Mit ‘iPhone’ getaggte Artikel

Apples Sündenfall

Freitag, 14. September 2012

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Ein Loch ist, wo nichts ist

Es war DAS Thema für die amerikanische Blogosphere. Nein, nicht das neue iPhone 5, sondern die menschenverachtende Dreistigkeit, mit der Apple wieder mal seine getreuen Anhänger mit Anlauf in die Klöten getreten hat. Wer nämlich zum ersten Mal den schicken Neuling in die Hand nahm und umdrehte, fand sozusagen am Afterausgang nicht mehr den gewohnten Schlitz, sondern ein winziges Loch.

“Lightning” heißt die neue Schnittstelle, die den alten 18poligen Stecker ersetzt. Und das heißt: Besitzer von älteren iPhones, aber auch von Millionen von iPods und iPads, können ihre alten Adapter, Netzkabel, Docking Stations und andere Zusatzprodukte in den Müll werfen. Apple ist es ist es schittejal, und die Zubehörindustrie freut sich über einen unverhofftes Geschenk zum Weihnachtsgeschäft. (weiterlesen …)

Nur Bares ist Wahres – oder?

Freitag, 20. Juli 2012

Wo bleibt mein Caramel Mocha Frappuccino?

Eine Bekannte erzählte mir, sie habe neulich aus einer Laune heraus einer Freundin in einer anderen Stadt einen Brief geschrieben, und zwar mit der Hand! Das habe sie seit Jahren nicht mehr getan, und auch die Freundin war wohl überrascht; jedenfalls bedankte sie sich am Telefon ganz, ganz herzlich. Es sei halt doch eine andere Qualität der Kommunikation.

Am gleichen Tag las ich inder New York Times einen Artikel mit der Überschrift: „Pay by app: No cash or card needed.“ In den USA, so der Technikredakteur der NYT, David Pogue, zeichne sich langsam das Ende von Bargeld ab. Nun sind meine Landsleute ja schon lange ausgewiesene Kartenzahler: Man bezahlt auch schon längst in New York am Zeitungskiosk per Karte für seine Times-Ausgabe. Aber bislang war das eine recht einseitige Sache, denn nur Händler, die mit einer Kartenfirma einen Vertrag hatten, konnten Plastikgeld kassieren. Wer beispielsweise seinen Babysitter bezahlen musste, tat das mit Münzen und Scheinen. Zumindest in Amerika hat jeder Taxifahrer einen Kartenleser, aber der freundliche Hotelportier, der einem beim Aussteigen aus dem Taxi half, erwartete sein Trinkgeld in bar. (weiterlesen …)

Kein GPS in der Sauna, bitte!

Donnerstag, 10. November 2011

Antoine Jones ist auf Big Brother mächtig sauer…

In George Orwells Buch „1984“ steht jeder unter Dauerüberwachung durch den allmächtigen Staatsapparat, und seitdem leben wir in der ständigen Angst vor dem „Big Brother“. Doch selbst Orwell hat sich nicht vorstellen können, dass die Staats-Wächter eines Tages jederzeit exakt bestimmen könnte, an welchem Ort sich jeder einzelne Bürger befindet. Doch inzwischen sind wir schon fast soweit.

Das Problem ist das Navigationssystem GPS. Die insgesamt 32 Satelliten, die dauern die Erde mit 3,9 km pro Sekunde umkreisen, also einmal alle 12 Stunden, decken fast die gesamte Erdoberfläche ab und sind in der Lage, die Position eines Empfangsgeräte bis auf 7,8 Meter genau zu bestimmen.

Und da fast jeder von uns heute ein Smartphone besitzt und jedes ordentliche Smartphone über einen GPS-Empfänger verfügt, weiß der große GPS-Bruder stets recht genau, wo wir uns gerade befinden. Das ist recht nützlich, wenn ich zum Beispiel meinen Freunden per Foursquare oder Twitter sagen will, dass ich gerade vor den Museumslichtspielen in München stehe und mir gleich Roland Emmerichs neue Film-Katastrophe namens „Anonymous“ anschauen will. Es macht mir aber Gänsehaut wenn ich daran denke, dass auch ein Polizist oder Staatsschützer am Monitor sitzen und meine Bewegungen verfolgen kann.

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In Memoriam Steve Jobs: FlashPhone ist tot!

Donnerstag, 10. November 2011

He had the whole world in his hands…

Steve Jobs mag ja tot sein, aber sein langer Arm reicht übers Grab hinaus bis in die Chefetagen der Firma Adobe.

