Die Brandmauer hat sich gegen ihre Erfinder gewandt!

Gastkommentar von Dr. Hans-Ulrich Müller*

Die „Brandmaueridee“ in Deutschland ist  ihren geistigen Vätern in der politischen Mitte böse auf die Füße gefallen.

Die AfD – Funktionäre brauchten eigentlich nichts anderes zu tun, als die zunehmende Unfähigkeit der Koalition zur Lösung dringender Probleme auszusitzen.

Den Rest erledigte der ignorante Umgang mit den immerhin etwa 10 Millionen Wählern der AfD, die weder in der Tagesdiskussion Erwähnung erfahren noch nach ihren Wahlmotiven in den Medien öffentlich befragt werden – so, als ob sie bei zukünftigen Wahlen keine Rolle spielen würden – welch ein Denkfehler!

Die Resultate ausgehandelter Kompromisse durch die Koalition sind durch das zahnlos gewordene System der aktuellen parlamentarischen Struktur immer öfter nicht einmal ihren Namen wert – und die Unzufriedenheit darüber hat weder mit Rechts noch mit Links etwas zu tun, sondern die Meinungsbildung ergibt sich aus dem politischen Tagesgeschehen, welches jeder Bürger bei Bundestagsdebatten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen miterleben kann.

Die scheinbar von den staatlichen Medien vorgeschriebene gebetsmühlenartig anzuwendende Sprechformel: „mit Sicherheit vom Bundesverfassungsschutz als rechtsradikal eingestuft“ wirft die ganz und gar nicht rechtsradikalen Millionen Wähler völlig undifferenziert zusammen mit tatsächlich rechtsradikalsten Mitgliedern der AfD wie Höcke mal eben in die gleiche Schublade –  und das ist unfair und erzeugt verärgerte Protestwähler in großer Zahl, wie man bald sehen wird.

Und die so richtete sich plötzlich die Brandmauer gegen ihr eigenen Erfinder, anstatt dem politischen Erzfeind zu schaden

Die Eigentorhüter der Brandmauerpolitik haben die erste Quittung für diese Fehlentscheidungen bei der Niedersachenwahl auf schmerzliche Weise erfahren müssen.

*Dr. Hans-Ulrich Müller ist ein langjähriger Freund und ein Kenner (aus eigener Erfahrung) des ehemaligen Ost-Regimes. Er saß lange im DDR-Gefängnis und war jahrlang Zahnarzt in Rennweg. Heute wohnt er auf Burg Mosham im Lungau.

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