Ich hab’s ja gleich gesagt: Griechenlands Rettung ist der Drachmo!

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 1. November 2011 im Cole-Blog. Er ist noch so aktuell wie damals: Einfach den Namen „Giorgos Andrea Papandreou“ mit „Alexis Tsipras“ ersetzen und ein paar Nullen an die Summe dranhängen – fertig ist der Rettungsplan!

 

Fast kein Unterschied, oder?

Die Entscheidung des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Andrea Papandreou, eine Volksabstimmung über die Annahme des Rettungspakets der EU entscheiden zu lassen, hat alle entsetzt: Politiker, Banker, Börsianer. Was ist, wenn die Griechen nein sagen? Und was machen wir am nächsten Montag mit den bereits beschlossenen acht Milliarden Kredithilfen? Wenn die nicht fließen, ist Griechenland am Dienstag pleite.

Was dann passiert weiß keiner, aber zwei Dinge sind klar:

  1.  Griechenland darf nicht aus der Eurozone ausgeschlossen werden oder austreten, weil uns sonst die ganze Konstruktion der EU um die Ohren fliegt.
  2. Griechenland muss unbedingt aus der Eurozone rausgeschmissen werden oder freiwillig austreten, weil uns sonst die ganze Konstruktion der EU um die Ohren fliegt.

Auf den Griechen Epimenides, ein Kreter, geht das klassische Paradoxon zurück: „Ein Kreter sagt, alle Kreter lügen.“ Durch Kreisargumentation und jede Menge Semantik lässt sich mit diesem Satz beweisen, dass Kreter sowohl lügen als auch die Wahrheit sagen.  Was wir brauchen, ist genau sowas, auf den Euro übertragen.

Ich habe auch schon die Antwort, und ich bin zuversichtlich, dass mir dafür im Eilverfahren der Wirtschaftsnobelpreis verliehen wird. Mindestens.

Das geht so: Griechenland tritt aus der Eurozone aus und führt eine neue Währung ein, die „DRACHMO“ heißt, griechisch „ΔΡΑΧΜΟ“. Er sieht genauso aus wie der Euro, ist aber weniger wert. Wie viel weniger, darüber wird noch zu verhandeln sein. Schließlich muss Griechenland ja jetzt erst mal seinen geordneten Staatsbankrott hinter sich bringen, dann werden wir sehen. Jedenfalls garantieren die Euro-Staaten diesen Wechselkurs, den sie allerdings immer wieder neu verhandeln können. Das Charmante ist: Sie können das in aller Ruhe tun, einen Gipfel nach dem anderen abhalten, ohne je den Euro selbst zu destabilisieren.

Aus der Größe und Güte meines Herzens verzichte ich auf jede monetäre Entlohung für meine geniale Idee. Wenn mich allerdings Herr Papandreo gerne einladen möchte, wüßte ich schon, wo ich gerne Urlaub machen würde: auf Kreta…

 


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