Große und kleine Gauner

Um Gaunereien und diebische Elster geht es aus irgendwelchen Gründen in dieser Kolumne immer wieder. So auch diesmal: Mein Freund Jörg, ein wohlbetuchter Archtiket, den ich schon lange um seinen sündteuren Mercedes Sportcabrio beneide, wurde kürzlich das Opfer von Automardern. Die Jungs sind aber wohl noch nicht sehr lange im Gewerbe: Sie klauten das Handset seines festeingebauten Autotelefons. Was sie damit ohne Elektronik-Kasten anfangen, wissen sie wohl ganz alleine …

Apropos Gaunereien: Preisbrecher Axicon macht sich bei mir zur Zeit sehr beliebt mit ihren Tarif- und Rechnungsspielchen. Ich hatte im Sommer für das Handy meiner Frau (die sehr wenig damit telefoniert) eine D1-Karte mit dem supergünstigen „Schnuppertarif“ abgeschossen – nur 44 Mark Grundgebühr im Monat, dafür aber wesentlich höhere Gespröchskosten, Laufzeit ein Jahr. Die erste Rechnung kam – und man verlangte von mir für einen Monat 69 Mark Grundbetrag plus Gesprächsgebühren. Ein Anruf brachte Klarheit: Offenbar hatte jemand beim Abtippen meines Antrags das Wörtchen „Schnupper“ mit „Normal“ ersetzt. Kaum war die Sache geklärt, flatterte mir Ende November ein Brief ins Haus, in der Axicon den Zusammenschluß mit den Konkurrenten Martin Dawes und Proficom verkündete und mir ankündigte, daß „im Rahmen der Tarifharmonisierung“ der Schnuppertarif ganz wegfällt. Ersatzweise solle ich ab 6. Januar den neuen „Partner-Tarif“ berechnet bekommen („für Kunden interessant, deren monatliches Gesprächsaufkommen nicht besonders hoch ist …“). Kostenpunkt: 70 Mark im Monat. Empörter Anruf bei Axicon: Schließlich hätte ich doch einen Vertrag! Die freundliche Dame vom Kundenservice beschwichtigte: Natürlich laufe mein Vertrag weiter. Und im Frühjahr solle es ohnehin ganz neue Tarife geben. „Wir von Axicon werden uns dafür einsetzen, daß es wieder einen Billigtarif gibt“, meinte sie hoffnungsfroh. Wie sagt Beckenbauer? Schaun mer mal.

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