Mit ‘IBM’ getaggte Artikel

Hilfe: IBM kann meine Gedanken lesen!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

So sieht die Zukunft aus. Oder auch nicht…

Alles Jahre wieder, kurz vor Weihnachten, legen die Forscher von IBM ihre „5 in 5 List“ vor – eine Aufzählung von fünf technologischen Trends, die unsere Welt auf den Kopf stellen werden, und zwar innerhalb der nächsten fünf Jahren. 2006 sagten sie voraus, dass unsere Smartphones in fünf Jahren in der Lage sein werden, Gehirnwellen zu lesen: Denke dir eine Nummer, und schon wählt das Ding und stellt dich durch. Sie haben das 3D-Internet vorausgesagt und eine Neuauflage von Doug Adams  „Babelfisch“, der das gesprochene von einer Sprache in eine andere in Echtzeit übersetzen kann. Nun, wir schreiben heuer das Jahr des Heils 2011, also müsste das ja jetzt eigentlich alles längst hier sein. Vielleicht ist es da – aber ich sehe leider nichts davon, also bin ich dazu geneigt, die IBM-Liste cum grano salis zu nehmen, wie wir alten Lateiner sagen.

Trotzdem ist die Versuchung für einen techie wir mich übergroß, sich doch mit der neuesten Ausgabe von „5 in 5“ zu beschäftigen, und wenn auch nur, um die Absurdität mancher der dort gemachten Vorhersagen zu illuminieren. Aber andererseits hatte der legendäre Philosoph und Baseballspieler Yogi Berra von den „Yankees“ recht als er sagte: „Es ist immer schwer, Prognosen zu machen, vor allem wenn es dabei um die Zukunft geht.“ Also, Ärmel hoch und durch:

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Bringing the Cloud Down to Earth

Mittwoch, 02. Februar 2011

Without getting into the umpteenth discussion about what, ho wand where the Cloud is, I think we can safely assume that for average people, and especially for businesspeople, Cloud Computing is when you run an application or store some data on someone else’s server somewhere out there “in the Cloud”. By this definition, Salesforce.com, just to name an instance, fits just about everybody’s idea of Cloud Computing .

Oracle’s Larry Ellison would beg to differ, and he actually traded insults onstage at Open World 2010 with Salesforce’s boss Marc Benioff, whom he accused of “just running a few applications on some servers.” To which Benioff memorably replied: “You can’t run a cloud in a box, Larry” – referring to Oracle’s jumbo-sized „Exalogic Elastic Cloud“ which Ellison had just introduced.

Which is funny, because according to Chandar Pattabhiram, VP Product Marketing at Cast Iron Systems, a small Silicon valley startup recently acquired by IBM, the box metaphonre is actually a pretty good description of Salesforce itself.

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Aufstand der Avatare

Mittwoch, 05. August 2009

Damit haben sie bei IBM bestimmt nicht gerechnet, wetten? Dass nämlich die Mitarbeiter virtuell auf die Straße gehen würden.

Ich kann mich noch gut an die stolzgeschwellten Brust erinnern auf der CeBIT, als mir einer der IBM-Oberen die Strategie erklärte, mit der sich der Big Blue ganz groß in der VR-Plattform „Second Life“ etablieren wolle. Auf den feinpixelig programmierten Bürotürmen virtueller Niederlassungen sollten künftig riesige IBM-Logos prangen, glückliche Mitarbeiter sollten durch die Office Parks zu virtuellen Meetings fliegen, wo sie sich unmittelbar, Avatar zu Avatar, gegenübersitzen und gewichtige Geschäftsentscheidungen treffen sollten, ohne dazu ein Flugzeug besteigen oder auch nur nach Nebenan in den Konferenzraum gehen zu müssen. Die schöne neue Welt der Arbeit war das, was sie mir in glühenden Farben ausmalten, und ich muss gestehen, dass mir bei dem Gedanken die Gänsehaut kam.

Nun, Second Life hat sich ja wohl als ziemliche Eintagsfliege erwiesen. Jedenfalls berichtet die Kultzeitschrift „Wired“ von leerem Luftraum, verwaisten Avataren und tapferen, aber einsamen Unbeirrbaren, die verloren durch die virtuelle Landschaft irren auf der Suche nach den vielen Millionen Gleichgesinnten, denen das hier und jetzt angeblich viel zu fad sei und die deshalb ins Land des ewigen Sonnenscheins und der unentwegten Interaktion ausweichen.

Ein bisschen Schadenfreude habe ich, ehrlich gesagt, bei der Lektüre schon empfunden, denn der Gedanke an den Nonstop-Cluburlaub im Cyberspace kam mir von Anfang an nicht besonders reizvoll vor. Meine eigenen Flugversuche mit dem Avatar endeten denn auch ziemlich bald, weil ich erstens nicht so recht den Anschluss fand und zweitens es im richtigen Leben so viel zu tun gab, dass ich wohl auch nicht den nötigen Zeitaufwand betreiben konnte.

