Jürgen will nicht mehr

Das musste mal gesagt werden. Und mein Freund und Skatbruder Jürgen Seitz vom Bayerischen Fernsehen hat dafür genau die richtigen Worte gefunden, als er am Rosenmontag in den „Tagesthemen“ den Kommentar zur Griechenland-Krise sprach.

Was die Politik da an Rettungsschirme aufspannt, erinnerten ihn an einen „naiven Faschingsscherz“: Sie glauben, mit der Geldpumpe und brutalen Sparauflagen die Wirtschaft des Landes in die Neuzeit befördern zu können. Dabei seien in Griechenland die Lohnstückkosten in den letzten Monaten sogar noch weiter gestiegen, weil – so Jürgen – „ein wenig produktives Beamtenheer und rabiate Gewerkschaften nicht umsteuern wollen – und können.“ Nicht einmal griechisches Olivenöl sei da am Ende noch exportfähig.

Nein, ohne Euro-Austritt sei Griechenland nicht mehr zu retten, wenn Europa nicht zu einer Transferunion verkommen wolle, in der schwache Länder sich von den reichen dauernd refinanzieren lassen. Wenn Griechenland, warum dann nicht Portugal und Irland?

Und dann hob er zum großen Finale an: „Der Internationale Währungsfond will, so wird gemunkelt, dafür nicht mehr haften. Ich auch nicht. Und Sie?“

Das hat ihn jetzt einen Platz in der „Gewinner des Tages“-Spalte bei Deutschlands auflagenstärksten Tageszeitung eingebracht – weil man in der Hamburger Redaktion offenbar glaubt, dass Jürgens in Wahrheit Volkes Stimme sei. Und da könnten sie ausnahmsweise auch mal Recht haben.

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