Gott sagt: Liebt die Immigranten!

Weiße Evangelikale in den Vereinigten Staaten, aber auch tiefgläubige Christen in Österreich und Deutschland sind aufgrund einer Kombination aus theologischen, kulturellen und politischen Faktoren, oft prominente Befürworter einer strengen Einwanderungspolitik, imköusive MMassensbschiebungen und das Verbot der Familiennachführung. Ihre Sichtweise wird häufig von dem Wunsch nach Aufrechterhaltung der Rechtsstaatlichkeit, nationalen Sicherheitsbedenken und der Überzeugung geprägt, dass die christlich Kultur im Wesen durch den massiven Zuzug von Menschen anderer Religionen, insbesondere des Islam, bedroht ist.

Ich mag ja Atheist sein, aber ich finde diese Haltung absolut unchristlich.

Die Bibel fordert ausdrücklich drei Arten der Liebe. Die erste und zweite werden von vielen modernen Christen und Juden leicht zitiert – die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten. Die dritte, die am häufigsten übersehen wird, ist die Liebe zum Ger. Mehrere englische Übersetzungen interpretieren Ger als „Fremdling”, jemanden, der anderswo geboren wurde und gekommen ist, um unter den Menschen zu leben, höchstwahrscheinlich vorübergehend. Andere Übersetzungen geben Ger mit „Fremder”, „Ausländer” oder „Fremdstämmiger” wieder.

Die Bibel lehrt, Einwanderer (oft übersetzt mit „Fremde“, „Ausländer“ oder „Gastarbeiter“) zu lieben, vor allem im Alten Testament, wobei das direkteste Gebot in Levitikus zu finden ist. Diese Passagen betonen, dass man sie wie Einheimische behandeln und lieben soll wie sich selbst, wobei oft die Geschichte Israels als Fremde in Ägypten angeführt wird.

In Kapitel 19:33-34 heißt es wörtlich: „Gott verteidigt die Sache der Waisen und Witwen und liebt die Fremden, die unter euch wohnen, und gibt ihnen Nahrung und Kleidung. Und ihr sollt die Fremden lieben …”.

Das Gebot, Einwanderer zu lieben, ist eine der größten moralischen Revolutionen der Bibel. Andere alte Kulturen des Nahen Ostens wiesen die Menschen an, sich um Witwen und Waisen zu kümmern. Die Bibel erweitert die Kategorie derjenigen, die besonderen Schutz verdienen, um diejenigen, die in unserer Gemeinschaft leben, aber nicht ganz zu ihr gehören.

Ein Markenzeichen der zweiten Trump-Regierung ist die Jagd auf im Ausland Geborene, von Kindern bis zu Erwachsenen, offenbar ungeachtet ihres strafrechtlichen Status. Viele der Regierungsbeamten, die sich für dieses Projekt einsetzen, berufen sich in ihren Reden oft auf Gott und behaupten, dass ihre Treue zur Verfassung in ihrer Treue zu einem weitaus älteren Text begründet ist: der Bibel. Es ist offensichtlich, dass vielen unserer Führer das grundlegendste Verständnis des zentralen biblischen Gebots fehlt, Einwanderer zu lieben und für sie zu sorgen.

In den New York Times schreibt Rabbi Held, Präsident und Dekan des Hadar Institute und Autor des kürzlich erschienenen Buches „Judaism Is About Love“ (Im Judentum geht es um Liebe): It is clear that many of our leaders lack the most fundamental understanding of the central biblical commandment to love and care for the immigrant.

Papst Leo LIV. schrieb: »Es werden zunehmend unmenschliche – und sogar politisch gefeierte – Maßnahmen ergriffen, um diese ›Unerwünschten‹ zu behandeln, als wären sie Abfall und keine Menschen. Staaten, die Migranten misshandelten oder deren Rechte missachteten, begingen »schwere Verbrechen«, erklärte er weiter.

Die Wahrnehmung, dass Christen (insbesondere in den USA oder in konservativen Kreisen) eher kritisch gegenüber Migranten eingestellt seien, wird durch Umfragen gestützt, die zeigen, dass Christen in manchen Regionen skeptischer gegenüber Einwanderern sind als Nicht-Christen

Viele konservative Christen sehen die eigene Kultur als stark christlich geprägt an. Einwanderung, besonders aus nicht-christlichen Ländern, wird als Bedrohung für diese kulturelle Identität und die christliche Mehrheit empfunden.

Argumente basieren häufig auf der Haltung, dass Gesetze – auch Einwanderungsgesetze – eingehalten werden müssen. Es wird argumentiert, dass eine „nationale Souveränität“ geschützt werden muss und der Schutz der eigenen Grenzen Vorrang hat.

Besonders in den USA vermischen manche Christen (Evangelikale) ihren Glauben mit nationaler Identität. Sie glauben, dass ihr Land eine christliche Nation bleiben muss, was zu einer Ablehnung von Einwanderern führen kann, die nicht diesem Bild entsprechen.

Es wird also schwer sein, gegen diese über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gewachsene Haltung der Christen gegen Migranten zu verändern. Wie der Antisemitismus unter der gleichen Gruppe wird sie oft geschickt verborgen.

Leo LIV. War einer der ersten, der sich für die Sache der Migranten stark gemacht hat. Man wünscht sich ähnlichen Mut von Vertretern anderer Religionsgemeinschaften.

Ich mache mich seit Jahren für ein Menschenrecht auf Freizügigkeit stark, stoße da aber gegen Wände, insbesondere christliche. Ich werde mich aber trotzdem bis zum Schluss dafür einsetzten, dass es das Recht freier Bürger ist, sich ihren Wohnort weltweit auszusuchen. Natürlich müssen wir unsere Sozialsysteme entsprechend anpassen. Wer nicht arbeiten will oder ein Verbrechen begeht, dem sollten wir nicht die volle Gastfreundschaft inklusive großzügiger Geldzuwendungen geben, sondern sie wieder dahin schicken, wo sie herkamen.

Jeder andere ist eine Bereicherung für unser Land und unser Sozialsystem. Das zeigen die vielen positiven Beispiele voll integrierter Ausländer bei uns. Ganz abgesehen davon, dass unsere überalternde Gesellschaft dringend ein junge Arbeitskräfte mit Fleiß und Ehrgeiz braucht, wenn sie nicht kollabieren soll.

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