| Schnurlos glücklich |
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| Samstag, 11. Februar 1995 | ||||||
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Wozu braucht der Mensch mit Mobiltelefon überhaupt noch einen festen Apparat?
Diese eher akademische Frage beschäftigt mich schon lange. Nur habe ich bereits ein Festtelefon. Doch nun ziehe ich gerade von Stuttgart nach München um, pendele aber erst mal ein paar Monate lang quasi zwischen zwei Welten: In der alten Wohnung bin ich schwer erreichbar, in der neuen hat die Telekom noch keinen Anschluss zuwege gebracht. Also bleibt das Mobiltelefon meine einzige Verbindung zur Außenwelt. Und siehe da: Es funktioniert prima! So langsam hat sich meine D-Netz-Nummer unter Kunden und Kollegen herumgesprochen. Dadurch klingelt es zwar häufiger (und häufig in peinlichen Situationen, wie im Restaurant oder im Meeting). Da zahlt sich die Mailbox aus: Wenn ich nicht gestört werden will, schalte ich das Handy einfach aus. Sobald ich wieder einschalte, wähle ich den elektronischen Anrufbeantworter, höre die Nachrichten ab und rufe zurück. Bleibt jetzt nur die Frage: Soll ich mir in München überhaupt noch eine feste Rufnummer verpassen lassen oder nicht? Mal sehen ... PS: Mein Vorsatz, in Zukunft ohne Festtelefon auszukommen und nur noch mit dem Handy zu leben, war nach vier Wochen zu Ende. So lange brauchte die Telekom, um mir in der neuen Wohnung einen ISDN-Anschluss zu installieren. Gescheitert bin ich vor allem an den Empangsverhältnissen für D2 in München. In der neuen Wohnung am Gasteig, also mitten in der Stadt, loggte der Apparat zwar immer brav ein, aber jedes zweite Gespräch endete abrupt, weil sich das Netz offenbar in Folge irgendwelcher atmosphärischen Störungen kurz verabschiedete. In meiner Verzweiflung schritt ich sogar zum Äußersten und installierte eine abnehmbare Autoantenne ans Fenster meines Arbeitszimmers. Nütze aber leider nichts: Der Empfang brach trotzdem immer wieder ab. Interessant war das Experiment aber doch. Kunden und Kollegen waren voll des Lobes, weil ich ihrer Meinung nach jetzt besser erreichbar sei oder dank der digitalen Sprach-Mailbox angeblich schneller als früher zurückrufen würde. Ein paar sparsame Zeitgenossen beschwerten sich allerdings: Sie müssten ja durch die erhöhten Gesprächsgebühren ins D-Netz mehr zahlen als früher. Offenbar bin ich ihnen das nicht wert. Na ja, werd's mir merken ...
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 15. Februar 2009 ) | ||||||
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