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Kartenbetrug für Banken keine Peanuts |
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Dienstag, 16. März 2010 |
Eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Kreditkartenbranche wurde gestern Abend ganz nebenbei auf einer Informationsveranstaltung in München gelüftet. Monika Kummer, Abteilungsleiterin Risikomanagement bei der Bayern Card-Service GmbH (eine Tochter der Bayerischen Landesbank und der Bayerischen Sparkassen) bezifferte auf einem Infroabend für Journalisten den Schaden, den Kartenbetrüger Jahr für Jahr anrichten, auf zwischen 0,2 und 0,3 Prozent vom gesamten Kartenumsatz. Dieser betrug bei BCS 2009 rund 16 Milliarden Euro. Gauner haben also rund 32 Millionen Euro erbeutet - Peanuts., könnte man meinen, jedenfalls aus Sicht der Bankenwelt. Weit gefehlt! Die Banken verbuchen ja nur einen kleinen Teil des großen Umsatzkuchens als Provision, nämlich etwa 1,2 Prozent. Den Rest der Provisionen (zwischen 3 und 6 Prozent, je nach Kartengesellschaft und Vertragsmodell des Händlers) kassieren so gennannte Acquirer, die direkt mit dem Händler und später mit den Banken abrechnen. Im Klartext heißt das: Mindestens ein Fünftel ihres Provisionsumsatzes verlieren Banken und Sparkassen durch Kartenbetrug! Erdnüsse sehen anders aus.
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Dienstag, 9. März 2010 |
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Mein Masseur kam gerade aus Vancouver zurück, wo er die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft betreut hat (nein, nicht die falsche Massagetechnik war an dem Debakel schuld, sagt er) und er zeigte stolz den USB-Stick, auf dem die IOK allen Teilnehmern die Informationsunterlagen überreicht hat. Es hat einen schönen Bändel mit bunten olympischen Ringen, damit man es um den Hals hängen und sich damit als echten Olympikonen ausweisen konnte. Und wir kamen ins Erzählen. Ich habe eine ganze Schublade voll mit solchen Sticks, denn inzwischen gibt es ja keine Pressemappen mehr aus Papier. Statt dessen bekommt man als Journalist bei jeder Pressekonferenz eine Stick, da sind alle Texte und Bilder drauf. Natürlich löschen wir die gleich wieder, weil wir ja den USB-Stick für andere Dinge verwenden wollen. Mein Masseur hat es genauso gemacht: “Wir haben uns alle gegenseitig damit die Digitalfotos ausgetauscht, die wir bei Olympia gemacht haben”, meinte er. Was uns zweierlei lehrt: Erstens, dass nichts so vergänglich ist wie digitale Daten und zweitens, dass die Technik oft für Dinge verwendet wird, für die sie gar nicht gedacht war.
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Sonntag, 7. März 2010 |
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Ich war letzte Woche in Hamburg beim Landgericht. Eigentlich hätte ich mir die Reise sparen können, denn ich habe diese Runde 0:1 verloren. Es hat sich aber trotzdem gelohnt, denn ich habe dadurch Rolf Schälike kennengelernt. Nochmal kurz zum Prozess: Es ging um eine Einstweiligen Verfügung, die Frank Schirrmacher gegen mich erwirkt hat wegen eines Zitates, das u.a. auf czyslansky.net erschien und in dem ich behauptet habe, seine in seinen Büchern und Artikeln verwendeten Methoden erinnerten mich an die großer Propagandamacher der deutschen Geschichte und insbesondere an die Instrumentalisierung der Juden während der Machtergreifung 1933. Schirrmacher fühlt sich dadurch von mir geschmäht, ich hätte ihn damit sittlich auf eine Stufe mit den Antisemiten gestellt, und die Richter der Pressekammer des Landgerichts sehen das auch so. Mein Anwalt. Prof. Gero Himmelsbach von der Kanzlei Romatka & Collegen in München will erst noch die Urteilsbegründung abwarten, und dann entscheiden wir, ob wir vors Oberlandesgericht ziehen. Aber das ist jetzt nicht so wichtig. Wichtig war der unscheinbare Mann mit den schütteren grauen Haaren und dem grauen Anzug, der als Zuhörer in der Ecke saß und fleißig mitschrieb.
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Die Schirrmacher-Story, oder: Von der Irrelevanz des Bloggens |
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Donnerstag, 4. März 2010 |
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Wir Blogger müssen uns langsam echt die Frage stellen, ob wir relevant sind. Diese Frage drängte sich mir auf, als ich einen Beitrag von Florian Ranner auf dem von mir sehr geschätzten Blog "grenzposten.de " las, der sich mit meinem Zwist mit Frank ("mein Kopf kommt nicht mehr mit") Schirrmacher befasste, dem ich ja vorwerfe, in seinem diversen Büchern und Zeitschriften eine an nationalsozialistische Propaganda erinnernde Argumentationsweise zu verwenden. Notabene: Ich sage nicht, Schirrmacher sei ein Nazi. Ich sage nur, er verwendet die gleichen Techniken, die Nazi-Propagandamacher (und nicht nur die) in der Vergangenheit verwendet haben, nämlich: grobe Vereinfachung (Schwarzweiß-Malerei), fahrlässiger Umgang mit Fakten und Zitaten (wir Journalisten sagen dazu augenzwinkernde "Fakten schönen") und vor allem: Angstmacherei.
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Mittwoch, 24. Februar 2010 |
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Ich weiß nicht, warum ich nicht schon längst darauf gekommen bin. Die Lösung des Problems der digitalen Völlerei ist doch ganz einfach: digitales Fasten! Verzichten wir auf Surfen, Blogs und E-Mail, zumindest für ein paar Wochen im Jahr. Kein Twitter, kein Facebook. Stattdessen mal wieder ein richtiges Buch lesen. Und schon: Bingo! Keine Kognitivkrise mehr, keine Ich-Entfremdung. Das zermanschte Gehirn kann sich regenerieren, die verlorene Denkfähigkeit kehrt zurück und sogar Frank Schirrmachers Kopf kommt wieder mit. Einfach genial! Gut, es gibt ein paar Probleme. Die Arbeit bleibt liegen, die Freunde sind verärgert, weil sie keine Antwort mehr auf ihre Mails bekommen, die Kunden beschweren sich beim Chef, weil die Bestellung liegen geblieben ist. Aber vielleicht liegt das Problem in der Wahl des religiösen Vorbilds!
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