Ich gestehe – ich habe telefoniert!

Ich muß ein Geständnis ablegen: Ich habe im Flieger telefoniert. Das heißt, nicht richtig telefoniert, sondern ich habe vergessen, den Handy auszuschalten. Da lag das Ding nun wie eine kleine Zeitbombe im Koffer und strahlte seine unheilvollen Signale aus, brachte vermutlich sämtliche Fluginstrumente durcheinander und hätte um ein Haar zum Absturz geführt, wenn der heldenhafte Pilot die Maschine nicht irgendwie doch noch heil auf den Boden gebracht hätte. Das heißt, genaugenommen hat man ja als Passagier von dem Drama im Cockpit nichts gemerkt, aber es muß sich wohl so abgespielt haben. Wie sind sonst die eindringlichen Warnungen der Fluggesellschaften vor dem gefährlichen Betrieb von Mobiltelefonen im Flieger zu verstehen?

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Vielleicht gelten die Warnungen ja auch nur für Telefone, die nicht den Fluggesellschaften selbst gehören. Ich bin jedenfalls kürzlich mit einer Maschine von United Airlines von San Francisco nach Los Angeles geflogen und fand in der Armlehne ein „cellular phone“ mit einem Schlitz, wo man die Kreditkarte durchzieht und dann nach Herzenslust telefonieren kann. Ich rief meine Frau in Stuttgart an – nur war’s da leider gerade drei Uhr morgens. Die Freude über den unverhoffte Anruf aus luftiger Höhe blieb also eher verhalten …

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Von dummen und klugen Ladegeräten

Ich habe mich von einer Anzeige der Firma „Telesand“ in einer der letzten Ausgaben von connect. zum Kauf eines Schreibtisch-Ladegeräts für meinen Nokia 2110 anregen lassen. Das gute Stück war drei Tage später schon da, per Nachnahme für 189 Mark. Jetzt steht mein Handy im Büro griffbereit vor mir, die Batterie stets prallvoll, ein weiteres Akku in einem praktischen zweiten Ladeschlitz. Um dem gefürchteten „Memory Effect“ vorzubeugen, schaltet das intelligente kleine Kerlchen den Ladevorgang ab, sobald das Akku voll ist. Ich habe das Gerät zudem zur weiteren Batterieschonung auf „langsames Laden“ geschaltet. Schließlich kann ich das Reserveakku zwischendurch per Knopfdruck total entladen und wieder hochladen lassen. Womit mein Gewissen als Handy-Besitzer wieder rein ist. Bleibt immer noch die Frage: Warum schaffen es die Handy-Hersteller nicht, ihren Produkten gleich ein richtiges Ladegerät mitzugeben wenn sie wissen, daß ständiges gleichmäßiges Laden die Batterie zerstört? Oder wollen die das vielleicht sogar, um den Umsatz bei Ersatzbatterien anzukurbeln?

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Wie erreicht man die Bergwacht?

„Handy rettete zwei Jäger vor dem sicheren Tod“, schlagzeilte die Münchner „tz“ vor einigen Wochen. Josef F. (49) und Georg S. (49) aus Dachau waren mit ihrem Geländewagen auf einer Serpentinenstraße im Froßnitztal bei Matrei in Osttirol auf eine Eisplatte geraten und abgestürzt. Ein zufällig des Weges kommender einheimischer Hubertusjünger habe daraufhin über Handy die Bergwacht alarmiert. Ich lerne daraus zwei Dinge: Erstens funktioniert das Mobiltelefonnetz mittlerweile auch in den Osttiroler Alpen. Und zweitens sollte man sich vor einer Bergtour unbedingt die Nummer der Bergwacht irgendwo notieren.

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Heiß und klebrig

Im Falle eines Falles klebt ein bekanntes Haftmittel alles – bis auf den Fuß einer Autoantenne. Ich wollte jedenfalls die „Mega Max“, die in unserem Vergleichstst verschiedener Antennensysteme so gut abschnitt (siehe connect. 4/94), an meiner Frontscheibe montieren. Dazu mußte ich sie aber zuerst vom Auto unseres Laborleiters, Klaus Ludwig, runterkriegen. Gar nicht einfach. Zum Beispiel brach dabei ein Stück von der Fußplatte ab. Das Hauptproblem aber war der mitgelieferte Klebestreifen, der die Antenne auch bei Tempo 180 am Wegfliegen hindern soll. Das Zeugs ist nämlich nur einmal zu gebrauchen.

Wer seine Antenne, etwa beim Wagenwechsel, ummontieren will, muß sich nach passendem Ersatz umsehen. Ich habe es mit einem doppelseitigen Klebeband aus dem Baumarkt versucht. Klappte auch prima – bis ich das Auto ein paar Tage später in der prallen Sonne stehen ließ. Als ich zurückkam, lag die Antenne auf der Motorhaube: Das Klebeband hatte in der Hitze regelrecht zu schmelzen begonnen und jegliche Haftkraft dabei eingebüßt. Nun rätselt die ganze Redaktion: Was hilft in diesem speziellen Fall weiter? Vorschläge von aufmerksamen Lesern werden dankbar entgegengenommen.

