| Abschied eines Bloggers |
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| Sonntag, 7. Februar 2010 | ||||||
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Unserem Freund Hans Pfitzinger geht es nicht gut. Der Krebs, der ihn in den letzten Monaten quält, die er im Sterbehospiz der Barmherzigen Brüder in Nymphenburg verbringt, hat ihn lange in Ruhe gelassen, jetzt regt er sich wieder. Hans ist müde und etwas in sich gekehrt. Aber er mustert seine Umwelt immer noch aus hellwachen Augen hinter den dicken Brillengläsern, und er erzählt noch immer gerne und viel. Ja, Pfitzinger habe die Redaktion bis aufs Blut gereizt mit seiner Kritik. “Bitteres und Galle” habe er regelmäßig “ins Netz gekotzt”. Er sei der Mann gewesen, der “gern und ausgiebtig die taz geschmäht hat, der dabei so fies sein konnte, dass sich taz-Redakteure immer wieder persönlich attakiert fühlten.” Sie ist also ehrlich. Aber sie hat ein einfühlsames und für Menschen wie uns, die Hans kennen und lieben, sogar herzzerreißendes Portrait eines Sterbenden geschrieben, vor dem sich selbst alte Feinde verneigen. “Natürlich hat er nicht nur unrecht mit dem, was er da herausbellt”, gibt sie leicht grollend zu: “Es gibt halbgare Berichte, unaktuelle Reportagen, drückerbergerische Kommentare.” Die hat Hans jahrelang schonungslos gegeißelt. Dass Hans seinen tazblog eingestellt hat, dass er ihn in “Hansblog” umgetauft hat, wo er über die letzten Tage eines Krebskranken berichtet, das erzählt die Schreiberin nüchtern, aber feinsinnig. “Wenn jemand wissen möchte, wie ein Krebspartient sich fühlt, was er durchmacht, und hofft und wie in diesem Land das Gesundheitswesen funktioniert, dann gehört dieser Blog zum Lesenswertesten, was es zu diesem Thema gibt”, schreibt sie. Am Ende scheinen Hans und Anna Maier (so heißt die Redakteurin) ihren Frieden miteinander gefunden zu haben. Ich würde sagen: Hut ab. Und zwar vor beiden.
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