Mit ‘Lufthansa’ getaggte Artikel

Fliega uff Schwäbisch

Dienstag, 30. August 2011

Ansage einer AirBerlin-Stewardess auf einem Flug von Berlin nach Stuttgart:

So, weil wir Schwaben ja bekanntlich älles außer Hochdeutsch kennet hem mer des ganze jetztetle o noch auf schwäbisch für sie. Jetzt sin wir also endlich aufm schöne stuttgarter flughafen oakomme und begrüßetse recht herzlich. Sen se so freundlich und bleibetse bitte so lang hocke bis des lämple mit dem gurt druf nemme leuchtet und der flieger kommplett still stoaht. Passetse bitt uff wenn se schatulle öffnet dass ihne der kladeradatsch da obe net auf den däds flieat. airberlin, cockpit un wir schtewardessen tätn uns jetzt gern von ihne verabschiede. wir hoffet ihne gefallts im schwabenländle und wünschet ihne a gute und gemütliche heimfahrt, kommetse gut ins nest. … ? … bis zum nächsten mal in unsrem schwabenexpress, bis da no haltetse ohren steif, tschüssle n ade, ge, machetses goat.

Anzuhören auf YouTube unter http://www.youtube.com/watch?v=9W1uny6Q_3w&NR=1

Paradoxon der Technik

Freitag, 01. Juli 2011

Lügt er oder lügt er nicht? Fliegt er oder fliegt er nicht?

Freitagabend, Flughafen Berln Tegel. Langer, harter Tag mit Vortragsrunde auf dem Deutschen Personalmanagement-Kongress. Freue mich auf den Feierabend daheim in München. Komme zum Schalter. lege die Bordkarte vor. Der nette Lufthansa-Mitarbeiter schüttelt den Kopf, die Maschine sei annulliert. Leider ein ganz alltäglicher Vorgang. Ungewöhnlich nur seine Begründung: “Die Maschine hat Technik.”

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Ein Mausklick ersetzt keine Umarmung

Donnerstag, 15. November 2007

Die Dame am Empfang in der Lufthansa-Lounge von Atlanta war vielleicht Mitte vierzig, natürlich sehr freundlich, das ist ja auch ein Teil ihres Jobs, aber auch ein bisschen distanziert, das bringt der Beruf und der dauernde Umgang mit vielen wildfremden Menschen wahrscheinlich auch mit sich. Ich zeigte ihr meine Bordkarte, wir wechselten ein paar Worte, da klingelte das Telefon. „Moment“, meinte sie noch, dann hob sie ab, sprach ein paar Worte, dann hörte sie nur noch zu. Ihre Augen weiteten sich, ihr Lächeln verwandelte sich in eine Grimasse des Schmerzes und der Bestürzung. Dann schaute sie hoch, mir direkt in die Augen, und stammelte: „Mein Vater ist tot!“

Ich bin um den Schreibtisch herum gegangen und habe sie etwas hilflos in den Arm genommen, während sie weiterhin wortlos und versteinert in den Apparat lauschte. Ob sie meine Nähe gespürt hat, weiß ich nicht. Nach ein paar Minuten legte sie auf, nahm das Taschentuch, das ich ihr reichte, putzte die Nase, stand dann auf und verschwand durch die Tür in den hinteren Bereich der Lounge. Ihre Kollegin kam vorbei, fragte was los sei. Ich erzählte es ihr. Sie ging ihrer Kollegin hinterher, kam später heraus und übernahm den Empfangsjob. Von der Dame, deren Vater gestorben war, habe ich nichts mehr gesehen.

Später dachte ich mir: Diese Szene hätte sich in ähnlicher Weise genauso gut mitten in einem Telefonkonferenz oder einem Online-Chat abspielen können. Wie hätte ich in diesem Fall mein Mitgefühl ausgedrückt? Womöglich mit einem eingetippten „Sorry“ oder einem Smily-Gesicht mit herabhängenden Mundwinkeln?

Es heißt, im Internet-Zeitalter sei jeder Mensch höchstens vier Mausklicks von jedem anderen entfernt. In Augenblicken wie diese ist das ganz schön weit.

Nur Fliegen ist schöner

Dienstag, 15. Oktober 1996

Die neue Web-Seite der Deutschen Lufthansa (www.lufthansa.com) ist mit das Beste, was es zur Zeit aus deutschen Landen im Internet gibt. Man kann per Mausklick durch einen “virtual Airport” schlendern, am Fahrkartenschalter stehenbleiben und ein Ticket reservieren oder im Flughafen-Café mit anderen Cyber-Reisenden per Chat plaudern. Die 3D-Abbildungen werden übrigens zunächst als einfache Strichgrafik übertragen, um Ladezeit zu sparen; erst wenn das Liniengerüst steht, werden die Bilddaten nachgeschoben. Wer nicht verweilen will, kann den Ladevorgang also jederzeit abbrechen und weitersurfen. Nur fliegen ist schöner!

3D ist ohnehin das Stickwort der Saison. Eine neue Technik namens VRML (“wermell” ausgesprochen) soll das bislang eher statische Web in eine plastische Welt verwandeln, die von blinkenden, ruckelnden und zuckenden Multimedia-Animationen durchzogen werden. Bei einem Seminar in München packte Kai Büchsenmann vom Axel Springer Verlag in Hamburg eine ganze Trickkiste aus voller 3D-Welten, zum Beispiel einen Internet-Zeitungskiosk, in dem der User per Maussteuerung an den Regalwänden entlang fliegt wie weiland Peter Pan. Büchsenmann selbst hatte aber noch ein bisschen Probleme mit der Steuerung: Er knallte immer mit dem Kopf durch die virtuelle Wand, landete draußen in den unendlichen Weiten des Cyberspace und musste immer wieder der “Reset”-Knopf drücken, um zurück in den heimischen Kiosk zu kommen.

Auf dem gleichen Seminar stellte Franz Buchenberger von der kleinen Münchner Techno-Schmiede Black Sun Interactive seine Version einer Software vor, die dreidimensionale Online-Läden erzeugt. “3D Online Communities werden zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden”, behauptete er. Die Rechnung scheint aufzugehen – jedenfalls für ihn. Sein kleiner Laden (40 Mitarbeiter) hat kürzlich eine Filiale in San Francisco eröffnet und plant in Amerika den Gang an die Börse. Hightech aus Germany hat also offenbar auch im Zeitalter des Internet noch Stellenwert.