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Rauchverbot: Botschaft angekommen Drucken
Donnerstag, 9. Oktober 2008
Alle in der CSU von Horst Seehofer abwärts haben kapiert, was der CSU die absolute Mehrheit gekostet hat. Nur Georg Schmid nicht.

Horst Seehofers erste Botschaft an sein neues Volk ist bezeichnend. Man müsse das umstrittene Antirauchergesetz "mit Sicherheit ändern", weil es "die bayerische Volksseele verletzt“ habe. So sehr es mich freut, nachträglich aus so berufenem Munde wie dem des designierten Landesvaters Recht zu bekommen, so sehr frage ich mich: Mußte das alles wirklich sein? Hätten fünf Minuten Nachdenken seitens der CSU-Oberen nicht zu der Erkenntnis führen müssen, dass eine "Volkspartei" (die die CSU bis dato sicher war, wir sind hier immerhin in Bayern!) alles tun darf, außer sich mit dem eigenen Volk anzulegen?

Eine überwältigende Mehrheit der bayerischen Wähler - bis zu 70 Prozent, je nach Umfrage - war für eine "vernünftige" Regelung in Sachen Raucherverbot. Vernünftig heißt genau das: Eine Regelung, die dem gesunden Menschenverstand entspricht. Klar weiß jeder, dass Rauchen schädlich ist. Und kein vernünftiger Mensch kann gutheißen, dass einer anderen unaufgefordert Rauch ins Gesicht blasen darf. Aber wer gibt andererseits den Nichtrauchern das Recht, mir vorzuschreiben, ob ich im Kreis von Gleichgesinnten meine Gesundheit runieren darf? Das ist Staatspaternalismus der übelsten Sorte - und sowas lassen sich gerade die Bayern nicht gefallen. 

Wie sehr sich innrhalb des CSU-Establishment die Einsicht durchgesetzt hat, dass man mit dem Brutalo-Rauchverbot einen Riesenfehler gemacht hat, erkennt man daran, dass ausgerechnet ein so etablierter CSU-Mann wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann neuerdings laut "BILD-Zeitung" zugibt: "In Sachen Rauchverbot sind wir wohl in den Augen vieler Mitbürger über das Ziel hinausgeschossen.“Allerdings!

Neue Töne also aus der CSU-Spitze, die darauf hindeuten, dass man erkannt hat, welchen fehler man da gemacht hat. Dem reuigen Sünder wird ja verziehen im katholischen Bayern. Aber was ist mit dem, der nicht bereut?

Womit wir beim Hauptschuldigen am Wahldebakel der CSU sind: Georg "Schüttelschorch" Schmid, der Mann, der sein Amt als frischgebackener Fraktionsvorsitzender dazu mißbraucht hat, sich arrogant über den Volkswillen hinweg zu setzen und das Brutalo-Rauchvrbot ohne Rücksicht auf Verluste durchzupeitschen. So einer, denkt man, wäre doch der erste, der gehen muss. Aber weit gefehlt: Sie haben ihn jetzt sogar in seinem Amt bestätigt!

Es wird jetzt spannend sein zu sehen, wie der Mann sich aus dieser mißlichen Lage heraus manövriert. Wenn er aus Angst vor Gesichtsverlust versucht, sein Rauchergesetz zu verteidigen, legt er sich mit Seehofer an. Duckt er und lässt ein neues Gesetz auf Stapel legen, hat er sich endgültig als den politischen Oportunisten offenbart, für den ihn viele halten.

Aber ob mit oder ohne Schmid: Bayern wird ein neues, ein vernünftiges, ein "echt bayerisches" Rauchgesetz bekommen. Mit Nebenraumregelung und Wahlmöglichkeit für Einraumkneipen. Und weil wir eben in bayern sind, wird man im Festzelt auf dem Oktoberfest aufewig weiterrauchen können. Ja, so samma eben. Oder werden's jedenfalls bald wieder sein.

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