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Die Suche nach dem Googlewhack Drucken
Freitag, 6. November 2009
Manche Leute haben einfach zu viel Zeit.
Namentlich solche, die sich dem neuen Internet-Volksport hingeben, nämlich der Suche nach dem Googlewhack. Es handelt sich dabei um eine Unterdisziplin des Web-Suchens, deren Ziel es ist, zwei Begriffe zu finden, deren Eingabe Google zum Ausspucken von nur einer einzigen Fundstelle führt. „To whack“ bedeutet im Englischen unter anderem „abhacken“. Ein Synonym wäre also „to chop off“. Dass „to whack off“ vulgärsprachlich so viel bedeutet wie Liebe machen mit jemandem, den man sehr, sehr gerne hat (siehe „Autoerotik“), erhöht nur den Reiz der Wortschöpfung.

Als eigentlichen Erfinder des Ausdrucks „Googlewhacking“ bezeichnet sich ein gewisser Gary Stock , im Hauptberuf CTO von Nexcerpt,, einem Online-Clippingdienst mit Sitz in Kalamazoo, Michigan. Wie es dazu kam hat er selbst auf der Website „unblinking.com” dokumentiert. Die erste Erwähnung des Wortes stammt, wie er schreibt, aus einer Mail vom 8. Januar 2002, in der steht:

„I’ve gotten addicted to looking for combinations of common words which have the lowest incidence of appearance on web pages, as indexed by google.  So far, I have yet to find a set of two  common english words which do not appear together on any web pages…”

Zu diesem Zeitpunkt war es ihm lediglich gelungen, erfolgreiche Dreierkombinationen zu ersinnen, zum Beispiel:

„flatness strawberries magnification”
“jeweler parkways pathways”
“florists parkways practiced“

Diese bezeichnete er als „Tripplewhack“. Er träumte aber damals schon von einem Zweier, dem „elusive Doublewhack“, wie er ihn nannte. Diese blieb einem Mensch mit dem reichlich unwahrscheinlichen Namen Cinnamon Brunmier vorbehalten, dem mit der Kombination „schadenfreude primp“ erstmals der große Wurf gelungen sein soll. Ich schreibe „soll“, weil es im Wesen eines Googlewhacks liegt, dass er nach seiner Entdeckung gleich wieder verschwindet, sobald der Erfinder ihn ins Internet stellt, wo die Google-Roboter ihn alsbald entdecken und in die große Datenbank aufnehmen, was eine zweite Fundstelle erzeugt.

Googlewhacking ist inzwischen eine weltweit anerkannte Sportdisziplin und ein heißer Kandidat für die nächste Olympiade. Die Website googlewack.com listet nicht weniger als 35.000 Begriffspaarungen auf, die angeblich zum raren Einzelergebnis führen, darunter:

„illuminatus ombudsman“
„fetishized armadillo“ und
„unmerciless politician”

In Deutschland ist das Such-Spiel inzwischen unter den Namen “knackdengoogle ” bekannt geworden. Die einschlägige Website liefert unter der Rubrik „The Daily 10“ laufend neue Erfolgsbeispiele wie

„antarktis wüstenoase“
„boxenluder stilangebote“ oder
„blutegel streichelzoo“

Für diejenigen, denen die Suche nach Googlewhacks zu langwierig ist, gibt es zum Glück bereits eine entsprechende Software, GoogleWhack 1.4 , die ein gewisser Adam J. Foxson programmiert und der Welt als kostenlosen Download zur Verfügung gestellt hat (danke, Adam!).

Die Tatsache, dass ein Googlewhack aufgrund seines flüchtigen Wesens in der Praxis nicht beobachtet werden kann, drängt geradezu eine Parallele auf zum Heisenberg’schen Unschärfe-Prinzip (das im Englischen bekanntlich „Heisenberg’s Uncertainty Principle“ heisst, was ich viel treffender finde als das Original, weil sich darin die ganze Unsicherheit widerspiegelt, unter der die moderne Physik und die Physiker leiden, wenn sie einem Laien versuchen sollen, das Standardmodell zu erklären.

Für diejenigen, die in der Vorlesung über Quantenphysik mal wieder Schiffeversenken gespielt haben statt aufzupassen sei hier nochmal der einschlägige Wikipedia-Eintrag wiederholt:

    Unter dem Begriff des Unschärfeprinzips werden die folgenden drei Aussagen zusammengefasst, die zwar miteinander verwandt sind, jedoch physikalisch unterschiedliche Bedeutung haben.[2] Sie sind hier beispielhaft für das Paar Ortsmessung und Impulsmessung notiert.
    1.    Es ist nicht möglich, ein Quantenobjekt in einem Zustand zu präparieren, bei dem die Position und der Impuls beliebig genau definiert sind. Diese Unschärfe lässt sich als unmittelbare Konsequenz der Wellennatur der Materie in der Quantenphysik interpretieren.
    2.    Es ist nicht möglich, die Position und den Impuls eines Quantenobjektes gleichzeitig exakt zu messen.
    3.    Die Messung der Position eines Quantenobjektes ist zwangsläufig mit einer Störung seines Impulses verbunden, und umgekehrt.
    Jedes dieser drei Unmöglichkeitstheoreme lässt sich quantitativ in Form so genannter Unschärfe-Relationen formulieren, die eine untere Grenze für die minimale erreichbare Unschärfe der Präparation bzw. Messung angeben.


Kurz zusammengefasst heißt das ja, dass der Entdecker eines Googlewhack die Realität durch seine Beobachtung verändert. Und das ist auch gut so!
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 26. November 2009 )
 
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