Wie der Kudukopf ins Alte Forsthaus kam

Das Alte Forsthaus in St Michael hat nun endlich eine Geweihtrophäe – ein mächtiger Kudu-Bock aus Südafrika. Ich habe ihn allerdings nicht selbst geschossen. Ich habe ihn am Straßenrand in Namibia entdeckt bei einer Fotosafari von Windhoek zu den Viktorianfällen im Jahre 1982. Seitdem hängt er in unserer Ferienwohnung in Sölden, aber nun habe ich ihn sozusagen heimgeholt.

Dazu gibt es eine Geschichte. Wir haben ein paar Wildhüter kennengelernt, und einer von ihnen verkaufte mir die notwendigen Abschußerlaubnis, ohne die ich vermutlich als Wilderer eingebuchtet worden wäre. Und da wir erst mal weiterfahren wollten, bot er mir an, den Schädel auf einen Armeisenhaufen zu legen bis wir wieder vorbei kämen. Danach wäre er perfekt präpariert.

Nun, ganz so perfekt war es eben doch nicht: Das Ding stank hinterher bestialisch. Aber ich wollte meine Trophäe eben nach Hause mitnehmen. Der Wildhüter zeigte mir, wie man ein Horn einfach abdrehen könne. Zum Vorschein kam der sprialförmige Knochen, den wir abgesägt habenen, dann ließ sich die beiden Hörner ineinander legen.

Wir wickelten ihn in mehrere Lagen Plastikplane ein und banden ihn zu. Ich nahm das Paket als Handgepäck mit in den Flieger nach Frankfurt, aber dort mußten wir ja noch durch dern Zoll kommen, was nicht so einfach war.

Der Zollbeamte schaute mich mißtrauisch an. Ich muß ja auch zugeben: Das Ding sah aus wie ein in Plastik verpackte Baby-Bazooka. „Machen Sie das mal bitte auf“, meinte er. Ich schüttelte heftig den Kopf und sagte: „Wenn ich das machen muß, bleibt er hier!“

Der Beamte schnüffelte an dem Paket und trat sofort einen Schritt zurück. Dann winkte er mich durch.

Zuhause angekommen kochte ich den Schädel fachmännisch aus, schraubte das zweite Horn wieder dran und montierte einen Befestigungshaken. Jetzt  hängt er über der Tür in unserem Vorhaus, wo ihn unsere Gäste bewundern können. Und das Alte Forsthaus verdient endlich wieder seinen Namen.

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