischen verbringt der Durchschnittsdeutsche jede Woche sage und schreibe 77 Stunden vor dem Bildschirm. Wie es weitergehen wird, ist klar: Bleibt es bei diesen oder ähnlichen Wachstumsraten, dann werden wir alle in zehn Jahren rund um die Uhr vor dem PC (oder was auch immer für ein Gerät wir bis dahin verwenden, um online zu gehen) hocken. Für Fernsehen und Radio wird da gar keine Zeit mehr bleiben.

(weiterlesen …)

Mein einziger Zeuge

Sonntag, 07. März 2010

Ein Leben für die Gerechtigkeit

Ich war letzte Woche in Hamburg. Eigentlich hätte ich die die Reise sparen können, denn ich habe diese Runde 0:1 verloren. Es hat sich aber trotzdem gelohnt, denn ich habe dadurch Rolf Schädike kennengelernt.

Nochmal kurz zum Prozess: Es ging um eine Einstweiligen Verfügung, die Frank Schirrmacher gegen mich erwirkt hat wegen eines Zitates, das u.a. auf czyslansky.net erschien und in dem ich behauptet habe, seine in seinen Büchern und Artikeln verwendeten Methoden erinnerten mich an die großer Propagandamacher der deutschen Geschichte und insbesondere an die Instrumentalisierung der Juden während der Machtergreifung 1933. Schirrmacher fühlt sich dadurch von mir geschmäht, ich hätte ihn damit sittlich auf eine Stufe mit den Antisemiten gestellt, und die Richter der Pressekammer des Landgerichts sehen das auch so. Mein Anwalt. Prof. Gero Himmelsbach von der Kanzlei Romatka Partner in München, will erst noch die Urteilsbegründung abwarten, und dann entscheiden wir, ob wir vors Oberlandesgericht ziehen. Aber das ist jetzt nicht so wichtig.

Wichtig war der unscheinbare Mann mit den schütteren grauen Haaren und der großen Brille, der als Zuhörer in der Ecke saß und fleißig mitschrieb. Ich habe ihn nicht weiter beachtet, mich interessierte viel mehr das Reporterteam der BILD-Zeitung, die mit Fotografen angereist waren. Der Tipp sei “aus Berlin” gekommen, sagte mir die Kollegin. Dass Schirrmacher und BILD-Chef Kai Dieckmann dicke Freunde sind, ist bekannt.

Jedenfalls habe ich Rolf Schälike glatt übersehen, und darüber ärgere ich mich sehr. Denn Schädike ist der Erfinder von “buskeismus.de “, ein Blog, das sich mit der unter Juristen bekannten Tendenz gewisser Hamburger Richter auseinandersetzt, im Zweifel gegen die Meinungsfreiheit zu urteilen. Der Name leitet sich ab vom Vorsitzenden Richter Andreas Buske, und die Kammer nennt Schälike seit Jahren die “Zensurkammer”. Das wusste ich – ich wusste nur nicht, wie Rolf Schälike aussieht, was angesichts seiner vermutlich bewusst gepflegten Unscheinbarkeit vielleicht verzeihlich ist.

Umso erstaunter war ich, als gestern unter einem Beitrag, den ich auf meiner privaten Homepage, www.cole.de , geschrieben hatte, auf einmal ein kleiner Kommentar auftauchte, unter dem der Name “Rolf Schälike” stand. Ich habe ihm sofort eine Mail geschrieben, und bekam tags darauf eine ellenlange Antwort, die hier ganz wiederzugeben den Rahmen sprengen würde, aus der ich aber gerne folgendes zitieren will:

“Ich hoffe, Sie verzeihen mir. Ich habe Sie nicht angesprochen, weil die so genannten Qualitätsjournalisten – Niggemeier, Weinreich u.a. zu mir Distanz üben, und ich erst dabei bin, von denen ernst genommen zu werden. Ich wollte auch bei Ihnen keine Enttäuschung erleben.