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Vorübergehend nicht erreichbar

„Der gewünschte Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar“. Diese Computerstimme treibt mich auf die Palme, wenn ich eine Mobilfunknummer wähle. Wozu gibt’s schließlich die elektronische Mailbox? Das heißt: Ich selbst hatte bis vor kurzem auch keine. Na ja, höchste Zeit. Aber wie kommt man an so ein Ding? Ich rief als D2-Kunde bei Mannesmann den Kundendienst an unter 1212. Natürlich, geht in Ordnung. Am Nachmittag sei sie geschaltet und ich könne gleich loslegen. Ich müsse nur 55 und meine eigene Nummer wählen und dann den Anweisungen folgen. Die für den ersten Zugang nötige PIN-Nummer bekam ich gleich am Telefon mit der Bitte, sie möglichst schnell zu ändern.

Klappte alles prima: Ich richtete die Mailbox ein, gab einen mehr oder weniger sinnigen Spruch zum Besten – und wurde gleich belehrt, daß mein Ansage zu lang sei. Zum Wiederholen solle ich 2 drücken. Nach vier Versuchen hatte ich meine Begrüßung endlich knapp genug formuliert, gab brav „Stern“ zum Beenden ein und legte auf. Am nächsten Tag rief ich von einem Festetelfon aus bei meiner D-Nummer an – und hörte wieder den Spruch: „…vorübergehend nicht erreichbar“. Also wieder Anruf bei 1212: Warum meine Box nicht tue? Ja, ich müsse sie ja auch erst aktivieren, hieß es. Und wie? Die Dame diktierte mir einen richtigen Geheimcode: „Stern, Stern, 6, 2, wieder Stern, 5, Null, Raute, dann noch Ihre D-Netz-Nummer, dann müßte es schon klappen!“ Stimmt. Aber irgendwie müßte das alles doch Auch einfacher gehen, oder?

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Apropos: Jetzt weiß ich, daß sich eine elektronische Mailbox von dem guten, alten Anrufbeantworter im wesentlichen kaum unterscheidet. Nach wie vor haben es die meisten Anrufer zu eilig (oder sind zu feig) um mir etwas aufs Band zu sprechen. Mindestens jede zweite Nachricht, die mir die Computerstimme beim Abhören verspricht, besteht aus Rauschen und dem Geräusch des Auflegens. Nur einmal hörte ich noch eine leise Stimme im Hintergrund, die ein weitverbreitetes Wort aus der Fäkalsprache von sich gab, bevor es Klick machte. Merke: Bei allem technischen Fortschritt bleiben die Menschen am anderen Ende der Leistung die selben.

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Große und kleine Gauner

Um Gaunereien und diebische Elster geht es aus irgendwelchen Gründen in dieser Kolumne immer wieder. So auch diesmal: Mein Freund Jörg, ein wohlbetuchter Archtiket, den ich schon lange um seinen sündteuren Mercedes Sportcabrio beneide, wurde kürzlich das Opfer von Automardern. Die Jungs sind aber wohl noch nicht sehr lange im Gewerbe: Sie klauten das Handset seines festeingebauten Autotelefons. Was sie damit ohne Elektronik-Kasten anfangen, wissen sie wohl ganz alleine …

Apropos Gaunereien: Preisbrecher Axicon macht sich bei mir zur Zeit sehr beliebt mit ihren Tarif- und Rechnungsspielchen. Ich hatte im Sommer für das Handy meiner Frau (die sehr wenig damit telefoniert) eine D1-Karte mit dem supergünstigen „Schnuppertarif“ abgeschossen – nur 44 Mark Grundgebühr im Monat, dafür aber wesentlich höhere Gespröchskosten, Laufzeit ein Jahr. Die erste Rechnung kam – und man verlangte von mir für einen Monat 69 Mark Grundbetrag plus Gesprächsgebühren. Ein Anruf brachte Klarheit: Offenbar hatte jemand beim Abtippen meines Antrags das Wörtchen „Schnupper“ mit „Normal“ ersetzt. Kaum war die Sache geklärt, flatterte mir Ende November ein Brief ins Haus, in der Axicon den Zusammenschluß mit den Konkurrenten Martin Dawes und Proficom verkündete und mir ankündigte, daß „im Rahmen der Tarifharmonisierung“ der Schnuppertarif ganz wegfällt. Ersatzweise solle ich ab 6. Januar den neuen „Partner-Tarif“ berechnet bekommen („für Kunden interessant, deren monatliches Gesprächsaufkommen nicht besonders hoch ist …“). Kostenpunkt: 70 Mark im Monat. Empörter Anruf bei Axicon: Schließlich hätte ich doch einen Vertrag! Die freundliche Dame vom Kundenservice beschwichtigte: Natürlich laufe mein Vertrag weiter. Und im Frühjahr solle es ohnehin ganz neue Tarife geben. „Wir von Axicon werden uns dafür einsetzen, daß es wieder einen Billigtarif gibt“, meinte sie hoffnungsfroh. Wie sagt Beckenbauer? Schaun mer mal.

