PQC und die Zukunft von Krypto

Ich habe Phil Zimmermann immer für eines der größten Genies gehalten, die das Internet-Zeitalter hervorgebracht hat. Phil ist der Erfinder von PGP – eine Abkürzung, die für „Pretty Good Privacy“ steht und die es möglich macht, Nachrichten absolut sicher über das offene Internet zu transportieren.

Der Trick ist einfach: Jeder Benutzer von PGP hat einen persönlichen „privaten Schlüssel“ (Private key), den nur er kennt und der zum Entschlüsseln einer Nachricht verwendet wird. Der Absender dagegen nutzt einen so genannten „öffentlichen Schlüssel“ (public key). Dieses Verfahren nennt sich „asymmetrische Verschlüsselung“ und ist garantiert unknackbar.

Als Phil seine Erfindung in Amerika vorstellte, waren die Geheimdienste entsetzt. Unknackbar? Wie sollten sie dann den Verkehr zwischen Terroristen und anderen Verbrechern überwachen, wenn sich jeder nur ein einfaches kleines Programm herunterladen und sich einen privaten Schlüssel aussuchen muss? Weiterlesen

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Wohin steuet die Automobilbranche im Zeitalter von Digitaler Transformation und Künstlicher Intelligenz? Ein Weckruf

Natürlich wissen wir alle, wie das Autofahren morgen aussehen wird. Hollywood hat es uns ja schließlich gezeigt! Im Film „The Fifth Element“ fliegen Autos durch die Straßen und Polizeiwagen liefern sich haarsträubende Luftkämpfe mit dem Taxifahrer Bruce Willis.

Aber halt – nicht so schnell! Bis dahin werden wir alle noch ein gutes Stück Weges zurücklegen müssen.

Laut Capgemini hinken Automobilunternehmen bei der digitalen Transformation anderen Branchen hinterher. Weiterlesen

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KI und der digitale Wandel in der Versicherungsbranche

Künstliche Intelligenz (KI) kann Versicherern helfen, Risiken zu bewerten, Betrug zu erkennen und menschliche Fehler im Antragsverfahren zu reduzieren, und Schadensanträge zu bearbeiten. Das Ergebnis sind Versicherer, die besser in der Lage sind, ihren Kunden die für sie am besten geeigneten Tarife zu verkaufen. Schauen wir uns einige dieser Dinge etwas genauer an.

KI gibt auch der Versicherungsbranche die Möglichkeit, in die Zukunft zu schauen. Predictive Risk Management, zu deutsch vorausschauende Risikoerkennnung und –bewertung, führen zu angemesseneren Prämien. In einer Branche, in der der größte Unterschied zwischen den Versicherungsgesellschaften nicht ihre Produkte, sondern ihre Preise sind, wird ein individuelleres Risikomodell einen großen Unterschied machen. Weiterlesen

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Christlicher Unsinn

Ich bin Pfarrerssohn und lebenslanger Atheist, aber das hält mich nicht davion ab, mich für theologische Themen zu interessieren, da sie ein zentraler Teil aller menschlichen Kulturen sind und großen Einfluß auf unser Leben und Denken haben. Und so hat eine Frage auf Quora sofort den Spürhund in mir geweckt, auch wenn sie zunächst reichlich esotherisch klingen mag, nämlich: „Welches Ziel verfolgte Augustinus mit der „buchstäblichen“ Auslegung in der Schrift De Genesi ad litteram?

Augustinus voon Hippo war bekanntlich einer der einflussreichsten Theologen und Philosophen der christlichen Spätantike und prägte das Denken des Abendlandes bis heute. Sein Werk De Genesi ad litteram ist vielleicht das wichtigste Zeugnis christlicher Kosmologie in Antike und Mittelalter. Und es ist erstaunlich aktuell!

