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Rauchen vor dem Landtag - ein Rückblick Drucken
Samstag, 30. Mai 2009

Der Smoke-in vor dem Landtag geht langsam in die letzte Runde. Für das Bayerische Fernsehen Anlaß, ein Fazit zu ziehen.

 

 "Am Ende also viel Rauch um nichts? Gekostet hat die Sachedie Nerven von Tim Cole und die anderen Bürger. Und noich viel schlimmer: Ein Stück Vertrauen in den Freistaat - und eine ganze Menge Steuergelder." So fasste Sebastian Hanisch von Bayern 3 die anterhalb Jahre dauerndeJustiz- und Verwaltungsposse um die Raucher zusammen, die sich 5. November 2007 vor dem Landtagsgebäude an der Isar trafen, um als freie Bürger unter freiem Himmel gemeinsam eine Zigarre zu rauchen und damit Dampf abzulassen über die geplante und kurz darauf von der CSU auch durchgeboxte totale Rauchverbot in bayerischen Gaststube.

Was dann kam, ist schon in Raucherkreisen eine kleine Legende (siehe: "Es ist soweit: Die Raucherpolizei geht um ". 30 Beamte, zehn Streifenwagen, Personalienfeststeööung, Anzeige, saftige Bußgeldbescheide von 300, bzw. in meinem Fall wegen angeblicher Rädelsführerschaft sogar 500 Euro. Und es ging weiter: Einsprüche, Vorladungen, am Ende ein Gerichtstermin, bei dem die ersten Mit-Raucher von einem völlig genervten Amtsrichter endlich von ihrem Albtraum befreit wurden (siehe; "Freispruch für Raucher ").

Das alles hat ein Team des BR-Fernsehens kürzlich zu einem kleinen Filmbeitrag aufgearbeitet, der am 18.5. in der Sendung "Geld & Leben " ausgestrahlt wurden. Dort kommen alle nochmal zu Wort: Die junge Streifenpolizistin, die das Pech hatte,  an diesem Tag für die leider anderweitig beschäftigten Kollegen von der Landtagswache einspringen zu müssen, und die uns aufforderte, auf die andere Straßenseite zu wecheln (was noch deutlich innerhalb desBannkreises war). Der Landtagsvizepräsident Prof. Peter Paul Gantzer, der vor laufender Kamera die Beamten abwatschte ("...da verliert der Bürger sein Vertrauen in die Staatsgewalt, wenn wegen einer solchen Nichtigkeit ein Verfahren eingeleitet wird"). Und auch Christoph Haberl vom Kresverwaltungsreferat München, dessen Behörde die Bußgeldflut losgelassen und damit erst die überflüssige, aber aufwändiuge juristische Nachbearbeitung des Falls erzwungen hatte ("...auch wenn's für uns ein bisschen schlecht ausschaut, gehe ich davon aus, dass die Verfahren eingestellt werden") und sich dabei eines Seitenhiebs gegen die Kollegen vom uniformierten Dienst nicht ersparen konnte (...war ein bisschenunglücklich auch seitens der Polizei, eine Anzeige zu erstellen, wenn man selber nicht genau weiß, wo die Bannmeile beginnt").

Alles also doch noch ausgegangen wie das Hornberger Rauchen , wie ich es an dieser Stelle in meinem Blogeintrag vom 17. März 2008 prophezeit habe?Nun, das vielleicht doch nicht. Denn eines wird bleiben: Das Bewußtsein, das ein kleines Häuflein Aufrechter es schaffen kann, in Bayern "denen da oben" doch noch ungestraft die Meinung sagen zu dürfen. Etwas, woran man in letzter Zeit angesichts des Wiedererstarkens des Obrigkeitsstaats und der schleichenden Kuppierung der Bürgerrechte (siehe verschärftes Versammlungsrecht, Online-Lauschangriff und Wiedereinführung der Zensur - Stichwort: Sperrung von Kinderpornoseiten im Web) doch als freier Menschschon gezweifelt hat.

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 24. Juni 2009 )
 
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