Nur wer richtig suchet, der findet

Um sich im Cyberspace zu Recht zu finden, brauchen Sie vor allem eines: Erfahrung. Wer sich aus Angst vor der Technik oder vor dem unbekannten Medium gar nicht erst einloggt und auf Hilfe von außen hofft, hat schon verloren. Täglich eine Stunde im Web surfen ist immer noch die einfachste Methode, um sich mit dem Internet vertraut zu machen.

Der erste und wichtigste Tipp für Net-Neulinge lautet also: Lassen Sie den Fernseher mal abends ausgeschaltet und klicken Sie sich einfach mal durchs Web. Wenn Sie nur in der Firma einen Internet-Zugang haben, dann scheuen Sie sich nicht, während der Arbeitszeit mal für ein paar Stunden abzutauchen in die Welt hinter dem Bildschirm.

In diesem Zusammenhang ein ernstes Wort an Dienstvorgesetzte und Firmenbesitzer: Lassen Sie Ihre Leute surfen! Selbst wenn Ihr Angestellter schließlich bei WWW. playboy.com landet: Er eignet sich dabei wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit dem Internet an. Auf spielerischem Weg zwar (und damit tun sich die ach so ernsthaften Deutschen ja gelegentlich schwer), aber dafür um so effektiver.

Nach einiger Zeit werden Sie in der Lage sein zumindest zu vermuten, wo sich vielleicht für Sie sinnvolle Inhalte auf dem Internet befinden. Aber Zeit, alles abzuklappern, hat natürlich kein Mensch. Zumindest nicht, solange er dafür nicht bezahlt wird. Es gibt aber solche glücklichen Menschen, nämlich die Redakteure der einschlägigen Zeitschriften, von denen es am Kiosk inzwischen ja nur so wimmelt, und die sich alle „Programmzeitschrift für das Internet“ oder so ähnlich nennen.

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Urlaub im Handy-Paradies

Ob Italien wirklich das Land ist, in dem die Zitronen blühen, kann ich nach einem Kurzurlaub im Spätherbst nicht mit Bestimmtheit sagen. Da§ es aber das Gelobte Land des Mobiltelefonierens ist, das stand spätestens in dem Augenblick fest, als wir in die Hotelbar des noblen Grandhotel Excelsior in Rom kamen und an allen – wirklich allen!- Tischen vornehm gekleidete Italiener saßen und mit Hochdruck telefonierten. Miteinander, vielleicht? So eine Art High-Tech-Ausgabe des Balls der einsamen Herzen? Dagegen sprach, da§ sie alle gleichzeitig redeten (andererseits: Das tun die Italiener eigentlich immer) und zu unterschiedlichen Zeiten auflegten. Dazwischen flitzten die Kellner in weissen Jacken umher, servierten Drinks, brachten kleine Teller mit Knabberzeugs und gingen zwischendurch auch mal ans Telefon (ein ganz gewöhnliches schnurloses Gerät), um Tischbestellungen entgegenzunehmen. Es war ein grandioses Schauspiel, ein Blick in die Zukunft des totalen Mobiltelefon-Zeitalters; eines, das je nach Temperament und Einstellung schön oder schrecklich erscheint.

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Rom ist voller Impressionen für den Handy-Freund. Zum Beispiel der junge Mann am Brunnen vor der Kirche Santa Maria in Trastevere, der offenbar auf jemanden wartete und dabei die ganze Zeit über das Mobiltelefon krampfhaft ans Ohr hielt, obwohl er gar nicht telefonierte. Vielleicht ist sein Arm bereits in dieser Stellung eingerostet, wie der Blechmann im Zauberer von Oz? Weiterlesen

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Von wegen Statussymbol!

„Allerorten sind jüngere Herren zu sehen, die inzwischen ungeniert und ostentativ ein tragbares Telefon benutzen und sich damit als Mitwirkende am Wirtschaftsgeschehen darzustellen wissen. Was sie nicht wissen: dass sie zugleich mitteilen, nicht über ein eigenes Sekretariat zu verfügen und eine Stellung innezuhaben, zu deren Prestige eben auch die Nicht-Erreichbarkeit, die Nicht-Verfügbarkeit gehört. Wer überall angepiepst werden darf, wer sich überall melden muss, gehört zum Personal.“

(„Capital“-Herausgeber Johannes Gross in seiner FAZ-Kolumne)

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Ein Handy genügt!

Traurige Nachricht: Meine Frau hat ihren Handy wieder abgemeldet. „Für die zwei, drei Gespräche im Monat sind mir die Grundgebühren einfach zu teuer“, meinte sie. Ein Mobiltelefon in der Familie sei genug. Ich habe mit Engelszungen geredet, aber vergeblich. Merke: Man kann die Menschen nicht zu ihrem kommunikativen Glück zwingen.