Dort hat man offenbar beschlossen, das Projekt eines Flash Players für Smartphones aufzugeben, wie Jason Perlew heute auf ZDNet schreibt.

Und ich habe mir extra deshalb ein Android-Telefon gekauft, weil sich Apple standhaft weigert, Flash auf dem iPhone oder iPad zu installieren! Angeblich hatte Steve Jobs etwas dagegen und beschloss deshalb, dass alle seine Kunden auch etwas dagegen zu haben hätten. Sie sollten sich lieber mit HTML5 zufrieden geben.

Gut, Adobe hat FlashPhone nicht komplett begraben. Es soll ein Programmierwerkzeug geben, dass Entwicklern erlaubt, mit Hilfe von Adobe AIR Applikationen ablaufen zu lassen, die mit Falsh erstellt wurden.

Das wird meinen Freund Prof. Sachar Paulus nicht freuen, denn er lehnt als Professor für Computersicherheit an der Uni Brandenburg AIR als Teufelszeugs ab, weigert sich, irgendeine derartige Applikation zu verwenden. Er wird wissen warum…

Für Steve Jobs ist das Ganze jedenfalls eine posthume Bestätigung. Wahrscheinlich sitzt er gerade irgendwo auf einer Wolke und grinst sich einen.

Palm adé

Donnerstag, 14. Januar 2010

Ich habe es getan. Ich habe die Nabelschnur gekappt und mich auf die lange Reise in die Zukunft gemacht – ohne meinen Palm.

Mehr als ein Jahrzehnt waren die Produkte dieser Firma im wahrsten Sinne des Wortes meine engsten Begleiter, vom allerersten „Palm Pilot“, den ich 1996 in den USA erstand, über zahllose Gerätegenerationen, erst der Palm V, dann der formschöne „Tungsten“, zwischendurch den kleinen „Zire“, dann die erste Kombi Telefon/Organizer, der Treo 650 und zum Schluss der handliche kleine Centro, mit dem ich sogar ins Internet konnte und E-Mails ziehen.

Ich hab‘ sie alle durchgemacht, ich habe sie geliebt, ich habe sie verflucht. Eine Zweitlang hatte Palm furchtbare Qualitätsprobleme, und es stapelten sich zeitweise bis zu sechs kaputte PDAs gleicher Bauart auf meinem Schreibtisch. Aber ich bin der Marke trotzdem treu geblieben, weil sie eines besser verstanden hatten als jeder andere, nämlich ein einfaches, fast schon idiotensicheres Betriebssystem zu bauen. Ich sage „fast“, weil Idioten bekanntlich erfinderisch sind, und auch ich habe gelegentlich nur durch einen Anruf bei der stets exzellent funktionierenden Journalistenbetreuung von Palm heraus bekommen, was ich falsch gemacht habe.

Das heißt: Sie hat so lange funktioniert, bis Palm den neuen „iPhone-Killer“ namens „Pre“ herausbrachte und ich dort anfragte, ob ich mal so ein Ding zum Ausprobieren haben könnte. Natürlich hatte ich vor, darüber zu schreiben, aber noch viel mehr wollte ich wissen, ob der „Pre“ womöglich mein neuer Partner für den nächsten Lebensabschnitt sein würde. Leider habe ich nie wieder von denen gehört, und betteln will man als Mensch ja auch nicht.

Anderseits wurde der Druck ständig größer. Um mich herum liefen diese iPhone-Typen herum und zeigten mir stolz, wie man mit einem Fingerschnippen zwischen Hunderten von nützlichen oder auch nur verrückten „Apps“ hin und her wechseln kann, Videos und YouTube-Filme in erstaunlicher Qualität anschauen, im Auto navigieren, die Kinderwindeln wechseln, das Geschirr abspülen und weiß ich sonst noch so alles kann. Und ich stand völlig bedrömmelt daneben mit meinem Steinzeit-Palm und konnte nur mit den Zähnen knirschen.

Und dann habe ich es getan. Ich bin zum Media Markt gegangen und habe mir von einem freundlichen jungen Verkäufer ein iPhone samt Vertrag andrehen lassen. Ich konnte gar nicht anders. Das Ding liegt ja so weich in der Hand, es sieht so sexy aus, es macht so tierisch Spaß, mit dem Zeigefinger lässig runter zu scrollen oder mit einem kurzen Antippen mit dem Fingernagel die Funktion zu wechseln. Ich ertappe mich dabei, wie ich in der Straßenbahn sitze und dien Neid meiner Mitfahrer genieße.

