Kommunikationsstörung

Ehekrach per Handy: ein unerforschtes Thema für Sozialwissenschaftler. Das kam mir jedenfalls in den Kopf, als ich kürzlich vom Viktualienmarkt aus mit meiner Daheimgebliebenen telefonierte und ihr freudestrahlend mitteilte, ich habe ein wunderbares Lammcarrée fürs Abendessen erstanden. Ich hätte sie doch biteschön vorher informieren sollen, meinte sie, schließlich habe sie auch schon eingekauft. Und wie das so ist: Ein Wort führte zum anderen, die Stimmen wurden lauter, und irgendwann knallte sie den Hörer hin.

Nun kenne ich die Impulsivität meiner Lebenspartnerin, genauso wie ihre Neigung, sich rasch wieder abzureagieren. Aber inzwischen war ich selber sauer. Als es wenige Minuten später am Hand läutete, kochte ich immer noch – und schaltete wütend den Apparat aus. Als ich später wieder einschaltete und die Voice Mailbox abhörte, war denn auch die Stimme meiner Liebsten zu vernehmen, die süffisant meinte: „Wie sollen wir uns wieder versöhnen, wenn du nicht zu erreichen bist …?“

Veröffentlicht unter Mobilität | Hinterlasse einen Kommentar

Der Herr Professor und sein Handy

Was macht ein D-Netz-Professor eigentlich? Diese Frage liess mich nicht ruhen, nachdem ich in der FAZ gelesen hatte, dass in Dresden Deutschlands erstes Lehrstuhl für Mobilfunk ins Leben gerufen worden ist. Also rief ich – natürlich per D-Netz – bei der Technischen Universität an und sprach mit Gerhard Fettweis über seine Arbeit.

„Der Mobilfunk-Nutzer versteckt sich in Häusern, rast mit 200 Sachen über die Autobahn, macht auch sonst allen mäglichen Mist und verlangt auch noch, daß die Verbindung stabil bleibt,“ meinte der gerade 32 Jahre alte Herr Professor, der bis vor kurzem noch in Berkley in Kalifornien Mobilfunkterminals entwickelt hatte. Jetzt bringt er angehenden Elektroingenieuren die Grundlagen des Mobilfunks bei.

Sein Lehrstuhl für mobile Nachrichtensysteme sei von Netzbetreiber Mannesmann gestiftet worden und soll die Voraussetzungen für den Aufbau einer mobilen Datenautobahn in Deutschland erforschen. Schwerpunkte sind die Verbesserung der Sprachqualität sowie der Aufbau neuer Mehrwertdienste.

Das Handy hält Professor Fettweis für ein echtes Wunderwerk der Technik. „Wissen Sie, dass so ein Mobiltelefon einen größeren Prozessor hat als ein Pentium-PC“, fragte er mich. Ja, meinte ich, aber hoffentlich verrechnet er sich nicht immer, so wie Intels Super-Chip.

Veröffentlicht unter Mobilität | Hinterlasse einen Kommentar

Mietwagen zum Handy gratis dazu

Die Amerikaner mögen in punkto High-Tech den Europäern weit voraus sein – im Mobilfunk sind wir aber überlegen. Zumindest was das digitale GSM-Netz angeht, denn die Amis telefonieren zwar in allen Lebenslagen mobil, aber mit vergleichsweise altmodischen Analog-Geräten. Macht aber nichts: Weltmeister im Verkaufen bleiben sie allemal. In Los Angeles wollte ich kürzlich einen Wagen mieten. „Mieten Sie doch einen Mobile Phone“, meinte die bezaubernde Avis-Dame. „Kostet nur 50 Dollar am Tag – und Sie bekommen von uns einen Mietwagen gratis dazu…“

 

Veröffentlicht unter Mobilität | Hinterlasse einen Kommentar

So nah und doch so fern

Handy als Pager: Mein Kollege Roland Mäusl und ich hatten uns in der Abflughalle des Münchner Flughafens verabredet. Als er nicht kam, rief ich seine D-Netz-Nummer an. Während es klingelte, sah ich aus dem Augenwinkel, wie einer ein paar Meter weiter mit jener unverkennbaren Handbewegung sein Telefon sein Ohr hielt. War natürlich der Mäusl. Wir grinsten uns von entgegengesetzten Enden der Halle an, plauderten noch ein bißchen, liefen aufeinander zu, legten auf und gaben uns die Hand…

 

Veröffentlicht unter Mobilität | Hinterlasse einen Kommentar

Fototermin per Handy

Hörer des Münchner Privatsenders Arabella haben einen neuen Verwendungszweck für das Mobiltelefon gefunden. Sie rufen vom Auto aus im Studio an und warnen die Mitmenschen vor Radarfallen der Polizei. Da das aber eigentlich verboten ist, werden Umschreibungen benützt. Neulich meinte einer: „In Obermenzing wird gerade ein Fototermin abgehalten.

Veröffentlicht unter Mobilität | Hinterlasse einen Kommentar

Fototermin per Handy

Hörer des Münchner Privatsenders Arabella haben einen neuen Verwendungszweck für das Mobiltelefon gefunden. Sie rufen vom Auto aus im Studio an und warnen die Mitmenschen vor Radarfallen der Polizei. Da das aber eigentlich verboten ist, werden Umschreibungen benützt. Neulich meinte einer: „In Obermenzing wird gerade ein Fototermin abgehalten.“

 

Veröffentlicht unter Mobilität | Hinterlasse einen Kommentar

Kein Handy am Grab

Handy bei Beerdigung nicht comme il faut“, schrieb die Süddeutsche Zeitung kürzlich. Der Informationsdienst „Stil und Etikette“ hatte sich des Themas Mobiltelefon angenommen und festgestellt: „Wer glaubt, mit dem Piepsen seines Funktelefons an jedem Ort und zu jeder Zeit seine Wichtigkeit beweisen zu müssen, steht schnell in der Ecke.“ Vor allem bei Beerdigungen und Trauerfeiern, so die Benimm-Experten, sollte der Handy ausgeschaltet bleiben. Und wer am Krankenbett dem Telefon mehr Aufmerksamkeit widme als dem Kranken, der leide selbst an „menschlicher Verrohung“.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Cole-Blog am 5. Januar 1995

Veröffentlicht unter Mobilität | Hinterlasse einen Kommentar

Abhören unmöglich!

Laut „Spiegel“ sind Handys vor allem bei Ganoven und Kriminelle beliebt. „Mafiosi verständigen sich zunhemend per Funktelefon, denn die Polizei kann im D-Netz bislang nicht mithären“, unkten die Kollegen vom Hamburger Nachrichtenmagazin – und zitierten reihenweise Ordnungshüter, die dafür plädieren, die bislang abhörsichere GSM-Technik möglichst schnell für staatliche Lauschangriffe zu öffnen.

Die Netzbetreiber Mannesmann und Telekom werden gerügt: Angeblich würden sie sich „hinter Datenschutzbestimmungen verschanzen“. Genauer: Sie weigern sich, die entsprechenden teuren Umbauten ihrer Sendeanlagen auf Kosten der Kunden vorzunehmen. Mannesmann-Sprecherin Barbara Kögler wird mit der Forderung zitiert: „Der Staat soll zahlen.“.

Ich habe einen noch besseren Vorschlag: Laßt alles, wie es ist! Ich finde es ganz beruhigend zu wissen, daß mir niemand, aber auch niemand zuhören kann, wenn ich im D-Netz telefoniere. Wir werden im Leben schon genug beschüffelt und erfaßt.

Veröffentlicht unter Mobilität | Hinterlasse einen Kommentar