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Das "System Schirrmacher" Drucken
Freitag, 19. Februar 2010

Journalisten betrachten sich gerne als Aufseher, als Kontrollinstanz, als neutrale Schiedsrichter bei gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. “Unabhängig, überparteiisch “: Die Worte prangen explizit  vom Titelblatt der “BILD-Zeitung”, und implizit umweht dieses Motto jede Ausgabe beispielsweise der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” und insbesondere des dortigen Feuilletons. Auch der oberste FAZ-Feuilletonist Frank Schirrmacher sieht sich als Ober-Aufseher, wobei er seine Wortgewalt nach gusto auch über Dinge ausgießt, die strenggenommen nicht dem deutschen Literaturgeschehen, seinem eigentlichen Kompetenzfeld, zuzuordnen sind. Dabei ist er in der Wahl seiner Medthoden nicht besonders zimperlich. Wer ihm in die Quere kommt, der kann sein blaues Wunder erleben.

Czyslansky.net , ein "Meta-Blog", zu dem ich auch gelegentlich beitrage, hat sich zu einer Art zentraler Anlaufstelle für die Kritik an Schirrmacher und seinen Methoden entwickelt, seitdem dieser sich angemaßt hat, ein Buch über die digitale Zukunft zu schreiben, obwohl er vom Digitalen völlig überfordert ist, wie er selber schreibt. Dass er Millionen von Menschen mit kulturpessimistischen Floskeln wie “Multitasking ist Körperverletzung”verängstigt und damit beschädigt, dass er die Akzeptanz des Digitalen insbesondere in der deutschen Wirtschaft um Jahre zurückwirft, ficht ihn nicht an, den “wilden Mann von Main”, wie ihn Hans-Olaf Henkel nennt.

Henkel ist einer von vielen Opfern Schirrmachers und seines Systems, das auf Vereinfachung, Veriwirrung und Angstmachen beruht. Er, einer der geachtesten Manager Deutschlands, langjähriger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Leibnitz-Gesellschaft, Träger des Internationalen Buchpreises Corine für sein Buch „Die Ethik des Erfolgs“, ausgerechnet ihn stellte Schirrmacher an den Pranger als einer derjenigen, die ein “Zeitalter des Unglücks” über Deutschland hereinbrechen ließen, indem sie uns sehenden Auges in die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit manöverierten.

Die meisten Opfer Schirrmachers halten sich bedeckt. Zu groß ist die Macht des FAZ-Chefs und seiner Schranzen, als dass man sich trauen würde, offen über die Methoden zu reden, mit denen er seinen Anspruch auf die intellektuelle Lufthohheit in Deutland verteidigt. Hans-Olaf Henkel gehört nicht zu den Ängstlichen. Er hat eine bislang unveröffentlichte Abrechnung mit dem “System Schirrmacher” verfasst, die er den Machern von czyslansky.net zu Verfügung gestellt hat und die dort unter der losen Reihe “Zu Gast bei Czyslansky ” wiedergeben worden ist.

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 24. Februar 2010 )
 
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