Mit ‘Web 2.0’ getaggte Artikel

Bye bye Blogger

Donnerstag, 04. Februar 2010

Bloggen ist inzwischen das Uncoolste, was man im Internet machen kann. Das behauptet jedenfalls Nick Carr, der Mann, dem wie die legendäre Frage verdanken: „Does IT matter?“ Er beruft sich auf eine Studie von Pew Internet, wonach die Zahl der Jugendlichen Blogger seit 2006 dramatisch abgestürzt ist. Damals gaben 28 Prozent der Teenager und jungen Erwachsenen noch an, Blogs zu schreiben. Heute sind es nur noch 14 Prozent. Sie kommentieren auch die Blogs von anderen viel seltener als früher. Vor vier Jahren hinterließen noch 76 Prozent der jüngeren Internet-Nutzer Anmerkungen unter dem, was andere online abgesondert haben. Heute sind es nur noch 52 Prozent.

Nicht, dass die Kids dem Internet den Rücken kehren würden – im Gegenteil! 73 Prozent der amerikanischen Teens geben an, regelmäßig in sozialen Netzwerken unterwegs zu sein. Im November 2006 waren es nur 55 Prozent. Aber die Beliebtheit bestimmter Features von Facebook & Co. hat sich verändert. Und sie sind offenbar auch unkommunikativer geworden.

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Journalist – ein Auslaufmodell?

Freitag, 09. Mai 2008

BILD hat angeblich drei Millionen Reporter. Und was wird aus mir?

Neulich fragte mich mein Freund Michael Kausch, ob ich glaube, dass der Journalistenberuf noch eine Zukunft hat. Die Frage ist für ihn genauso existenziell wie für mich, denn er ist Chef der renommierten PR-Agentur Vibrio und er lebt wie ich davon, dass die Medienbranche weiterhin so funktioniert wie bisher: Der Journalist schreibt, der Leser oder Zuschauer liest oder schaut zu.

Leider ist dieses Modell längst aus den Fugen geraten. Zeitungsleser schreiben ihre Nachrichten selbst oder machen die dazugehörigen Bilder, lange bevor irgendein rasender Reporter es bis zur Unfallstelle schafft, wie kürzlich beim Transrapid-Unglück im emsländischen Lathen mit 23 Toten und zehn Verletzten. Ein Spaziergänger mit Handycam schoss das Foto, das um die Welt ging, kein Profi.

Und wenn die BILD-Zeitung damit wirbt, sie habe drei Millionen “Leser-Reporter”, dann ist da was dran. Wobei diese Amateure sogar besser bezahlt werden als die Profis, denn für ein veröffentlichtes “1414-Foto” gibt es 500 Euro – davon können die “richtigen” Pressefotografen meist nur träumen.

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Wie Banken an (und in) der Zukunft arbeiten

Mittwoch, 09. April 2008

Haben Banken eine Zukunft? Diese Frage, so ketzerisch sie klingen mag, gehört an den Anfang eines Diskurses, bei dem es um mögliche Zukunftsstrategien dieser Branche geht. Und dies nicht erst, seit sich Banken im Allgemeinen mit der weitgehend selbstverschuldeten Subprime-Krise wieder mal ins Schussfeld der öffentlichen Kritik manövriert haben.

Kein Zweifel: Banken haben gerade eine schlechte Presse. Das Vertrauen ist erschüttert – auch das Vertrauen der Banker selbst.

Das Internet hat auch in anderen Branchen Existenzängste ausgelöst: Musikindustrie, Filmstudios, Reisebüros, Zeitungsverlage und Fernsehsender stellen sich zum Teil seit Jahren intern und extern die Frage nach der eigenen langfristigen Überlebensfähigkeit. Sie alle sind von zum Teil katastrophaler Kunden- und Ertragserosion gekennzeichnet beziehungsweise müssen sich oft verzweifelt (und erfolglos) bemühen, überkommene Geschäftsmodelle vor den Folgen neuer Technologien, vor der weltweiten Vernetzung, vor neuartigen direkten Kommunikations- und Transaktionskanälen, vor branchenfremder Konkurrenz, vor verändertem Konsumverhalten und vor neuen Erwartungshaltungen seitens der Kunden zu schützen. Meistens handelt es sich erkennbar um Rückzugsgefechte, womöglich um ein letztes verzweifeltes Aufbäumen.

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Neue Fronten im Sicherheits-Krieg

Freitag, 28. März 2008

Die Generäle, sagt man, bereiten sich immer auf den Krieg vor, den sie schon gekämpft haben. Weil sich aber inzwischen die Waffentechnik weiter entwickelt hat, sind sie auf den nächsten Krieg nie vorbereitet. So ähnlich ist es in der IT-Sicherheit. Wir haben inzwischen alle (hoffentlich) Virenschutz-Software und Firewalls, aber was nützt das neuartige Bedrohungsszenarien, die Lücken in Technologien nutzen, die es vor ein paar Jahren – oder Monaten – noch gar nicht gab?

Widgets sind der letzte Schrei, zum Beispiel: kleine, bannerähnliche Anzeigen, die man mittels HTML-Codeschnipseln auf einer Website oder einem Blog einfügen kann. Damit lassen sich bestimmte Inhalte innerhalb einer bestehenden Website darstellen, die ein User selber generiert hat – im Zeitalter des so genannten Web 2.0 ein immer beliebterer Spaß. Denken Sie an die Flash-Videos von YouTube oder Facebook.

Ähnliches gilt für Dashboards – digitale Armaturenbretter, wie sie von Suchmaschinenbetreibern wie Google oder von Social Networks wie Plaxo oder Xing per Download zunehmend unter die Leute gebracht werden, damit der User sofort und ohne Umwege auf die jeweilige Applikation gelangen und dort aktiv werden kann.

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Ein Netzwerk aus Papier

Mittwoch, 03. Oktober 2007

Wie schreibt man am besten ein Buch mit 850 Seiten? Nun, man lässt andere schreiben. Und damit es nicht so auffällt, bittet man einfach ganz viele Leute zu schreiben.

Wenn man die richtigen Leute bittet, kommt dabei etwas Seltsames und Schönes heraus: Eine Art Online-Community in Buchform. Das war jedenfalls mein Eindruck, als ich das erste Exemplar von “Leitfaden Online-Marketing” in die Hände bekam. Ich blieb nämlich beim Durchblättern gleich im Inhaltsverzeichnis hängen. Nicht so sehr bei den Themen, die hier in 15 Kapiteln abgehandelt werden und die von Multichannel-Marketing über Suchmaschinenmarketing, Affiliate-Marketing, E-Mail- und Mobile Marketing, Webanalytics, bis Web 2.0 und Crossmedia Publishing reichen. Nein, es waren die Namen hinter den einzelnen Einträgen, die mich so faszinierten.

Thorsten Schwartz hat es nämlich geschafft, sozusagen jeden, der etwas zum Thema Online-Marketing etwas zu sagen hat, dazu zu überreden, seinen Beitrag abzuliefern. Das ist schon logistisch eine Meisterleistung. Ich weiß es, weil ich selbst auch gebeten worden bin, einen Abschnitt beizusteuern zu Kapitel 10 (“eCRM”) unter der Überschrift “Digitale Identität macht alle zu Gewinnern”. Ich erinnere mich mit Grausen an die vielen Erinnerung- und Abstimmungs-Mails, die mich Anfang des Jahres erreichten und in denen Thorstens Stab von Leuten mich mit einer Politik der Nadelstiche dazu brachten, andere Dinge liegen zu lassen und endlich diesen blöden, aber fest versprochenen Text endlich zu schreiben. Wenn alle Co-Autoren so träge waren wie ich, dann haben die Jungs und Mädels eine echte Sisyphosarbeit abgeliefert.

Jetzt freue ich mich aber, dabei zu sein, denn das Autorenverzeichnis wimmelt nur so von alten Freunden und Bekannten, Weggefährten auf der langen Reise von den ersten zarten Anfängen des World Wide Web zu Beginn der 90er bis heute: Ossi Urchs, der meine allerersten tapsenden Schritte ins Internet geführt hat, Martin Aschoff, den ich aus alten 1&1-Zeiten kenne, Rainer Wiedemann von den alten “Argonauten”, Klaus Eck, der unermüdliche Rackerer im Dienste des Förderkreises IT- und Medienwirtschaft München (FIWM), Frank Puscher, alias “Spielfigur”, der mir in der Zeit des guten alten “NetInvestor” manchen sauber recherchierten und geschriebenen Artikel geliefert hat, Thomas Bindl, der Suchmaschinen-Spezialist und langjähriger Mitkämpfer bei der SES-Konferenz in München, Susanne Fittkau, die Internet-Marktforscherin aus Hamburg, Christian Bachem, der in Berlin den Lehrstuhl für Wirtschaftskommunikation aufbaute.

Ob Thorsten meine Kontaktliste bei XING geklaut hat?

Aber da sind noch ganz viele, die ich nicht kenne. Noch nicht, denn was die schreiben klingt stellenweise so interessant, dass man das nachholen sollte. Vielleicht kann Thorsen ja mal ein Alumni-Treffen bei sich daheim in Waghäusl arrangieren. Es wäre eine tolle Runde und sicher auch ein rauschendes Fest. Vor allem wäre es ein soziales Netzwerk der ganz anderen Art, F2F, sozusagen. Denn bei aller Online-Kommunikation ist eines doch klar: Am interessantesten ist nicht das, was sie schreiben, sondern immer noch die Menschen selbst.

Ein Netzwerk aus Papier

Wie schreibt man am besten ein Buch mit 850 Seiten? Nun, man lässt andere schreiben. Und damit es nicht so auffällt, bittet man einfach ganz viele Leute zu schreiben.

Wenn man die richtigen Leute bittet, kommt dabei etwas Seltsames und Schönes heraus: Eine Art Online-Community in Buchform. Das war jedenfalls mein Eindruck, als ich das erste Exemplar von “Leitfaden Online-Marketing” (http://www.amazon.de/Leitfaden-Online-Marketing-Torsten-Schwarz/dp/3000209042/ref=pd_bbs_sr_1/028-9596112-9533336?ie=UTF8&s=books&qid=1191402774&sr=8-1) in die Hände bekam. Ich blieb nämlich beim Durchblättern gleich im Inhaltsverzeichnis hängen. Nicht so sehr bei den Themen, die hier in 15 Kapiteln abgehandelt werden und die von Multichannel-Marketing über Suchmaschinenmarketing, Affiliate-Marketing, E-Mail- und Mobile Marketing, Webanalytics, bis Web 2.0 und Crossmedia Publishing reichen. Nein, es waren die Namen hinter den einzelnen Einträgen, die mich so faszinierten.

Thorsten hat es nämlich geschafft, sozusagen jeden, der etwas zum Thema Online-Marketing etwas zu sagen hat, dazu zu überreden, seinen Beitrag abzuliefern. Das ist schon logistisch eine Meisterleistung. Ich weiß es, weil ich selbst auch gebeten worden bin, einen Abschnitt beizusteuern zu Kapitel 10 (“eCRM”) unter der Überschrift “Digitale Identität macht alle zu Gewinnern”. Ich erinnere mich mit Grausen an die vielen Erinnerung- und Abstimmungs-Mails, die mich Anfang des Jahres erreichten und in denen Thorstens Stab von Leuten mich mit einer Politik der Nadelstiche dazu brachten, andere Dinge liegen zu lassen und endlich diesen blöden, aber fest versprochenen Text endlich zu schreiben. Wenn alle Co-Autoren so träge waren wie ich, dann haben die Jungs und Mädels eine echte Sisyphosarbeit abgeliefert.

Jetzt freue ich mich aber, dabei zu sein, denn das Autorenverzeichnis wimmelt nur so von alten Freunden und Bekannten, Weggefährten auf der langen Reise von den ersten zarten Anfängen des World Wide Web zu Beginn der 90er bis heute: Ossi Urchs, der meine allerersten tapsenden Schritte ins Internet geführt hat, Martin Aschoff, den ich aus alten 1&1-Zeiten kenne, Rainer Wiedemann von den alten “Argonauten”, Klaus Eck, der unermüdliche Rackerer im Dienste des Förderkreises IT- und Medienwirtschaft München (FIWM), Frank Puscher, alias “Spielfigur”, der mir in der Zeit des guten alten “NetInvestor” manchen sauber recherchierten und geschriebenen Artikel geliefert hat, Thomas Bindl, der Suchmaschinen-Spezialist und langjähriger Mitkämpfer bei der SES-Konferenz in München, Susanne Fittkau, die Internet-Marktforscherin aus Hamburg, Christian Bachem, der in Berlin den Lehrstuhl für Wirtschaftskommunikation aufbaute.

Ob Thorsten meine Kontaktliste bei XING geklaut hat?

Aber da sind noch ganz viele, die ich nicht kenne. Noch nicht, denn was die schreiben klingt stellenweise so interessant, dass man das nachholen sollte. Vielleicht kann Thorsen ja mal ein Alumni-Treffen bei sich daheim in Waghäusl arrangieren. Es wäre eine tolle Runde und sicher auch ein rauschendes Fest. Vor allem wäre es ein soziales Netzwerk der ganz anderen Art, F2F, sozusagen. Denn bei aller Online-Kommunikation ist eines doch klar: Am interessantesten ist nicht das, was sie schreiben, sondern immer noch die Menschen selbst.