Ich hatte das Thema Second Life also eigentlich innerlich abgehakt, bis ich auf einer Tagung am Tegernsee den Welf Schröter kennenlernte.  Welf ist Gewerkschaftler, Mitbegründer und Leiter des Forums Soziale Technikgestaltung des DGB Baden-Württemberg und ein außerordentlich intelligenter und witziger Typ. Gäbe es mehr von seiner Sorte in Second Life, ich ginge wahrscheinlich auch wieder öfter hin. Er referierte über die kommende totale Flexibilisierung von Arbeitsplätzen, die seiner Meinung nach mit einer zunehmenden Entbetrieblichung der Arbeit einhergehen und damit womöglich zum Ende der Festanstellung führen wird, was wohl mit erheblichen sozialen Konsequenzen verbunden sein wird. Er warnt im übrigen davor, in der Diskussion um mobile Arbeit einfach das traditionelle Verständnis von Arbeits- und Arbeitsplatzverhältnissen aus dem 20sten Jahrhundert ins 21ste zu übernehmen und das Wörtchen „mobil“ davor zu setzen. Unter anderem wäre damit ein massiver Einflussverlust sowohl der Gewerkschaften als auch der A
rbeitgeberverbände verbunden. Der Mitarbeiter im virtuellen Raum wäre in der Lage, sich zu emanzipieren und sozusagen selbst für Rationalisierung seiner Arbeitswelt zu sorgen, statt immer nur umgekehrt.

Es war aber ein Nebensatz von ihm, der mich besonders faszinierte, denn er zeigte, dass die Zukunft wieder einmal bereits begonnen hat, bevor ich es überhaupt mitbekommen habe. IBM-Mitarbeiter in Italien haben nämlich Second Life als Mittel im Arbeitskampf entdeckt und gehen dort dieser Tage auf die virtuelle Strasse, um gegen eine von der Geschäftsleitung jüngst beschlossene Kürzung ihrer Gewinnbeteiligungen zu protestieren – und alle, alle sollen mitmachen!

Wer will, kann sich einfach einen virtuellen Körper überstülpen und sich den kunterbunten Demo-Gruppen anschließen, die den Bossen auf Italienisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und vermutlich auch in jeder anderen gewünschten Sprache die Meinung sagen wollen und die Stimme gegen Ausbeuterei und soziale Ungerechtigkeit erheben wollen. Der internationale Gewerkschaftsbund hat sich solidarisch erklärt und bietet auf seiner Website sogar Anleitung und Aufmunterung für alle, die den Aufstand der Avatare unterstützen wollen.

Ob ich allerdings selber mit demonstrieren werde, weiß ich noch nicht. Das ist wie früher im Heidelberg der 68er, als wir uns in unserer Stammkneipe getroffen  und überlegten haben, ob wir  zur Demo gehen sollten oder lieber doch ins Kino. Merke: Es gibt im Leben immer attraktive Alternativen, im richtigen ebenso wie im zweiten.

Internet auf allen Straßen

Samstag, 16. Mai 1998

Möchten Sie sich gerne morgens im Auto Ihre E-Mails vorlesen lassen und gleich die Antworten diktieren? In drei bis vier Jahren wird es soweit sein, sagen die Entwickler von IBM, Sun und Netscape, die gemeinsam das “Network Vehicle” (“Netzwerk-Fahrzeug”) auf die Räder gestellt haben. Das rollende Internet basiert auf einem Van von General Motors und ist total vernetzt: Beifahrer und Rücksitz-Passagiere können auf eingebauten Monitoren im Web surfen, der Fahrer kann sich per GPS-System Lotsenhilfe holen oder Hoteltips aus dem Internet geben lassen. Und wenn Sie im Hotelzimmer sitzen und es fällt Ihnen ein, daß Sie vergessen haben, den Wagen abzuschließen, dann gehen Sie einfach auf die Webseite des Fahrzeugs und betätigen das Schloß per Mausklick. Alles schon zu sehen auf der Website von IBM. Und demnächst auf unseren Straßen.

Digitale Kannibalen

Sonntag, 08. September 1996

Mobiltelefon und Laptop kommen sich immer näher. Wir werden, wo wir gehen und stehen, E-Mail abrufen oder im World Wide Web surfen können, unsere Bankgeschäfte in der Bahn erledigen und langweilige Meetings dazu verwenden, schon mal per Internet den nächsten Uralub zu planen.

Damit das alles möglichst schnell Wirklichkeit were, haben sich die Mobilfunk-Provider, die Handy-Hersteller und die Computerfirmen jetzt verbündet. Auf dem europäischen Computerkongreß ETRE in Berlin schwärmte Hans Gayer, Europachef von Intel, von den Vorteilen der neuen Industrie-Allianz, der “Mobile Data Intiative”: “Europa hat mit GSM einen Weltstandard für digitale Mobiltelefone geschaffen. Jetzt machen die Computerbranche und die Telekommunikationsanbieter zum erstenmal wirklich gemeinsame Sache.”

Ob er wirklich daran glaube, daß wir zu einem Volk mobiler Daten-Nomaden werden, wollte ich wissen. Ja, meinte Gayer. Er selbst sei ein typisches Beispiel: Er ruft inzwischen täglich fünf bis sechsmal seine E-Mails ab. Da er viel in Europa unterwegs ist, mußte er früher immer einen kleinen Koffer mit Steckern und Adaptern für die verschiedenen Telefonsysteme mitschleppen. “Mit dem Handy ist das Leben viel einfacher”, glaubt er.

Der Spruch des Tages auf der ETRE stammte übrigens von David Winn, Chef der PC-Division von IBM Europa. Ich fragte ihn, ob nicht Big Blue mit der Vorstellung eines abgespeckten “Network Computer” ohne Festplatte und Betriebssystem sein angestammtes PC-Geschäft kannibalisiere. Seine Antewort kam wie aus der Pistole geschossen: “Wenn Sie nicht bereit sind, Ihre eigenen Kinder zu verspeisen, dann wird jemand anderer sie für Sie verspeisen …”

Mahlzeit!