Die Verhandlung erwies sich für mich als die Top-Verhandlung, denn Faschismus und zwar der gewöhnliche Faschismus ist mein zentrales Thema.

In Deutschland gibt es einige Tabu-Themen und Tabu-Wörter, dazu gehören auch Vergleiche mit der Nazizeit oder mit der Stasi. Es wäre schade, wenn Sie nicht weiter machen würden. Es wäre wichtig, das bis zum BVerfG durchzuklagen. Es muss doch Interessenten geben, welche dieses Thema auch finanzieren würden. Verlage und die Presse wird es nicht sein. Gehen Sie keinesfalls in Berufung. Warten Sie das Hauptsachverfahren ab. Sie haben Zeit. Inzwischen kann man die Solidarität ausbauen und sich Gedanken über die Finanzierung machen.

Bei den Zensurkammern zu verlieren dürfte keine Schande sein. Sehen die meisten allerdings anders. Sie vertrauen den Richtern und deren Rechtsprechung. Es ist zu verstehen, die Hörigkeit.

Ich propagiere öffentlich weniger Ihre Argumente als die Tatsache, dass der Herausgeber der FAZ  Zensur übt. Vielleicht ist das sogar gegen meine persönlichen Interessen, weil die FAS z.B. mich in den konservative Kreisen mit dem beiliegenden Artikel  hoffähig gemacht hat.”

Angehängt war ein Artikel aus der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” von 28. Juni 2009, in dem es unter der Überschrift “Der einzige Zeuge ” um den Menschen Rolf Schälike ging und um seine Mission. Er sei der “Kammergeist”, schreibt Autor Birger Menke, und beschreibt die “regelrechte Furcht von Anwälten, ins Visier von Schädike zu geraten”. O-Ton FAS:

“Auf seiner Website veröffentlicht Schälike seine Gerichtsprotokolle, die freilich aufgrund einer Fülle von orthographischen und grammatikalischen Fehlern oft wenig seriös daherkommen. Hier macht die selbsternannte Pseudoöffentlichkeit die Verhandlungen öffentlich – und fuhrt viele Verfahren ad absurdum: Als etwa die Mörder des Schauspielers Walter Sedlmayr Onlinemedien verklagten, in deren Archiven weiterhin Berichte mit der vollen Namensnennung zu finden waren, berichtete Schälike über den Prozess – ohne zu anonymisieren. Beantragt ein Betroffener eine einstweilige Verfügung, muss er einplanen, dass Schälike über die Verhandlung schreiben wird und der Fall so weiter aufgebauscht wird. Ein publizistischer Judo-Trick: Oft schafft so erst die Klage selbst die Aufmerksamkeit für die Details, die die Kläger aus der Welt schaffen wollen.”

Auch mein Fall ist also jetzt zumindest “pseudoöffentlich” (hier der Link zu seinem Gerichtsprotokoll ). Er habe das getan, weil “es nicht einfach ist, den gewöhnlichen Faschismus konkret mit Namensnnennung und Denk- sowie Verhaltensweisen in Deutschland zu thematisieren”, schreibt Schälike. “Damit ist für mich  das Ganze mit dem Faschsmus- und Nazivergleich ein sehr politisches Thema. Die wissensachaftlichen und publizistischen Untersuchungen geraten an die Grenzen politischer Interessen (Manipulation und Wählerstimmen). Na ja…”

Herr Schädike hat mich gebeten, ihm die Einstweilige Verfügung zu schicken, die das Hamburger Landgericht gegen mich erwirkt hat. Er möchte es veröffentlichen, denn das darf er.

Rolf Schälike sei der “Michael Kohlhas der deutschen Juristerei”, sein Einsatz “so bewundernswert wie sein aufklärerisches Motiv”, schrieb die FAS. Rolf Biermann, für den sich der junge Rolf Schälike – aufmüpfiger Sohn strammer DDR-Kommunisten und selbst kurzzeitig bis zu seinem Rausschmiß SED-Mitglied – nannte ihn 2001, als man ihm den Georg-Büchner-Preis verlieh, in seiner Dankesrede einen “Schluck Wahrheit in den Wüsten der Lüge”.

