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Gepflegte Langeweile in Berlin |
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Donnerstag, 1. Juli 2010 |
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War das „einmalige Medienexperiment“ des Springer-Verlags, die heute die Ausgabe der Tageszeitung „Welt Kompakt“ in die Hände von Bloggern zu geben, eigentlich ein Erfolg? Die Beantwortung dieser Frage hängt von den Erwartungen ab, mit denen die Teilnehmer – rund 20 so genannte „Premium-Blogger“ aus allen Ecken Deutschlands – am Mittwoch nach Berlin gereist sind.
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Alice darf nicht sterben! |
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Freitag, 25. Juni 2010 |
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Sie ist das Pinup-Girl der deutschen IT, die schöne Fee mit den blonden Locken und dem kurzen Kleidchen, die so aufreizend unbekümmert barfuß durch die virtuellen Lande hüpft, stets von einem wallenden roten Band umschwebt, der digital Darling, die Traumfrau aller Nerds – eben Alice, das Mädchen aus der DSL-Werbung von Hansanet. Der Hamburger Provider hat sie von der Stunde Null an als Werbeträger eingesetzt, hat die Großflächen in den Innenstädten mit ihr vollgekleistert und sie zum optischen Blickpunkt unzähliger Spots und Anzeigen gemacht. Eine Welt ohne Alice – man mag sie sich eigentlich gar nicht vorstellen. Und doch: Alice muss jetzt sterben!
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Freitag, 18. Juni 2010 |
Der Mensch lebt schon immer in Symbiose mit seinen Werkzeugen. Indem er immer intelligentere Werkzeuge ersinnt und einsetzt, verändert er sich. Das ist ein natürlicher Vorgang, und er ist wertfrei. Der Fehler, den auch Schirrmacher begeht, besteht darin, diesem Vorgang ein Attribut zu geben. Ein typisches Beispiel ist die Vorstellung von “Fortschritt” (als ob der Mensch seit Anbeginn seiner Geschichte auf dem Weg zu einem klar definierten Endziel voran schreitet). Ein anderes ist die von durch Technik induzierte Degeneration, Frank Schirrmachers “vermanschtes” Gehirn.
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Obama ist gescheitert – na und? |
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Donnerstag, 10. Juni 2010 |
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Barak Obama und Jimmy Carter haben etwas gemeinsam: Beide haben eine ganze Menge geleistet, und beide werden als “gescheiterte Präsidenten” in die Geschichte eingehen. Carter wurde das Opfer seines eigenen Pessimismus sowie seiner verkorksten Außenpolitik. Obamas Anhänger fühlen sich von ihm im Stich gelassen, weil er sich beharrlich weigert, wie versprochen Guantanamo zu schließen oder die Schuldigen für die Folterverhöre der Bush-Ära vor Gericht zu bringen. Es wird immer klarer, dass ein Weichei im Oval Office sitzt. Da nützt ihm seine brillante Intelligenz und seine glänzende Redekunst nichts: Amerika will nicht von einem „wimp“ geführt werden, sondern von einem echten Kerl. Wenn sie Ronald Reagan wieder zum Leben erwecken könnten, würde er bei der nächsten Wahl einen Erdrutschsieg erzielen.
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Mittwoch, 2. Juni 2010 |
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Die heutige Jugend ist schlecht. Sie neigt zu Gewalt und hat kein Respekt vor andere. Und am schlimmsten sind diese jungen Ausländer! Oder etwa nicht? Nein, ganz und gar nicht. Auch wenn die Gazetten voll sind von U-Bahn-Schlägern mit Migrantenhintergrund, so entpuppt sich die Vorstellung von der steigenden Gewaltbereitschaft junger Menschen im Allgemeinen und jungen Ausländern im Besonderen als reines Stammtischgeschwätz. Und das verdanken wir dem Internet!
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