Danke, Kilometres Deboutish!

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1953 erschien in der International Herald Tribune eine Glosse des jungen Reporters und späteren Komikers Art Buchwald unter der Headlinge „Le Grande Thanksgiving“ in dem er den Franzosen erklärte, was Thanksgiving bedeutet und wo die Tradition herkommt. Er nannte sie später seine Lieblingsgeschickte, und sie wird seitdem jedes Jahr von vielen amerikanischen Zeitungen nachgedruckt.

Ich lese diesen kleinen Text gerne unseren eigenen Gästen an Thanksgiving vor, die zwar meistens keine Franzosen sind, aber ebenfalls wenig Ahnung haben, worum es hier eigentlich geht.

Das wird auch heute Abend nicht anders sein, wenn wir uns zu Zehnt bei uns ins Esszimmer setzen und einen 7,5 Kilo schweren Truthahn mit allen traditionellen Beilagen verspeisen. Aber vorher werden ich ihnen das hier vorlesen:

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Einer unserer wichtigsten Nationalfeiertage ist Thanksgiving Day, oder Französisch „le Jour de Merci Donnant“.

Le Jour de Merci Donnant wurde erstmals durch eine Gruppe von Pilgrims (Pelerins) gefeiert, die aus l’Angleterre geflohen waren um eine Kolonie in der neuen Welt (le Nouveau Monde) zu gründen, wo sie nach Herzenslust Indianer (les Peaux-Rouges) erschießen und jeden Tag Turkey (dinde) essen konnten.

Sie landeten an einem Ort, den sie Plymouth nannten (inzwischen ein berühmtes voiture Americaine) von einem hölzernen Boot namens Mayflower (Fleur de Mai) in 1620. Aber während die Pelerins die dindes abmurksten, murksten die Peaux-Rouges die ab Pelerins, und es standen ihnen beiden noch einige harte Winter bevor. Das einzige, womit die Peaux-Rouges die Pelerins halfen war, indem sie ihnen beibrachten, Mais anzubauen. Das taten sie deshalb, weil sie gerne Mais zu ihren Pelerins aßen.

In 1623, nach einem weiteren harten Jahr, brachten die Pelerins eine Ernte ein die so gut war, dass sie beschlossen zu feiern und Dank zu sagen weil sie mehr Mais geerntet hatten als Pelerins von den Peaux-Rouges abgemurkst worden waren.

Jedes Jahr am Jour de Merci Donnant erzählen Eltern in Amerika ihren Kindern eine Geschichte über dieses erste Erntedankfest.

Es handelt von einem mutigen capitaine namens Miles Standish (in Frankreich bekannt als Kilometres Deboutish) und einem jungen, schüchternen Leutnant namens Jean Alden. Beide liebten die Blume von Plymouth, Priscilla Mullens (keine Übersetzung). Der vieux capitaine sagte zu seinem jeune lieutenant :

„Gehe zur Jungfrau Priscilla (allez tres vite chez Priscilla), das hübscheste Mädchen von Plymouth (la plus jolie demoiselle de Plymouth). Sag ihr, dass ein ungehobelter alter Kapitän, ein Mann nicht der Worte, sondern der Tat (un vieux Fanfan la Tulipe), ihr seine Hand und sein Herz, die Hand und das Herz eines Soldaten, zu Füssen legt. Nun, sag’s nicht genau so, aber du weißt schon, was ich meine…“

„Ich bin ein Kriegmacher (je suis un fabricant de la guerre) und nicht ein Phrasenschmied. Du, der du die sanften Künste studiert hast (vous, qui tes pain comme un tudiant) kannst das in der eleganten Sprache sagen, die du aus deinen Büchern voller Sehsüchte und Liebesspielchen kennst. Dir wird schon eingefallen, wie man das Herz einer Jungfrau gewinne.”

Obwohl Jean verzweifelt war, ging ihm Freundschaft vor, und er tat seine Pflicht. Aber statt elegante Phrasen zu drechseln spuckte er aus, wofür er gekommen war. Priscilla war stumm vor Erstaunen und Traurigkeit (rendue muette par l’tonnement et la tristesse).

Schließlich unterbrach sie die ominöse Stille mit den Worten: „Wenn der große Kapitän von Plymouth so scharf darauf ist, mich zu heiraten, warum macht er sich nicht selbst die Mühe, um meine Hand anzuhalten“? (Ou est-il, le vieux Kilometres? Pourquoi ne vient-il pas aupres de moi pour tenter sa chance?)

Jean sagte, dass Kilometres sehr viel um die Ohren habe und keine Zeit für sowas habe. Er quälte sich noch durch ein paar Entschuldigungen und erzählte ihr in gebrochenen Worten, was für ein toller Ehemann Kilometres wäre. Endlich blickte ihm Priscilla in die Augen und sagte mit zitternder Stimme: „Warum sprichst du nicht für dich selbst?“ (Chacun a son gout)

Und deshalb setzen sich am vierten Donnerstag im November amerikanische Familien an eine großen Tisch der über und über bedeckt ist mit köstlichen Gerichten und essen das einzige Mal im Jahr besser als die Franzosen.

Niemand kann bestreiten, dass le Jour de Merci Donnant ein grande fete ist, und egal wie satt sie anschließend sind vergessen amerikanische Familien niemals Kilometres Deboutish Dank zu sagen, der diesen großen Tag erst möglich gemacht hat.

 

 

 

 

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