Ob Herr Schirrmacher, der als Journalist selbst die “Zensurkammer” gegen einen Berufskollegen wie mich angerufen hat, das auch so sehen würde, wage ich zu bezweifeln. Aber er arbeitet ja für eine andere Zeitung. Die erscheint nur unter der Woche. Am Sonntag darf bei der Franfurter Allgemeinen dann die Wahrheit raus…

Aber eigentlich müßte ich ja Schirrmacher dankbar sein, denn durch ihn habe ich wenigstens einen flüchtigen Blick auf Rolf Schälike werfen dürfen.

 

Ich war letzte Woche in Hamburg. Eigentlich hätte ich die die Reise sparen können, denn ich habe diese Runde 0:1 verloren. Es hat sich aber trotzdem gelohnt, denn ich habe dadurch Rolf Schädike kennengelernt.

Nochmal kurz zum Prozess: Es ging um eine Einstweiligen Verfügung, die Frank Schirrmacher gegen mich erwirkt hat wegen eines Zitates, das u.a. auf czyslansky.net erschien und in dem ich behauptet habe, seine in seinen Büchern und Artikeln verwendeten Methoden erinnerten mich an die großer Propagandamacher der deutschen Geschichte und insbesondere an die Instrumentalisierung der Juden während der Machtergreifung 1933. Schirrmacher fühlt sich dadurch von mir geschmäht, ich hätte ihn damit sittlich auf eine Stufe mit den Antisemiten gestellt, und die Richter der Pressekammer des Landgerichts sehen das auch so. Mein Anwalt. Prof. Gero Himmelsbach von der Kanzlei Romatka Partner in München, will erst noch die Urteilsbegründung abwarten, und dann entscheiden wir, ob wir vors Oberlandesgericht ziehen. Aber das ist jetzt nicht so wichtig.

Wichtig war der unscheinbare Mann mit den schütteren grauen Haaren und der großen Brille, der als Zuhörer in der Ecke saß und fleißig mitschrieb. Ich habe ihn nicht weiter beachtet, mich interessierte viel mehr das Reporterteam der BILD-Zeitung, die mit Fotografen angereist waren. Der Tipp sei “aus Berlin” gekommen, sagte mir die Kollegin. Dass Schirrmacher und BILD-Chef Kai Dieckman dicke Freunde sind, ist bekannt.

Ich habe ihn nicht weiter beachtet, mich interessierte viel mehr das Reporterteam der BILD-Zeitung, die mit Fotografen angereist waren. Der Tipp sei “aus Berlin” gekommen, sagten sie mir. Dass Schirrmacher und BILD-Chef Kai Dieckman dicke Freunde sind, ist bekannt.

Jedenfalls habe ich Rolf Schälike glatt übersehen, und darüber ärgere ich mich sehr. Denn Schädike ist der Erfinder von “buskeismus.dehttp://i.ixnp.com/images/v6.21/t.gif“, ein Blog, das sich mit der unter Juristen bekannten Tendenz gewisser Hamburger Richter auseinandersetzt, im Zweifel gegen die Meinungsfreiheit zu urteilen. Der Name leitet sich ab vom Vorsitzenden Richter Andreas Buske, und die Kammer nennt Schälike seit Jahren die “Zensurkammer”. Das wusste ich – ich wusste nur nicht, wie Rolf Schälike aussieht, was angesichts seiner vermutlich bewusst gepflegten Unscheinbarkeit vielleicht verzeihlich ist.

Umso erstaunter war ich, als gestern unter einem Beitrag, den ich auf meiner privaten Homepage, www.cole.dehttp://i.ixnp.com/images/v6.21/t.gif, geschrieben hatte, auf einmal ein kleiner Kommentar auftauchte, unter dem der Name “Rolf Schälike” stand. Ich habe ihm sofort eine Mail geschrieben, und bekam tags darauf eine ellenlange Antwort, die hier ganz wiederzugeben den Rahmen sprengen würde, aus der ich aber gerne folgendes zitieren will:

“Ich hoffe, Sie verzeihen mir. Ich habe Sie nicht angesprochen, weil die so genannten Qualitätsjournalisten – Niggemeier, Weinreich u.a. zu mir Distanz üben, und ich erst dabei bin, von denen ernst genommen zu werden. Ich wollte auch bei Ihnen keine Enttäuschung erleben.