Augustinus warnt davor, die Schriften des Evangeliums allzu wörtlich auszulegen, weil er befürchtet, dass die Christen sich und ihre Religion damit zum Gespött der Andersglubigen machen würden. Die entsprechende Passage lautet:

„Nun ist es für einen Ungläubigen schändlich und gefährlich, einen Christen, der vermutlich die Bedeutung der Heiligen Schrift wiedergibt, Unsinn über diese Themen reden zu hören; und wir sollten alle Mittel ergreifen, um eine solche peinliche Situation zu verhindern, in der die Leute die große Unwissenheit eines Christen vorführen und sie zum Gespött machen. Die Schande besteht nicht so sehr darin, dass ein unwissendes Individuum verspottet wird, sondern darin, dass Menschen außerhalb der Gemeinschaft des Glaubens glauben, dass unsere heiligen Schriftsteller solche Meinungen vertreten haben, und zum großen Schaden derer, für deren Heil wir arbeiten, werden die Verfasser unserer Schrift kritisiert und als ungelehrte Menschen abgelehnt.“

Einige theistische Evolutionisten und fortschrittliche Kreationisten der „alten Erde“-Theorie haben diese Passage aus Augustinus‘ Werk benützt, um Kreationisten der „jungen Erde“-Fraktion auf ihren Irrtum hinzuweisen.

Christen, die die Evolution in Frage stellen und dem Kreationismus oder dem intelligente Design nachhängen, seien eine Schande für das Christentum insgesamt, weil sie dadurch riskieren, das Evangelium in Verruf zu bringen und echte Glaubenssuchende vom Christentum abzuwenden.

Im jahrhundertealten Streit zwischen Kreationisten über das Alter der Erde scheint Augustinius also fest auf der Seite der Theoretiker der alten Erde zu stehen, welche die sechs Schöpfungstage in der Genesis als unbestimmte Zeitspanne interpretieren. Dies ermöglicht es ihnen, sie auf unbestimmte Zeit auszudehnen, um sie an die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien anzupassen und so einen Evolutionsglauben in einem christlichen Kontext zu akzeptieren, was die Jungkreationisten ablehnen.

Die Frage ist auch heute noch aktuell. Eine Gallup-Umfrage zum Kreationismus aus dem Jahr 2017 ergab, dass 38 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten die Ansicht vertraten, dass „Gott den Menschen in seiner heutigen Form irgendwann innerhalb der letzten 10.000 Jahre erschaffen hat“, und zwar in 6×24 Stunden!

Oh Heiliger Augustinus, bet für uns!

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Die allererste Uni

Seid umschlungen, Brüder!

Schnell: Was war die erste Universität der Welt? Bologna, sagen Sie? Falsch! Das Pandidakterion wurde im Jahr 425 vom oströmischen Kaiser Theodosius II gegründet und hatte 31 Lehrstühle, u.a. für Jus, Philosophie, Medizin, Mathematik, Geometrie,Astronomie, Musik und Rhetorik. Die Professoren waren hauptamtlich, und ihr Gehalt wurde vom Staat bezahlt.

Es befand sich am Philadelphion, dem „Platz der brüderlichen Liebe“, wo auch die berühmte Statue der vier Tetrachen stand, das heute die Fassade des Markusdoms in Venedig schmückt. Sie soll das enge und innige Verhältnis der vier Mitglieder der von Kaiser Diokletian nach seinem Rücktritt 305 etablierten Vier-Kaiser-Systems, die zwei Seniorkaiser mit dem Titel „Augustus“ und zwei Juniorkaiser mit dem Titel Caesar“ vorsah.

Ganz so innig kann das Verhältnis aber nicht gewesen sein, denn es gab zwischendurch fünf oder mehr Kaiser, die sich gegenseitig bekriegten, bis Konstantin der Große dem ganzen Spuk 324 ein Ende machte und alleine herrschte.

Woher ich das weiß: Weil ich gerade mittendrin bin in der wunderbaren, 241 Folgen langen Podcastserie The History of Byzantium von Robin Pierson, die er als die Fortsetzung des ebenso wunderbaren Podcasts The History of Rome von Mike Duncan versteht. Die hat es ja auch immerhin auf stolze 179 Folgen gebracht, die ich mir alle in Rekordzeit reingezogen habe!

Ich finde überhaupt, dass Byzantium in unserem Geschichtsbewußtsein viel zu kurz kommt. Wenn wir am die Römerzeit denken, denken wir an Caesar und Augustus, vielleicht noch an Nero und Caligula, und wir vergessen komplett, dass Ost rom noch 1000 Jahre fortbestand, nachdem das „eigentliche“ Rom im 5. Jahrhundert endgültig unter dem Druck des Germanensturms zusammenbrach. Als Rom selbst mehr oder weniger zu einer Geisterstadt verfallen war, standen die mächtigen Mauern des Theodosius jeder Belagerung stand, bis ausgerechnet christliche Krieger während de vierten Kreuzzugs 1204 auch das „Neue Rom“ plünderten, was es Mehmed II leichter machte, die Stadt 50 Jahre später für den Islam zu erobern.

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Bilder, die nie vergehen

Dieses Bild von mit ist ein paar Jahre alt, und es ist nur eines von vielen Bildern von mir, die auf irgendwelchen Websites erschienen sind. Das liegt daran, dass ich häufig als Vortragsredner auftrete, und die Veranstalter in der Regel Werbung dafür machen wollen. Ich habe kein Problem damit, meine Frau aber wohl, weil sie es unangenehm findet, wenn Bilder von ihr ins Internet gestellt werden.

Nun bin ich beim Lesen der New York Times über einen Artikel gestolpert, in dem eine Firma namens PimEyes beschrieben wird. Das ist ein kostenpflichtiger Dienst, der Fotos einer Person aus dem gesamten Internet findet.

Für 29,99 Dollar pro Monat bietet PimEyes die Möglichkeit, nach einem Gesicht zu suchen und obskure Fotos zu finden, die sonst so sicher wären wie die sprichwörtliche Nadel im riesigen digitalen Heuhaufen des Internets.

Eine Suche dauert nur wenige Sekunden. Man lädt ein Foto eines Gesichts hoch, aktiviert ein Kontrollkästchen, mit dem man den Nutzungsbedingungen zustimmt, und erhält dann ein Raster mit Fotos von Gesichtern, die man für ähnlich hält, mit Links zu den Orten, an denen sie im Internet erscheinen.

Ich habe den Versuch gemacht. Und jetzt weiß ich nicht, ob ich erstaunt oder besorgt sein soll.

Das hier ist das Ergebnis. Wenn Sie auf dieses Bild klicken, kommen Sie zu einem Video, das ich mit dem Aiseesoft Screen Recorder aufgenommen habe. Es scrollt nach unten, immer und immer weiter, und es sind Hunderte, wenn nicht Tausende, von Bildern zu sehen, die PimEye in den weiten des Internet gefunden und zurückgeholt hat. Einige dieser Bilder kenne ich, andere nicht. Weiterlesen

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Die Schande der Rassisten

Darwin und der Affe / Karikatur 1874

Charles Darwin war kein Rassist, aber die Rassisten berufen sich auf ihn.

Auf Quora fragt einer: „Was waren die Ursprünge der Slawophobie in Nazi-Deutschland?“ Diese Frage beschäftigt mich, und zwar wahrscheinlich deshalb, weil sie viel zu kurz greift.

Die Nationalsozialisten schafften es, eine pseudowissenschaftliche Struktur von meist rassistischen Publikationen zu schaffen, die die Überlegenheit einer fiktiven „deutschen Rasse“ über alle anderen beweisen sollten. Mit scheinwissenschaftlichen Verfahren, seltsamen Schlussfolgerungen aus der Biologie und kurios klingende Erklärungen der menschlichen Geschichte und der menschlichen Gesellschaft behaupteten die Vertreter dieser Ideologie, dass es verschiedene menschliche „Rassen“ gebe und dass die „Arier“, von denen die Deutschen ein prominenter Teil seien, an der Spitze der Pyramide stünden.

Auf den unteren Rängen fanden sich alle anderen, die nicht arisch oder nicht arisch genug waren: Ganz unten war Platz für alle, die nicht in das Schema ihrer Weltanschauung passten. Viele nationalsozialistische Verbrechen hatten einen offensichtlichen rassistischen Hintergrund. Gräueltaten wie der Völkermord an den europäischen Juden, der gezielte Massenmord an slawischen so genannten „Untermenschen“ oder an Angehörigen der Sinti und Roma, die dann als „Zigeuner“ beschimpft wurden, an Schwarzen und schließlich auch die Ermordung und Erniedrigung vieler Behinderter aus ihren eigenen Rassen (Stichwort: „lebensunwertes Leben“) müssen im Kontext einer nationalsozialistischen Rassenideologie und Rassenpolitik gesehen werden. Weiterlesen

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Bald Aus für die Europa-Cloud?

Es war einmal eine Göttin namens Gaia, die als Göttin der Erde und als Urmutter aller anderen Gottheiten angesehen wurde – so jedenfalls lauten Erzählungen aus der griechischen Mythologie. Nach diesem prominenten Vorbild ist das europäische Cloud-Projekt Gaia-X benannt worden. Doch rund um Gaia-X wird es immer leiser.

Mit dem ambitionierten Ziel gestartet, eine Alternative zu den US-amerikanischen Tech-Hegemonen zu bieten, ist das Förderprojekt zuletzt merklich ins Straucheln geraten. „Der Staat lässt die Europa-Cloud hängen„, titelte letztes Jahr die Welt. Jüngst kündigte auch der Bund an, das Digitalisierungs-Förderprojekt nicht länger finanziell zu unterstützen. Eigentlich wollte man Cloud-Infrastrukturen mit verbesserter Datennutzung groß ausrollen – ein Anliegen, welches für viele Branchen attraktiv schien. Doch die Pläne wurden nun von der Realität eingeholt – vergleichbar ergeht es auch dem ähnlich gelagerten Projekt „European Payments Initiative“.

Die Stolperfallen des Projekts sind vielseitig: Weiterlesen

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Kalter Krieg 2.0

KJÖ – Kommunistische Jugend Österreichs - NEIN zum Kalten Krieg 2.0! 🛑 Spätestens seit Beginn der Corona-Krise intensiviert sich anti-chinesischen Propaganda in den Medien und bürgerlichen Parteien aller Couleur. Quellen werden unhinterfragt

Fragt sich nur, wer hier lauter rasselt…

Der „heiße“ Krieg in der Ukraine wird irgeendwann, irgendwie zu Ende gehen. Aber was kommt danach? Erleben wir eine neue Version des „Kalten Kriegs“, wie er nach dem Zweiten Weltkrieg entstand und 40 Jahre anhielt? Denn eines ist klar, der nächste wird ein Digitaler Kalter Krieg sein, mit unabsehbaren Konsequenzen für uns alle!

Auf dem Weltwirtschaftsforum 2021 warnte Chinas Präsident Xi Jinping Politiker und Wirtschaftsführer vor einer Konfrontation zwischen den Großmächten, die nur „in einer Sackgasse enden“ könne…

Obwohl das digitale Säbelrasseln nach der Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten zunächst etwas nachliess, ist es nie ganz verstummt, und mit dem Einmarsch Putins ist sie zwar wieder entbrannt – aber noch lange nicht so heftig, wie viele Experten es erwarten hatten.Auf einer Konferenz in Zürich sprach ich letzte Woche mit Cyberexperten von  Cisco die erstaunt waren, wie zurücklhaltend und wenig effektiv die Russen bisher ihre Cyberattacken vorgetragen hat. Haben uns nicht jahrzehntelang Hacker aus dem Osten gezeigt, wie meisterhaft sie es verstehen, in westlich Systeme einzudringen und diese lahmzulegen? Weiterlesen

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Von Digitalem Geruchssinn und Cybernasen

Illustration 178432323 / Woman Smelling Rose © Sarah Holmlund | Dreamstime.com

Eine Frage des Geschmacks

Die menschliche Nase kann 10.000 Gerüche unterscheiden. Doch obwohl jeder Geruch durch seine chemische Zusammensetzung definiert ist, können die menschlichen Interpretationen desselben Geruchs sehr unterschiedlich ausfallen. Vieles, was die Geruchsvorlieben eines Menschen bestimmt, basiert auf der Kultur und dem geografischen Standort, so dass die Interpretation von Gerüchen sehr subjektiv ist – sozusagen eine Frage des Geschmacks. Weiterlesen

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