Gut, das Ding ist von Apple, und ich habe mir mal geschworen, nie wieder ein Produkt dieses Herstellers zu kaufen. Das kam so: Ich besaß Anfang der 90er Jahre einen wunderbaren Laptop namens „Powerbook Duo“ den ich auch sehr geliebt habe. Eines Tages gab es ein Betriebssystem-Update – nichts Dramatisches, kein Generationenwechsel oder so, nur eine Aktualisierung von 7.4 auf 7.5 oder so. Ich rief beim Apple-Kundendienst an und fragte, wo ich das Update denn her bekäme, der junge Mann am anderen Ende fragte, was ich denn für ein Gerät hätte. Als er „Duo“ hörte, wurde er etwas kleinlaut und meinte: „Für den Duo wird es leider kein Update geben.“ Als ich ihn völlig verdutzt fragte, was ich denn jetzt machen solle, versuchte er mich mit einer witzig gemeinten Bemerkung zu trösten. Er sagte: „Sie können’s ja immer noch als Briefbeschwerer verwenden.“

Witzig gemeint oder nicht, ich bin am gleichen Tag in den Computerladen gegangen und habe mir meinen ersten Windows-PC gekauft. Und eigentlich wollte ich nie wieder … siehe oben.

Aber der Mensch mag willig sein, nur ist das Fleisch halt schwach. Und da mich die Firma Palm ja offenbar nicht mehr will, war ich plötzlich ein Heimatloser geworden, entwurzelt, ziellos treibend im weiten Meer der Marken und Modelle. Das Ergebnis: Ich habe zwar in meiner Selbstachtung etwas gelitten, freue mich aber dafür wie ein kleines Kind über mein neues digitales Spielzeug.

Allerdings fange ich schon wieder an, mich über die Firma Apple zu ärgern. Wie kann ein Unternehmen, in dem doch überwiegend zumindest durchschnittliche begabte Menschen arbeiten, eine so katastrophal schlechte und menschenfeindliche Software wie „iTune“ bauen? Ich dachte, wir wären uns inzwischen einig, dass das Ziel von Softwaredesign nicht mehr darin besteht, dem Menschen entgegen zu kommen und ihn nicht mehr zu zwingen, wie ein Computer zu denken. iTunes kann nur jemand lieben, der wie ein Apple-Designer denkt. Es ist umständlich, unübersichtlich, klobig und wahnsinnig langsam! Und niemand sagt einem, wie es funktioniert.

Ich habe ein Video („Der rote Baron“ heruntergeladen, um es im Flugzeug nach Mallorca anzuschauen. Hat prima geklappt, aber als ich den Film später wieder löschen wollte, bin ich gescheitert. Was ich auch tat – Häkchen wegklicken, ein ums andere Mal synchronisieren. Immer blieb der blöde Film auf dem Gerät. Schließlich bin ich – Google sei Dank – in eine Online-Selbsthilfegruppe namens „iSzene“ geraten, wo man mir des Rätsels Lösung erklärte („Geh ins iPhone Menü. Dort streichst du mit dem Finger von links nach rechts über das Video und es müsste dann rechts eine Schaltfläche ‚Löschen‘ auftauchen.“). Die Jungs, die da posten, sind eingefleischte Apple-Fans, aber selbst dort liest man virtuelle Seufzer  wie diesen: „It´s so simple! Aber ist das irgendwo dokumentiert, oder “ahnt” man(n)/frau das einfach so?“

Ja, das ist Apple. Ich erinnere mich an einen „Praxistest“ einer PC-Zeitschrift, die herausfinden wollten, wie lange ein Laie braucht, um einen Computer auszupacken, anzuschließen, einzuschalten, hoch zu fahren und wieder auszuschalten. Die Testpersonen bestanden aus Teams von Vater und Sohn, und der Apple hätte natürlich mit riesigem Abstand gewonnen. Nur konnten die Tester ihn nicht ausschalten (die Funktion versteckte sich irgendwo in einem Untermenü) und mussten erst im Handbuch nachschauen.

Nun, vielleicht werde ich ja jetzt mit der Zeit lernen, nicht mehr wie ein Palm sondern wie ein Apple zu denken. Aber ein bisschen wehmütig ist mir dabei schon. Es ist weniger ein Abnabeln, mehr ein Gefühl wie bei einem Ehepaar, das sich nach vielen Jahren scheiden lässt und beschließt, nochmal ganz neu anzufangen. Irgendwie fehlt einem was.