April! April!

Poisson d'avril: April, April!!! - frankreich-webazine.de

Was hat der Fisch mit einem Aprilscherz zu tun?

Fällst Du am ersten April auf einen Streich herein, wurdest Du sprichwörtlich „in den April geschickt“. Um den Scherz aufzulösen verwendest Du schließlich den Ausdruck „April! April!“. Woher beide Redensarten kommen ist nicht nachweislich geklärt.

Schon im Mittelalter gab es im Frühling Narrenspiele, Verkleidungen und Streiche.
Der April galt als launischer Monat („Der April macht, was er will“) – perfekt für Täuschungen und Schabernack. „In den April schicken“ taucht 1618 in Bayern erstmals schriftlich auf.

Schon früher, nämlich im 16. Jahrhundert entstand in Frankreich der Brauch, jemandem  heimlich einen Papierfisch auf den Rücken zu kleben. Der Poisson d’Avril (Aprilfisch) steht für etwas Leichtgläubiges, das „anbeißt“. Der Brauch ist bis heute sehr lebendig, besonders bei Kindern.

In Großbritannien heißt der Tag „April Fool’s Day“und ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Traditionell dürfen Streiche nur bis 12 Uhr mittags gemacht werden. Wer danach scherzt, gilt selbst als „April Fool“.

In Spanien & Lateinamerika wird kein 1. April gefeierte – sondern der 28. Dezember. Er heißt dort „Día de los Santos Inocentes“ (Tag der unschuldigen Kinder) und war ursprünglich ein religiöser Gedenktag, der später mit Scherzen vermischt wurde. Die Streiche funktionieren ähnlich wie Aprilscherze, oft mit Zeitungsenten.

Genauso ungewiss ist, warum gerade dieses Datum zum Tag der Scherze und Streiche wurde. Häufig wird der Brauch mit dem unbeständigen, unvorhersehbaren Aprilwetter in Verbindung gebracht, das uns alle an der Nase herumführt.

Es gibt zwei mögliche historische Erklärungen für den Aprilscherztag:

1. Der Augsburger Münztag.  1530 soll am 01.04. im Augsburger Reichstag ein Münztag zur Vereinheitlichung der Währung stattfinden. Viele Spekulanten verloren an diesem Tag ihr Geld und wurden als Narren ausgelacht, denn der angekündigte Münztag fand nie statt.

2. Kalenderumstellug. 1564 führte Frankreich den Gregorianischen Kalender ein. Das neue Jahr begann nun offiziell am 1. Januar statt Ende März/Anfang April. Menschen, die weiterhin im April Neujahr feierten oder davon nichts mitbekamen, wurden verspottet und mit falschen Geschenken oder Einladungen hereingelegt.

Diese beiden historischen Ereignisse sind die wahrscheinlichsten Erklärungen für den Narrentag. Weitere geschichtliche oder religiöse Verbindungen kursieren als Hintergrundgeschichten rund um den ersten April. Aber keine ist tatsächlich belegt.

Ich selbst habe eine Aprilgeschichte erlebt, die aber im Herbst stattfand. Ich hatte Nachtdienst bei den Stuttgarter Nachrichten, da kam über den Ticker die Meldung, dass der ehemalige Landtagschef gestorben sei. Normalerweise wäre das nur eine Meldung auf einer hinteren Lokalseite gewesen, aber mir war fad, also bin ich ins Archiv gelaufen und habe mir die Akte über den Mann besorgt. Ich schrieb einen ausführlichen Nachruf, und wir waren die einzigen, die am nächsten Morgen so etwas hatten.

Ein paar Tage später faltterte mir eine Einladung zur Geburtstagsfeier eben dieses Ex-Landtagschefs in die Redaktionsstube – der war nämlich gar nicht tot, das ganze war eine Falschmeldung einer Nachrichtenagentur.

Ich fuhr natürlich hin, es gab eine große Gesellschaft, und allen wurde ein Rinderfilet serviert – nur mein Teller blieb leer. Am Schluß kamen zwei Keller mit einer großen Servierglocke zu mir. Als sie es hochhoben, lag darunter eine knusprig gebratene Ente…

Es hat zwar keiner „April! April!“ gebrüllt, aber für mich war es doch der perfekte Aprilscherz.

So, und jetzt müssen Sie sich fragen, ob ich mir das alles nur als Aprilscherz aus den Fingern gesogen habe, oder ob vielleicht doch ein Fünkchen Wahrheit dahintersteckt.

Fröhlichen ersten April!

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