Die Verhandlung erwies sich für mich als die Top-Verhandlung, denn Faschismus und zwar der gewöhnliche Faschismus ist mein zentrales Thema.

In Deutschland gibt es einige Tabu-Themen und Tabu-Wörter, dazu gehören auch Vergleiche mit der Nazizeit oder mit der Stasi. Es wäre schade, wenn Sie nicht weiter machen würden. Es wäre wichtig, das bis zum BVerfG durchzuklagen. Es muss doch Interessenten geben, welche dieses Thema auch finanzieren würden. Verlage und die Presse wird es nicht sein. Gehen Sie keinesfalls in Berufung. Warten Sie das Hauptsachverfahren ab. Sie haben Zeit. Inzwischen kann man die Solidarität ausbauen und sich Gedanken über die Finanzierung machen.

Bei den Zensurkammern zu verlieren dürfte keine Schande sein. Sehen die meisten allerdings anders. Sie vertrauen den Richtern und deren Rechtsprechung. Es ist zu verstehen, die Hörigkeit.

Ich propagiere öffentlich weniger Ihre Argumente als die Tatsache, dass der Herausgeber der FAZ  Zensur übt. Vielleicht ist das sogar gegen meine persönlichen Interessen, weil die FAS z.B. mich in den konservative Kreisen mit dem beiliegenden Artikel  hoffähig gemacht hat.”

Angehängt war ein Artikel aus der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” von 28. Juni 2009, in dem es unter der Überschrift “Der einzige Zeugehttp://i.ixnp.com/images/v6.21/t.gif” um den Menschen Rolf Schälike ging und um seine Mission. Er sei der “Kammergeist”, schreibt Autor Birger Menke, und beschreibt die “regelrechte Furcht von Anwälten, ins Visier von Schädike zu geraten”. O-Ton FAS:

“Auf seiner Website veröffentlicht Schälike seine Gerichtsprotokolle, die freilich aufgrund einer Fülle von orthographischen und grammatikalischen Fehlern oft wenig seriös daherkommen. Hier macht die selbsternannte Pseudoöffentlichkeit die Verhandlungen öffentlich – und fuhrt viele Verfahren ad absurdum: Als etwa die Mörder des Schauspielers Walter Sedlmayr Onlinemedien verklagten, in deren Archiven weiterhin Berichte mit der vollen Namensnennung zu finden waren, berichtete Schälike über den Prozess – ohne zu anonymisieren. Beantragt ein Betroffener eine einstweilige Verfügung, muss er einplanen, dass Schälike über die Verhandlung schreiben wird und der Fall so weiter aufgebauscht wird. Ein publizistischer Judo-Trick: Oft schafft so erst die Klage selbst die Aufmerksamkeit für die Details, die die Kläger aus der Welt schaffen wollen.”

Auch mein Fall ist also jetzt zumindest “pseudoöffentlich” (hier der Link zu seinem Gerichtsprotokollhttp://i.ixnp.com/images/v6.21/t.gif). Er habe das getan, weil “es nicht einfach ist, den gewöhnlichen Faschismus konkret mit Namensnnennung und Denk- sowie Verhaltensweisen in Deutschland zu thematisieren”, schreibt Schälike. “Damit ist für mich  das Ganze mit dem Faschsmus- und Nazivergleich ein sehr politisches Thema. Die wissensachaftlichen und publizistischen Untersuchungen geraten an die Grenzen politischer Interessen (Manipulation und Wählerstimmen). Na ja…”

Herr Schädike hat mich gebeten, ihm die Einstweilige Verfügung zu schicken, die das Hamburger Landgericht gegen mich erwirkt hat. Er möchte es veröffentlichen, denn das darf er.

