Im Internet spielt die Musik

Wer verdient nun Geld im Internet? “Die Versandunternehmen”, kommt es ohne zu zögern aus dem Mund von Patrick Palombo. Der Sohn italienischer Immigranten, der in Nordafrika und Frankreich aufwuchs, ist heute weitgehend im Cyberspace zu Hause, wo er für die Schickedanz-Gruppe ein offenbar äußerst ertragreiches Internet-Geschäft unter dem Namen “Quelle Online” betreibt.

Statt 20 habe man letztes Jahr 25 Millionen Umsatz gemacht, was einer Steigerungsrate von mehr als 350 Prozent entspräche, sagte mir Palombo beim Mittagessen im “Minecci”, einem wunderbaren kleinen Italiener im Nürnberger Stadtteil Johannis. Überhaupt sind seiner Meinung nach die Versender die großen Gewinner beim Electronic Commerce. Denn worum geht es dabei? “Um die Fähigkeit, den Auftrag entgegenzunehmen, das Päckchen von A nach B zu bringen und hinterher einen After Sales Service zu bieten. Das ist unsere Kernkompetenz – jeder andere muß sich diese Fähigkeit erst aufbauen oder teuer erkaufen.”

Kein Geschäft mehr machen sollen dagegen die Schallplattenfirmen, wenn es nach KünstlerInnen wie Nina Hagen geht. Sie bietet ihre jüngste Platte, eine Sammlung indisch angehauchter Stücke mit dem Titel ”Om namah shivay”, im Internet an, in echter CD-Qualität zum Herunterladen im handlichen MP3-Format. Solche Gratis-Songs gibt es schon zu Hunderttausenden, zum Beispiel auf der Website von mp3.com. Für das enfant terrible der deutschen Musikszene ist Musik im Internet nicht nur ein praktischer Vertriebskanal, sondern auch eine Möglichkeit, sich von geldgierigen Musikbossen unabhängig zu machen: “Ich bin ja nicht so blöd, und gebe die Scheibe einer Plattenfirma, die sich dann soviel Prozente nimmt, daß nichts mehr davon übrigbleibt”, meinte sie kürzlich bei einem Besuch in München.

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