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Mailbox-Pingpong

Mein Kollege Christian Spanik vom ZDF ist vor kurzem von Düsseldorf nach Österreich in die Gegend von Salzburg umgezogen. Nun ist er der erste Mensch, den ich kenne, der es schafft, unter zwei Mobiltelefon-Nummern gleichzeitig nicht erreichbar zu sein. Er hat nömlich neben seinem digitalen deutschen D-Netz-Anschluß auch einen Handy fürs alpenländische Analog-Netz. Beide sind auf Mailbox geschaltet und bitten den lieben Anrufer höflichst, die jeweils andere Nummer anzurufen. Spanik sitzt, wie ich ihn kenne, irgendwo in der Mitte, telefoniert überhaupt nicht und grinst sich eins…

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Tut E doch?

Gute Nachricht für unsere Leser in Wien: Das in dieser Kolumne gelegentlich mit wohlmeinendem Spott überzogene österreichische „E-Netz“ funktioniert tatsächlich. Ich weiß das von meinem Kollegen Christian Ortner, Chefredakteur der WirtschaftsWoche Österreich, der seine komplette Redaktion mit Handys ausgestattet hat. Mit durchschlagendem Erfolg, wie er mir versichert: Die Jungs sind nun auch im hintersten Winkel des benachbarten Kaffeehauses erreichbar.

Außerdem beweisen die Kollegen beim mobilen Telefonieren mindestens genausoviel Kreativitöt wie beim Schreiben. Wenn einer mal wegschaut, klauen sie ihm das Gerät und programmieren es um auf Anrufweiterleitung. Sehr beliebt sind die Nummer von „Hostessen“, die einsamen Herren für Geld nicht nur den Stefansdom zeigen. Es müssen sich in Wien herrliche Szenen abspielen, wenn die Ehefrau beim Herrn Gatten anruft um zu fragen, wann er nach Hause kommen will…

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Das Handy genügt!

Wozu braucht der Mensch mit Mobiltelefon Überhaupt noch einen festen Apparat? Diese eher akademische Frage beschäftigt mich schon lange. Allerdings habe ich bereits ein Festnetztelefon. Doch nun ziehe ich gerade um von Stuttgart nach München, pendele aber erst mal ein paar Monate lang quasi zwischen zwei Welten: In der alten Wohnung bin ich selten erreichbar, in der neuen hat die Telekom noch keinen Anschluß zuwege gebracht. Also bleibt das Mobiltelefon meine einzige Verbindung zur Außenwelt.

Und siehe da: Es funktioniert prima! So langsam hat sich meine D-Netz-Nummer unter Kunden und Kollegen herumgesprochen. Dadurch klingelt es zwar häufiger (und häufig in peinlichen Situationen, wie im Restaurant oder im Meeting). Aber da zahlt sich die Mailbox aus: Wenn ich nicht gestört werden will, schalte ich das Handy einfach aus. Sobald ich wieder einschalte, wähle ich den elektronischen Anrufbeantworter, höre die Nachrichten ab und rufe zurück. Bleibt jetzt nur die Frage: Soll ich mir in München überhaupt noch eine feste Rufnummer verpassen lassen oder nicht? Mal sehen …

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In Zusammenhang mit dem bevorstehenden Umzug mußte ich übrigens neue Visitenkarten drucken lassen. Ohne groß nachzudenken habe ich dabei die Nummer meines Mobiltelefons draufsetzen lassen. Erst nachher fiel mir auf, daß eigentlich kein Mensch, den ich kenne, die mobile Nummer auf seiner Karte hat. Warum eigentlich? Wollen die Leute alle gar nicht, daß man sie unterwegs anruft? Oder müssen sie erst die alten Karten aufbrauchen aus der Zeit, als es noch kein D-Netz gab?

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Telefonieren am Steuer – geil!

Kürzlich durfte ich den neuen Sieberener-BMW meines Kollegen Hans Grohmann von der Werkstatt abholen. Da habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mal das serienmäßig eingebaute Telefon auszuprobieren. Eine Wucht, sage ich Ihnen! Das Ding ist mit der Anzeige des Autoradios gekoppelt, und die Rufnummern aus dem Kartenspeicher leuchten orangefarben von einem Display im Armaturenbrett. Im Lenkrad sind zwei Druckknöpfe integriert, mit denen man die Nummernliste rauf und runter blättern kann, der Wählvorgang wird dann mit einem weiteren Knopfdruck ausgeläst. Der Ton läuft über die versteckten Lautsprecher des Radios und in einer Qualität, wie ich sie noch nie erlebt habe. Das Mikrofon ist auch irgendwo unsichtbar untergebracht und funktioniert erstklassig.

Als ich meine Mutter anrief und sie fragte, ob ihr denn irgendwas an der Verbindung auffalle, meinte sie nur: „Ja, du klingst lauter als sonst …“

Einziger Nachteil des Super-Telefons: Ich war so in das Spielen mit Knöpfen und Nummern beschäftigt, daß ich das 150.000 Mark teure Auto um ein Haar an die nächste Hauswand gerammt hätte.

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