 

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Ganz schön teuer am Steuer

Sixt mag Preisbrecher unter den Autovermietern sein, als Telefonverleiher ist er ganz schön teuer. Ich hatte über Ostern einen Baby-Benz drei Tage lang ausgeliehen und zahlte nur 169 Mark fürs Auto – für ein einziges lumpiges Kurzgespräch mit dem eingebauten D-Netz-Apparat aber fast acht Mark! Da können die Kollegen von „connect“ sagen, was sie wollen: Ich benütze zumindest im Mietwagen mein Handy nach wie vor als Autotelefon.

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Oben mit und unten ohne

Seitdem im Englischen Garten die Sonne scheint, sind die Nackedeis wieder da. Doch ganz so wie früher ist es nicht. Ich habe schon drei Herren der Schöpfung im Grünen gesehen, die nichts weiter trugen als einem Handy am Ohr. „Oben mit“ statt oben ohne lautet die Devise.

 

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Mobiltelefone auf den Mond, bitte!

Die schottische Bergwacht würden laut einer Meldung im „Kölner Express“, eingesandt von aufmerksamer Leserin Barbara Meinert, die Mobiltelefone am liebsten auf den Mond schießen. Immer öfter, so die Zeitungsschreiber, rufen Bergsteiger beim Notdienst an, um kühle Getränke oder warme Suppen zu bestellen. Dass allerdings ein ganz unverschämter Mobilfunker angeblich um neue Batterien für sein Handy gebeten haben soll, halte ich dagegen für eine echte Zeitungs-Ente.

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Verfolgungsjagd per Handy

Selten kam das D-Netz so groß im Fernsehen heraus wie beim Geiseldrama Ende Mai 1995 in Celle. Da plauderte der Entführer Günther Finneisen munter mit Reportern vom Beifahrersitz des Porsche 928, den die Polizei als Fluchtfahrzeug besorgt hatte, und dass zeitgemäß mit Autotelefon ausgestattet war. Da hörte man aber auch die flehende Stimme des Opfers, der in N-TV verzweifelt darum bat, den Polizeihubschrauber abzuziehen, weil die Gangster ihn sonst umbringen würden. Nun, die Sache ist zum Glück glimpflich ausgegangen. Aber einen schalen Beigeschmack hinterlässt es doch, wenn ein Stück Technik, dass uns allen Freude und das Leben leichter macht, plötzlich für solche kriminelle Selbstdarstellung missbraucht wird.

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Retter in der Not

Betelgeuse

Ein Mobiltelefon kann Leben retten. Nach einem Autounfall, zum Beispiel. Die Notrufnummer 110 verbindet Sie automatisch mit dem nächstgelegenen Polizeirevier. Denken Sie daran, den Unfallort genau zu beschreiben und einen Krankenwagen anzufordern, wenn es Verletzte gibt. Aber auch in weniger dramatischen Situationen hilft das D-Netz weiter, zum Beispiel wenn ein Autofahrer eine Panne hat und einen Abschleppwagen benötigt.

 Sicher ist sicher

Besonders Frauen werden das schöne Gefühl der Sicherheit zu schätzen wissen, dass ein Mobiltelefon unterwegs vermittelt. Sei es, dass der Wagen nicht mehr läuft und Sie sich in der Dunkelheit nicht zur nächsten Telefonzelle trauen. Oder sei es, dass ein komischer Typ seit ein paar Minuten hinter Ihnen her ist und Sie gerne einen Freund und Helfer hätten.


Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 4. Juli 1995 im Cole-Blog

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Ein Abend mit Freunden

RestaurantWarum soll eine Verabredung mit Kollegen oder Bekannten im Chaos enden, nur weil die Kneipe zu ist oder das Lokal, wo man sich treffen wollte, Ruhetag hat. Im Zeitalter des Mobiltelefons ruft derjenige, der zuerst vor der verschlossenen Tür steht, die anderen an und dirigiert sie einfach um. Vorher aber bitte bei der Ausweichadresse anrufen und fragen, ob auch wirklich offen und ein Tisch frei ist.

 

 Beim Rendezvous

WürgburgerNatürlich wollen Sie mit Ihrem Mobiltelefon nicht künstlich Eindruck schinden. Trotzdem kann es ganz nützlich sein, so ein Ding dabei zu haben, wenn Sie mit der neusten Flamme ausgehen. Wenn Sie sich zu Tode langweilen, können Sie mit einem guten Freund einen Notruf arrangieren: Sie müssten sofort nach Hause, Ihr Hamster habe Husten. Jedenfalls besser als Kopfschmerzen.

Und wenn der Abend schön war, haben Sie gleich einen Grund, sich vor dem Schlafengehen nochmal zu melden, nach dem Motto: „Wollte nur wissen, ob du gut heimgekommen bist. übrigens: Wie wär’s mit nächstem Samstag?“

 


Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 3. Juli 1995 im Cole-Blog

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