Die Haushälterin der Nation

Nur sooo wenig wird noch ausgegeben!

eutschland spart. Andere Länder tun das auch, Griechenland, zum Beispiel, aber auch  Großbritannien, wo man gerade den Staatshaushalt um 25 Prozent zusammengestrichen hat. Das tut weh, aber die Politiker glauben, jetzt sei eine günstige Gelegenheit, ihren Wählern Schmerzen zuzufügen, weil die auch durch die Wirtschaftskrise verunsichert sind, und was tut der Mensch, wenn er unsicher ist? Er spart. Man bringt sein Geld auf die Bank oder verschiebt größere Anschaffungen, streicht die Auslandsreise und macht Urlaub auf Balkonien. Man schaut im Supermarkt ganz genau auf das Preisschild und beschließt, die alte Sommerbluse noch eine Saison zu tragen.

Für den Bürger heißt sparen vor allem Konsumverzicht und vorsorgen. Doch leider wird dadurch die Sache nur noch schlimmer. Das Geld wird dem Wirtschaftskreislauf entzogen, die Firmen bleiben auf ihren Waren sitzen, der gerade mühsam wieder  angelaufene Konjunkturmotor stottert und bleibt stehen, es werden noch mehr Leute entlassen, die Pleiten häufen sich, und schon haben wir tatsächlich Weltwirtschaftskrise 2.0.

Liest eigentlich niemand in Berlin Zeitung? Zum Beispiel die Kolumnen von Paul Krugman, Wirtschaftsnobelpreisträger und der Mann, der schon vor Jahren korrekt das Platzen der Immobilenblase in den USA vorausgesagt hat, dem wir das ganze gegenwärtige Malheur zu verdanken haben? „Spend now, save later“ lautet die Überschrift seines neuesten, zunehmend verzweifelter klingenden Aufrufs, die Lehren der Vergangenheit und insbesondere von 1932 nicht zu widerholen, als blindwütige Politiker viel zu früh auf die Sparbremse traten und so aus dem schlimmen örsenkrach von 1989 erst eine richtige Katastrophe, nämlich die „Great Depression“ machten.

Die Regierungen müssen mehr Geld ausgeben, nicht weniger, wenn sie nicht den Aufschwung abwürgen und uns in die nächste Krise stürzen wollen. Aber so denkt der kleine Mann leider nicht. Und leider haben wir an der Spitze des deutschen Staates gerade lauter kleine Männer und Frauen, allen voran Angela Merkel, die sich gerade als die Haushälterin der Nation aufführt. Das Problem ist: Wir brauchen im Augenblick keine ordentliche Haushälterin, die weiß, wie man billig einkauft und sein Geld beisammen hält. Wir brauchen mutige Politiker, die das Steuer fest in die Hand nehmen und das lecke Schiff der deutschen Volkswirtschaft sicher aus dem Sturmtief lenken kann. Das heißt: Nicht kleckern, sondern klotzen! Wachstumsimpulse setzen,

 

Dieser Beitrag wurde unter Global Economy veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen