WM-Nachrichten

sms vs joynVolltreffer oder Rohrkrepierer?

Die Deutschen sind bekanntlich Weltmeister in vielen Dingen, nur leider schon länger nicht mehr im Fußball. Sie sind aber Export-Weltmeister, Urlaubs-Weltmeister und, ja, auch SMS-Weltmeister. Kein anderes Volk schickt so viele Kurznachrichten vom Handy wie wir. Das ist für die Telefongesellschaften ein Milliardengeschäft.

Da war nicht immer so. Der damalige Telekom-Chef Helmut Ricke nannte SMS 1992 bei der Vorstellung des ersten GSM-Netzwerks ein „unerwartetes Nebenprodukt“. Aber irgendwann kam jemand auf die Idee, Geld dafür zu verlangen, obwohl es den Betreiber ja eigentlich gar nichts kostet. Und wir „SMSen“ trotzdem fleißig: 41 Milliarden solcher Mini-Nachrichten  waren es 2011, so der IT-Branchenverband BITKOM.

Dass es auch heute immer noch kostenlos  geht, beweisen aber solche „Messenger Apps“ wie „Whatsapp“, Pinger, Viber und natürlich auch die Kurztext-Funktion von Skype, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Das ist den Telefonkonzernen ein Dorn im Auge, also haben sie „Joyn“ erfunden.

Joyn basiert auf dem Industriestandard RCS-e („Rich Communication Suite-enhanced) und kann nicht nur Texte, sondern auch Sprachnachrichten, Bilder und Videos von Handy zu Handy übertragen. Es ist natürlich viel besser und viel schneller als SMS, und das Beste ist: Es ist kostenlos! Aber leider nur bis März 2013. Danach läuft die Gebührenuhr, und zwar nicht zu knapp: 29 Cents pro Minute will die Telekom angeblich verlangen, für Videonachrichten sogar 59 Cents.

Womit Deutschland wieder einen Weltmeister-Titel verdient hätte: in Kundenabzocke…

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