| Daten klein halten! |
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| Donnerstag, 30. Oktober 2008 | |
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Das Kunstwort des Jahres heißt "Kleindatenhaltung". Nur ist es leider falsch. Es ist ein perfider Plan: Um zu zeigen, wie leicht es ist, die Ergebnisse von Suchmaschinen wie Google & Co. zu manipulieren, haben die Macher von Webmasterpark einen Wettbewerb ausgeschrieben. bei dem derjenige gewinnt, der es schafft, ein zuvor bei keiner Suchmaschine gelistetes Keyword 17.11., 16:59 Uhr, bei Google auf Platz eins zu hieven. Der Kunstbegriff, um den es geht, lautet "Kleindatenhaltung". Als ich vorhin Google fragte, gab es bereits 4.100 Einträge, wobei die Jungs von Mywebsolutions mit folgenden Beitrag die Nase vorne hatten: "Die Kleindatenhaltung wird vom Institut der Perfomance- und Systemanalyse als eine der wichtigsten Entwicklungen auf dem Gebiet der Datenperformance bezüglich der Datenspeicherkapazität angenommen. Die Kleindatenverwaltung ist aus der Welt der terrabytegroßen Festplatten nicht mehr Wegzudenken!" An zweiter Stelle folgte die Website "Geld im Internet ", wo es unter anderem heißt: "Unter der Haltung kleiner Daten kann man natürlich noch ganz andere Dinge verstehe, etwa eine Homage an die Kleintierhaltung (<>Kleindatenhaltung)mit einen zynisch, abwertenden Bewertung von Geeks und Nerd" Tz den weiteren Hoffnungsträgern zählen zum Beispiel interaktiv.net ("Der Begriff Kleindatenhaltung ist eine Wortschöpfung aus „Kleindaten“ und „Haltung“"), schloebe.de ("Kleindatenhaltung ist der Web 2.0-Begriff für Micro-Formats, oder auch Kleindaten.") oder der Blog von Pascal Landau , der behauptet: "In einschlägigen Foren gehen sogar erste Datenschützer auf die Barrikaden und fordern Restriktionen bei der Einfuhr exotischer Kleindaten, die eventuell gefährliche und auf europäischen Festplatten unbekannte Viren mit einschleppen könnten." Seltsamerweise taucht mein Freund Michael Kausch noch nicht unter den Top Ten bei Google auf, obwohl es ihm in einem Blogeintrag auf czyslansky.net gelungen ist, den Nachweis dafür zu erbringen, dass Kleindatenhaltung keineswegs ein neu ersonnener Kunstbegriff ist, sondern ein vom legenadären Pionier des Digitalzeitalters geprägte Bezeichnung für ein von ihm gemeinsam mit Konrad Zuse zumindest angedachtes Projekt zum Bau einer tragbaren Version von Zuses erster elektronischen Rechenmaschine, dem Z1, das bekanntlich als der Vorläufer unserer heutigen Computer gilt. Siehe dazu die eindrucksvolle Ausstellung im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Laut Kausch passte die mobile Version des Z1 bequemen in einen knapp 2 meter hohen Überseekoffer von Hapag-Lloyd,, wofür er ein lange als verschollen geglaubtes Foto präsentiert. Tatsächlich lässt die in Kreide hinterlassene Aufschrift "czyslansky kdh-1 (berlin-dahlem 37)" den Verdacht zu, dass es sich um einen Behälter für Czyslanskys frühen Forschungsergebnisse auf dem gebiet der Kleindatenhaltung ("kdh") handeln könnte. Ich selbst habe eine ganz andere Erklärung. Für mich ist "Kleindatenhaltung" eindeutig eine Verdrehung des Begriffs "Datenkleinhaltung". Dieser bezeichnet die Disziplin innerhalb der IT, die sich um die Reduktion unhandlicher Datenmassen auf erträgliche, auch von primitiven Datenendgeräten wie PDAs oder 100-Dollar-Laptops darstellbare und selbst über schmalbandige Datennetze, wie sie beispielsweise in Drittweltländern zu finden sind, übertragbare Datenformat. Daher auch die in den USA unter Computerwissenschaftlern läönstt gebräuchliche Abkürzung KISS (Keep It Small, Stupid!"). Natürlich gibt es bereits einen Eintrag zum Stichwort "Kleindatenhaltung" beim Online-Lexikon Wikipedia . Im Übrigen schließe ich mich den Ausführungen des (namenlosen) autors von kostenlose-browserspiele.com an, der schrieb: "Die Kleindatenhaltung ist nichts schlimmes." Dem ist wohl nichts hinzu zu fügen. |
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 30. Oktober 2008 ) |
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