Rolf Schälike sei der “Michael Kohlhas der deutschen Juristerei”, sein Einsatz “so bewundernswert wie sein aufklärerisches Motiv”, schrieb die FAS. Rolf Biermann, für den sich der junge Rolf Schälike – aufmüpfiger Sohn strammer DDR-Kommunisten und selbst kurzzeitig bis zu seinem Rausschmiß SED-Mitglied – nannte ihn 2001, als man ihm den Georg-Büchner-Preis verlieh, in seiner Dankesrede einen “Schluck Wahrheit in den Wüsten der Lüge”.

Ob Herr Schirrmacher, der als Journalist selbst die “Zensurkammer” gegen einen Berufskollegen wie mich angerufen hat, das auch so sehen würde, wage ich zu bezweifeln. Aber er arbeitet ja für eine andere Zeitung. Die erscheint nur unter der Woche. Am Sonntag darf bei der Franfurter Allgemeinen dann die Wahrheit raus…

Aber eigentlich müßte ich ja Schirrmacher dankbar sein, denn durch ihn habe ich wenigstens einen flüchtigen Blick auf Rolf Schälike werfen dürfen.

 

Abschied eines Bloggers

Sonntag, 07. Februar 2010


Streitbar bis zum Schluss: Hans im Hospiz

Unserem Freund Hans Pfitzinger geht es nicht gut. Der Krebs, der ihn in den letzten Monaten quält, die er im Sterbehospiz der Barmherzigen Brüder in Nymphenburg verbringt, hat ihn lange in Ruhe gelassen, jetzt regt er sich wieder. Hans ist müde und etwas in sich gekehrt. Aber er mustert seine Umwelt immer noch aus hellwachen Augen hinter den dicken Brillengläsern, und er erzählt noch immer gerne und viel.

Er hat auch viel zu erzählen in diesen Tagen, die wahrscheinlich seine letzten sind. Denn bei Hans ist gerade sehr viel los. Er, der jahrelang ein eher zurückgezogenes Leben führte, steht plötzlich scheinbar überall im Mittelpunkt. Sein Roman, “Delfina Paradise – Eine Liebe in München “, ist vom Verleger Vito von Eichborn  für eine Sonderedition ausgewählt worden. Eine Übersetzung, die jahrelang in der Schublade eines großen deutschen Verlagshauses schlummerte, ist wieder aufgetaucht und soll jetzt rasch veröffentlicht werden. Es wird schnell gehen müssen, wenn Hans es noch erleben soll. Und das würde er gerne, denn irgendwie scheint ihm die späte Anerkennung gut zu tun.

Und dann war da noch diese Dame von der “taz”, die neulich bei ihm zu Besuch war. Hans hat sie in seinem “tazblog” einmal als “Hohlspießerin” und “Dünkelkolumnistin” beschimpft. Sie hat sich revanchiert – mit einem ganzseitigen Artikel in der aktuellen “sonntaz” unter der Überschrift “Der lauteste Leser “.

Ja, Pfitzinger habe die Redaktion bis aufs Blut gereizt mit seiner Kritik. “Bitteres und Galle” habe er regelmäßig “ins Netz gekotzt”. Er sei der Mann gewesen, der “gern und ausgiebtig die taz geschmäht hat, der dabei so fies sein konnte, dass sich taz-Redakteure immer wieder persönlich attakiert fühlten.” Sie ist also ehrlich. Aber sie hat ein einfühlsames und für Menschen wie uns, die Hans kennen und lieben, sogar herzzerreißendes Portrait eines Sterbenden geschrieben, vor dem sich selbst alte Feinde verneigen.

“Natürlich hat er nicht nur unrecht mit dem, was er da herausbellt”, gibt sie leicht grollend zu:  “Es gibt halbgare Berichte, unaktuelle Reportagen, drückerbergerische Kommentare.” Die hat Hans jahrelang schonungslos gegeißelt.

