Online-Auktionen – der Hammer!

Online-Auktionen sind der heiße Renner der Saison. Alle wollen den sagenhaften Erfolg von eBay, dem neuesten Senkrechtstarter an der US-Börse, in Europa wiederholen. Das britische Unternehmen QXL (ausgesprochen “Quicksell”) will sich mit dem Konzept “Online-Privatauktionen für jedermann” und der Gründung einer deutschen Niederlassung in Position für einen eventuellen Börsengang. “Auktionen sind die mediengerechte Art, im Internet-Zeitalter Preise auszuhandeln”, sagte mir Europachef Stand Laurent kürzlich. Er weiß aber auch, daß die Konkurrenz nicht schläft. “Man muß im Internet der erste sein”, lautet sein Motto.

Leider können Wunsch und Wirklichkeit im Online-Geschäft hart aufeinander prallen. Das hat ein anderes Internet-Auktionshaus jetzt gerade erleben müssen: Ricardo ist vor einem halben Jahr furios gestartet. Jetzt hat sie der Verein Hamburger Auktionatoren verklagt: Der Verkauf übers Internet fällt ihrer Ansicht nach unter die EU-Fernabsatzrichtlinie. Die sieht ein Widerrufsrecht von sieben Tagen vor. Bei Versteigerungen ist der Käufer an Gebot und Abnahme der Ware gebunden. Ich bin gespannt, wie die Richter am Hamburger Landgericht entscheiden werden.

Und noch eine Meldung zum Thema Auktionen im Internet: Der Autovermieter Sixt hat zum ersten Mal Gebrauchtwagen unter den virtuellen Hammer gebracht, allerdings andersherum: Ausgehend von einem Basiswert wurde der Preis alle zehn Sekunden um 250 Mark gesenkt. Wer als erster mit der Maus klickte, bekam den Zuschlag zum gerade aktuellen Preis. Merke: Im Internet heißt es manchmal Nerven bewahren. Übrigens: Die Resonanz soll sagenhaft gewesen sein, sagte Sixt-Vorstand Detlev Pätsch. Am Ende sei sogar der Server unter dem Ansturm der Bietwütigen zusammengebrochen.

Dieser Beitrag wurde unter Internet & Co. abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen