Präsidenten zum Vergessen

Gestatten, Christian Fillmore!

Amerika hat schon ein paar komische Kauze an die Staatsspitze gewählt. Mein Freund Sebastian von Bomhard hat gerade auf czyslansky.net an Millard Fillmore erinnert, den 13ten Präsidenten der USA, und über den das Politlexikon dictionaryslang.com lediglich zu berichten weiß:

“He is so obscure, in fact, that his nickname is “The American Louis Philippe” (huh?). However, this is not to suggest that Fillmore didn’t accomplish great things (Gadsden Purchase anybody?). If one thing can be said about Millie, it’s that he was one heck of a lady’s man. So much so that he married his teacher who was two years his senior! This is not surprising since the November 2004 issue of Presidential Pricks magazine identified Fillmore as our most well-endowed former commander-in-chief (our phallically-enhanced erstwhile leader is referred to as “the tripod” in the diary of his mistress).”

Aber Ihr Deutschen habt Euch ja auch ein ganz schönes Panoptikum von Pfeifenköpfen in den letzten 63 Jahren geleistet. War da einer darunter, an den man sich wirklich erinnert?

Okay, Heinrich Lübke machte sich als Komiker unsterblich („Meine Damen und Herren, liebe Neger“) – aber sonst?

  • Da gab es einen Theodor Heuss, der ab und zu unter dem Künstlernamen „Konrad Adenauer“ auftrat.
  • Von Gustav Heinemann weiß man nur noch, dass er als der Erfinder des „Bonner Anzugs“ gilt (oder verwechsele ich ihn vielleicht mit Gustav Stresemann?).
  • Walter Scheel war Volkssänger, Carl Carstens ein Hersteller von Rülpswasser und von Weizäcker heißt in Wahrheit Helmut Schmidt und ist Kettenraucher.
  • Ihm folgte ein Romanschriftsteller, der entweder Herzog hieß oder einer war.
  • Dem Vernehmen nach soll ein gewisser Hannes Rau amtiert haben, aber eigentlich war der Bergmann und sorgte für gutes Wetter unter Tage.
  • Der einzige Bundespräsident, den ich mir merken kann, war Horst Köhler, weil der so nett weinen konnte, und weil er die gute deutsche Tradition des Zurücktretens vom Präsidialamt begründete.

Im Übrigen halte ich es mit Bernhard Wegener, Direktor des Instituts für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Erlangen-Nürnberg, der kürzlich vorschlug, das Amt ganz zu streichen, weil es „überflüssig, gefährlich und ein dummer Anachronismus“ sei. Es abzuschaffen sei verfassungsrechtlich möglich und wäre seiner Ansicht nach für alle Seiten ein Gewinn. Eine Sparmaßnahme wäre es allemal.

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