Dass Hans seinen tazblog eingestellt hat, dass er ihn in “Hansblog” umgetauft hat, wo er über die letzten Tage eines Krebskranken berichtet, das erzählt die Schreiberin nüchtern, aber feinsinnig. “Wenn jemand wissen möchte, wie ein Krebspartient sich fühlt, was er durchmacht, und hofft und wie in diesem Land das Gesundheitswesen funktioniert, dann gehört dieser Blog zum Lesenswertesten, was es zu diesem Thema gibt”, schreibt sie.

Am Ende scheinen Hans und Anna Maier (so heißt die Redakteurin) ihren Frieden miteinander gefunden zu haben. Ich würde sagen: Hut ab. Und zwar vor beiden.

Was der “Economist” richtig macht

Freitag, 02. Oktober 2009

Was machen die richtig, was andere falsch machen?

In unserer Reihe zum Thema Qualitäts-, bzw. Print-Journalismus wollen wir uns heute wieder unserer Haus- und Hof-Tageszeitung, der “Süddeutschen”, zuwenden, die zwar manchmal Dubletten produziert (siehe “Quadratur des Qualitätsjournalismus: Die SZ-GDAZ”), manchmal aber auch richtig gute Einblicke in die Aufs und Abs der Medienlandschaft. Christine Brinck hat sich heute Lorbeeren verdient mit ihrer Analyse (“Homer Simpsons Wendepunkt”) des “Economist”, dem weltweit einzigen bedeutenden, wöchentlich erscheinenden Nachrichtenmagazin, das sich erfolgreich gegen den allgemeinen Anzeigen- und Leserschwund der letzten Jahre behauptet hat. Klartext: Während beispielsweise die Auflage von “Focus” von 800.0p00 auf gerade mal 656.000 geschrumpft ist und “Businessweek” angesichts einer Halbierung der Leserzahl gerade ganz aktuell den Rückzug aus dem Nachrichten-Business verkündet hat, steigt und steigt die Auflage des “Economist” (auf 1,7 Millionen), und auch die Anzeigeneinnahmen sind im vergangenen (Krisen-)Jahr um 25 Prozent gestiegen.

“Was macht der Economist richtig?”, fragt die Autorin, und liefert eine absolut korrekte Erklärung nach: Qualität! Während andere die Zahl der Korrespondentenbüros reduziert und den Schwerpunkt in Richtung Häppchenjournalismus und seichtem “Tittitainment” verlagert, bleiben die Macher der ältesten Wirtschafts-Wochenzeitung der Welt (erscheint seit 1843) stur bei ihren Leisten, nämlich einer Mischung aus bestechender Analytik, eine manchmal ans Esotherische grenzende Themenauswahl einem Tiefgang, der durch verspielten Witz geschickt getarnt bleibt. Ach ja, dann sind da diese seitenlangen Texte! Die wenigen mehr oder weniger willkürlich zwischengestreuten Bildchen sind mit Unterzeilen versehen, die mehr den Charakter von Suchrätseln haben (Beispiel aus der neuen Ausgabe, unter einem Foto von Erwin Schrödinger: “But what about the other eight lives?), und fast jede Headline löst beim Betrachter ein inneres Lächeln aus, wie “The end is nigh (again)” zu einem Artikel über die Zukunft der Aktienkurse.

Gut, die Kollegen vom “Economist” haben einen unschätzbaren Vorteil: Sie schreiben in Englisch, ein Klavier, das der Sprache mehr und virtuosere Zwischentöne entlocken kann als irgendeine andere (Deutsch wirkt dagegen eine semantische Ziehharmonika). Außerdem sind die Redakteure fast ausnahmslos Produkte der Eliteuniversitäten von Oxford und Cambridge, wo Studenten, wie Frau Brinck sehr richtig beschreibt, “lernen, vor allem brillant zu argumentieren, ironisch zu sein, Wichtigtuerei zu vermeiden und einen intelligenten Snob-Appeal zu pflegen.”

