Ein letztes Mal ein gutes Neues Jahr

Nordkorea-Bedrohung: Hawaii rüstet sich für Atomangriff | STERN.de

Was machen wir, wenn Amerika Grönland angreift. Bundeswehrsoldaten auf den Gletschern stationieren? Oder besser die Amis schalten und walten lassen, wie es Donald Trump gefällt?

Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht. Es herrscht einmal wieder das Gesetz des Stärkeren in der internationalen Politik. Russland, China und die USA finden das toll, Europa stellt sich als einziger Block von Bedeutung dem entgegen.

Folgende Scanarien sind denkbar.

  1. Trump schlägt einfach los. Grönland hat 50.000 Einwohner, halb so viel hat eine einzige Luftlande-Division der Amerikaner. Also: Keine Chance.
  2. Dänemark erlaubt es den USA, Truppen auf Grönland zu stationieren. Bislang gibt es nur 150, die alle auf Pituffik Space Base leben – aber die Zahl ließe sich leicht steigern. Das führt über kurz oder lang zu  einer schleichenden Invasion der Amerikaner.

In beiden Fällen bleibt der EU nicht anderes übrig, als machtlos zuzusehen.

Trump hätte damit Fakten geschaffen, denen andere folgen werden.

  1. Russland wird seine Aggression gegen Europa fortsetzen. Drohnenangriffe, Pipelines kappen und den Druck auch europäische Länder wie Polen und die baltischen Staaten erhöhen.
  2. China wird Taiwan angreifen, höchstwahrscheinlich mit Erfolg. Damit verwandeln sie das Südchinesische Meer in ein Binnengewässer.

In beiden Fällen bleibt der EU nicht anderes übrig, als machtlos zuzusehen.

Das bedeutet:

  1. Das Ende der NATO als Verteidigungsbündnis. Gegen wollen die sich denn verteidigen – die Amerikaner, etwa?
  2. Andere Länder werden sich nicht mehr zurückhalten und ihre Nachbarn angreifen. Mögliche Kanidaten sind Bolivien, das ein Recht auf Zugang zum Pazifik gegen Chile erhebt. Kambodia und Thailand haben gerade ihre Äxte begraben – aber für wie lange? Und habe ich etwas über den Kashmir gesagt? Sowohl Indien wie Pakistan wollen das ganze Gebiet. Und die sind beide Atommächte.

Im vergangenen Jahr jährte sich zum 80. Mal die Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen von 1945, einem Dokument, das am Ende des Zweiten Weltkriegs von 51 Nationen unterzeichnet wurde. Die Unterzeichner verpflichteten sich, „künftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren“. Seitdem haben die Großmächte keinen Krieg mehr gegeneinander geführt, und kein UN-Mitgliedstaat ist infolge einer Eroberung von der Landkarte verschwunden.

Doch in den letzten zehn Jahren hat sich dieser Frieden begonnen langsam zu zerbröckeln. Heute steht er kurz vor dem völligen Zusammenbruch. Sollte dies geschehen, wären die Folgen katastrophal. Die verheerenden Kosten der Opfer sind bereits jetzt erkennbar: Von 1989 bis 2014 gab es durchschnittlich weniger als 15.000 Todesopfer pro Jahr durch grenzüberschreitende Konflikte. Seit 2014 ist dieser Durchschnitt auf über 100.000 pro Jahr gestiegen. Da Staaten die Grenzen der rechtmäßigen Gewaltanwendung zunehmend missachten, könnte dies nur der Beginn einer neuen Ära tödlicher Konflikte sein.

„Der Krieg ist wieder in Mode“, beklagte Papst Leo XIV gerade in seiner ersten Rede zum „Zustand der Welt“ vor seinen diplomatischen Gesandten. Der in Amerika geborene Pontifex äußerte seine Befürchtung, dass sich „Kriegseifer“ ausbreite, und verurteilte die „Schwächung des Multilateralismus“.

Bis zu einem globalen Atomkrieg scheint es nur noch ein logischer nächste Schritt.

Ich wünsche allen ein letztes gutes Neues Jahr. Danach sieht es leider nur noch düster aus.

PS: Was für einen Planeten hinterlasse ich meinen beiden kleinen Enkeltöchtern?

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