Welches andere Wirtschaftsmagazin kann von sich behaupten, dass ihre Leser ein Jahr lang der nächsten Weihnachtsausgabe entgegenfiebern, wo die Redaktion sich ausdrücklich den Luxus leisten, Themen aufzugreifen, weil sie selber Spaß daran haben (und nicht, weil irgendwelche Marktforscher in endlosen Fokusgruppen herausgefunden haben, dass 0,7 Prozent der männlichen Linkshänder das Heft deswegen häufiger kaufen würden). Das Resultat sind beispielsweise Untersuchungen über die volkswirtschaftliche Bedeutung von Weihnachtsmännern (“Is Santa a deadweight loss?”), über die evolutionsgeschichtliche Bedeutung des Musizierens (“Why music?”) oder über den urfranzösischen Comichelden Tintin (“A very European hero”). Und welches Blatt besitzt heute noch ein Redaktionsteam, das so sehr vom “esprit de corps” durchdrungen ist, dass sie auf jedweden Autorennachweis verzichtet, getreu dem Motto ihres langjährigen Chefredakteurs Geoffrey Crowther (der von 1938 bis 1956 amtierte): “What is written is more important than who writes it.”

Anders ausgedrückt: Der “Economist” ist das altmodischste Magazin der Welt – und gerade deshalb das erfolgreichste.

Woraus wir lernen: Jedes Medium hat seine Stärken, und bei denen sollte es möglichst bleiben. Der Versuch, durch Hochglanzdruck, Farbfotos und journalistische Selbstgefälligkeit Stilelemente von Konkurrenten wie Fernsehen oder das Internet zu übernehmen, bewirkt das Gegenteil. Zeitung ist Zeitung, Blog ist Blog, und Qualitätsjournalismus ist Qualitätsjournalismus, ob sie sich auf toten Bäumen oder auf dem Bildschirm präsentiert.

In sofern stimme ich Frau Brinck vollinhaltlich zu, die am Ende ihres Aufsatzes resümiert: “Analog geht. Es muss nicht alles digital sein, um vom Leser verschlungen zu werden.” Hoffentlich haben das viele Verleger und so genannte Medienprofis gelesen.

Das Internet-Geheimnis der ARD

Sonntag, 20. Juli 2008

Interessante Unterhaltung heute mit einem Freund, der ein hohes Tier in der ARD ist. Das “dunkle Geheimnis” sei, dass die TV-Redakteure selber gerne die Bälle im Internet flacher halten würden. Denn siehe da: Es gibt bei der öffentlichen Sendern genau die gleiche Kluft zwischen Fernsehmachern und den Kollegen der Onlineredaktion wie zwischen Print-Redakteuren und den Jungs von der Online-Front. “Die können kein Fernsehen machen”, sei die vorherrschende Meinung – ein abfälligeres Urteil kann es unter Fernsehleuten nicht geben.

Erinnert mich alles fatal an frühere Print-Zeiten, als die “echten” Schreiber auf die Emporkömmlinge in den Online-Redaktionen herabblickten, die ihrer Meinung nach keine Ahnung von “richtigem” Journalismus hatten und ihnen nichts als zusätzlichen Arbeit und Ärger machten.

Nun hat sich, zumindest in einigen Redaktionen herumgesprochen, dass es nur eine Art von Journalismus gibt, nämlich guten, und dass ein richtiger Journalist auf beiden Hochzeiten tanzen können muss. Die logische Folge ist die Zusammenlegung von Print- und Online-Redaktion, wie sie etwa die “Welt” mit dem integrierten Newsdesk vorexerziert. Davon sind die Fernsehmacher noch meilenweit entfernt. Vielleicht ist das die große Chance der Verleger. Nur müssen sie sich beeilen: Irgendwann wird sich auch bei den Öffentlich-Rechtlichen herumsprechen, dass es den Bildern egal ist, auf welchem Bildschirm sie sich bewegen, Fernseher oder Computermonitor.

Zensur in Potterland

Freitag, 20. Juli 2007

Harry Potter stirbt nicht im letzten Band – dafür aber ein Stück Pressefreiheit schon.

Man muss es der Potter-Industrie schon lassen: Sie haben den Start des (hoffentlich) letzten Bands des siebenteiligen Mammutwerks zu einem Medienspektakel sonder Gleichen hochstilisiert. Schließlich ist Joanne K. Rowling noch nicht die reichste Frau der Welt, sondern lediglich von Großbritannien (immerhin hat sie die Queen in Sachen Privatvermögen inzwischen überholt).

Damit sie es doch werden kann, muss „Harry Potter and the Deathly Hallows“ alles bisher da gewesene in den Schatten stellen. Dazu muss die Spannung bis zum letzten Moment, nämlich 00:01 Uhr am morgigen Samstag, aufrecht erhalten werden. Das heißt vor allem: Niemand darf etwas verraten! Deshalb wurden alle am Entstehungsprozess Beteiligten – Setzer, Drucker, Distributoren, Händler – unter Androhung von Todesflüchen sowie substanzieller Schadensersatzforderungen zum Stillschweigen verpflichtet. 1,5 Millionen Dollar, so wird gemunkelt, sollen alleine für die Sicherungsverwahrung der bereits fertiggestellten Bände in einem Hochsicherheitslager aufgewendet worden sein.

Und da schlage ich doch am Freitagmorgen die „International Herald Tribune“ auf – und lese dort auf Seite eins die Ankündigung: „Buchbesprechung: Harry Potters episches Ende“.

Wie denn das? Hat man etwa doch Vorabexemplare an die Rezensenten verteilt?

Nein, Kollegin Michiko Kakutani von der „New York Times“ (die Mutterzeitung der IHT) ganz regulär bei einem Buchhändler gekauft. Dass sie offenbar vorher bereits einen Kurs im Schnelllesen gemacht hat die sie in die Lage versetzte, den 759 Seiten umfassenden Wälzer noch am Donnerstag zu lesen und rechtzeitig für die Freitagausgabe eine Besprechung 200 Zeilen lange Besprechung zu schreiben, ist fast noch erstaunlicher. Dass sie überhaupt das Buch in die Hand bekommen hat ist dagegen wohl auf  ganz normales menschliches Versagen beim Großhändler zurückzuführen.

Dass Rowlands Verleger, die Firma Scholastic, gleich eine Klage angekündigt hat, war natürlich zu erwarten. Nicht aber die Reaktion der Medien.

Das beginnt schon bei der ersten und einzigen Buchbesprechung selber: Zwar ergeht sich Frau Kakutani in schier endlosen Elegien über „Harrys endgültige Einführung in die Komplexität und Traurigkeit des Erwachsenwerdens“. Nur die einzige wirklich spannende Frage beantwortet sie nicht: Wer stirbt?

Dabei wissen das schon eine ganze Menge Leute, darunter auch Journalisten, denn seit ein paar Tagen tauchen immer wieder – offenbar hastig abfotografierte – Raubkopien des Buchs als PDF-Dateien im Internet auf. So seriöse Presseorgane wie „Die Zeit“ oder die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichten in ihren Online-Ausgaben auch darüber. Aber keiner von ihnen traut sich, die Katze aus dem Sack zu lassen.

Was ist das nun? Angst davor, als Spaßverderber dazustehen – oder freiwillige Selbstzensur?

In Wirklichkeit zeigt der ganze Potter-Wahnsinn nur, wie leicht sich die Medien einspannen lassen in die Marketing-Maschinerie. Indem sie sich freiwillig einen kollektiven Maulkorb auferlegt haben, spielen sie das Spielchen der Buchverleger.

Scholastic hat sich übrigens inzwischen melodramatisch an diejenigen gewandt, die schon Bescheid wissen: „Wir appellieren direkt an Harry Potter-Fans, die ihr Buch bei Deep-Discount bestellt haben und womöglich frühzeitig eine Ausgabe bekommen, dass sie die Pakete bis zum 21. Juli Mitternacht versteckt halten.“

Wetten, die meisten werden sich auch brav daran halten?