Wird der Aetheismus aussterben?

March 23rd is International Atheist Day! Whether you're an atheist or not, if it's safe for you to do so, I encourage you to wish an atheist a happy Atheist Day today.Am 23. März ist wieder World Atheist Day, und wir sollten alle darauf vorbereitet sein. Es gibt auf Quora und woanders immer wieder die Frage: „Wird der Atheismus aussterben?“ Die Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache!

Immer mehr Menschen, zumindest in Europa, verlassen ihre Religion und werden Atheisten. In ganz Europa sind etwa ein Viertel der Menschen konfessionslos (einschließlich Atheisten, Agnostiker und andere ohne Religion). Dieser Anteil steigt seit Jahrzehnten. In Westeuropa bezeichnen sich etwa 14 % ausdrücklich als Atheisten, und etwa 44 % geben an, überhaupt nicht religiös zu sein – der höchste Anteil aller Regionen in der entsprechenden Gallup-Umfrage.

Offenbar zeigen jahrhundertelange Ausbeutung und Verfolgung durch die christlichen Kirchenoberen und in jüngster Zeit das Bekanntwerden von Päderastie unter den Geistlichen beider großen Konventionen ihre Wirkung.

In Frankreich bezeichnen sich etwa 23 % als Atheisten. 18 % der Schweden bezeichnen sich selbst als Atheisten, wobei der Anteil der Nicht-Religiösen insgesamt höher ist. Im Vereinigten Königreich bezeichnen sich etwa 12 % als Atheisten. In Deutschland gaben kürzlich etwa 47 % an, nicht religiös zu sein, und ein großer Teil würde als nicht gläubig gelten, obwohl die Definitionen von „Atheist” variieren.

Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der Europäer, die christlich erzogen wurden und nun angeben, keiner Religion anzugehören, gestiegen ist. Zwischen 2010 und 2020 ging die christliche Bevölkerung in Europa insgesamt um etwa 9 % zurück, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass Menschen sich von der Religion abgewandt haben.

Atheismus und allgemeine Religionslosigkeit nehmen in Südeuropa zu, aber der Trend ist langsamer und weniger ausgeprägt als in weiten Teilen West- und Nordeuropas. Der Wandel ist Teil eines breiteren Säkularisierungstrends in ganz Europa, obwohl die südeuropäischen Länder historisch gesehen eine stärkere religiöse Identität hatten (insbesondere katholisch oder orthodox).

Während Italien kulturell nach wie vor überwiegend katholisch ist, nimmt die Säkularisierung zu. Die Kirchenbesuche sind stark zurückgegangen, und irreligiöse Einstellungen (einschließlich Atheismus oder Agnostizismus) nehmen zu, selbst unter denen, die sich nominell noch als katholisch bezeichnen.

In Griechenland, historisch gesehen eines der religiösesten Länder Europas, gibt es einige Anzeichen – insbesondere unter jungen Menschen in den Städten – für eine zunehmende Religionslosigkeit und säkulare Einstellungen, obwohl das orthodoxe Christentum nach wie vor die Mehrheit stellt.

In Irland gaben 2022 etwa 14 % der Menschen an, keiner Religion anzugehören – gegenüber etwa 10 % im Jahr 2016 und deutlich mehr als etwa 2 % im Jahr 1991. Das ist ein Anstieg von 63 % seit 2016 und von 187 % seit 2011.

Selbst in den Vereinigten Staaten, die für ihre fundamentalistischen protestantischen Sekten bekannt sind, haben Atheismus und allgemeine Religionslosigkeit (Menschen, die sich als religionslos bezeichnen) in den letzten Jahrzehnten zugenommen, wobei das Muster jedoch nuanciert ist und nicht immer einen geradlinigen Anstieg von Jahr zu Jahr aufweist. Im Jahr 2007 waren etwa 16 % der Erwachsenen in den USA keiner Religion zugehörig (einschließlich Atheisten, Agnostiker und „keine bestimmte Religion”).

Laut der aktuellen Studie des Pew Research Center zur religiösen Landschaft stieg dieser Anteil in den Jahren 2023-24 auf etwa 29 %. Innerhalb dieser Gruppe ohne Religionszugehörigkeit identifizieren sich etwa 5 % als Atheisten und 6 % als Agnostiker (der Rest gibt an, „keine bestimmte Religion” zu haben).

Offensichtlich ist der Atheismus in den meisten ehemals christlichen Ländern lebendig und gut vertreten. Ich gehe davon aus, dass er noch weiter zunehmen wird, da die politische Destabilisierung und die Handelskriege zwischen Verbündeten wie den Vereinigten Staaten und Europa an Intensität zunehmen.

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich zwar Pfarrersohn bin, aber seit über 60 Jahren ein bekennender Atheist. Das macht aus mir keinen schlechten Menschen – jedenfalls nicht schlechter als die Anhänger von Religionsgemeinschaften. Die Vorstellung, dass Atheisten mehr Straftaten begehen als religiöse Menschen, ist barer Unsinn. Tatsächlich deuten die meisten groß angelegten Studien auf das Gegenteil hin – oder zeigen zumindest, dass Religion allein kein verlässlicher Prädiktor für kriminelles Verhalten ist.

In Ländern mit geringerer Religiosität (wie Schweden oder Japan) sind die Kriminalitätsraten oft niedriger, nicht höher. In einigen Ländern weisen Gefängnisinsassen zwar eine stärkere Religionszugehörigkeit auf, doch das beweist nicht, dass Religion Kriminalität verursacht oder verhindert – Menschen wenden sich möglicherweise erst nach ihrer Inhaftierung der Religion zu.

Oft wird angenommen, dass Religion gleichbedeutend mit Moral ist, doch Moral entspringt auch von Kultur, Empathie, Gesetzen und sozialen Normen. Ich fühle mich also gut aufgehoben als Atheist.

Bleibt eigentlich nur die Frage: Was ist, wenn ich sterbe. Viele fühlen sich getröstet von der Vorstellung, sie könnten aufsteigen und zur Rechten Gottes sitzen. Was mich immer an die berühmte Gotteswette von Blaise Pascal erinnert, einem französischen Philosophen des 17. Jahrhunderts. Er argumentiert, es sei stets eine bessere „Wette“, an Gott zu glauben, weil der Erwartungswert des Gewinns, der durch Glauben an einen Gott erreicht werden könne, stets größer sei als der Erwartungswert im Fall des Unglaubens.

Natürlich ist das kein Argument für die Existenz Gottes (als das es oft fälschlicherweise verstanden wird), sondern lediglich für den Glauben an die Existenz Gottes. Pascals sagt, dass eine Analyse der Optionen hinsichtlich des Glaubens an Gott zu folgenden Resultaten führt:

  • Man glaubt an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man belohnt (Himmel – man hat gewonnen).
  • Man glaubt an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man nichts (verliert aber auch nichts).
  • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man ebenfalls nichts (verliert aber auch nichts).
  • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man bestraft (Hölle – man hat verloren).

Aus seiner ursprünglichen Analyse der Möglichkeiten folgerte Pascal nun, dass es besser sei, bedingungslos an Gott zu glauben. Dagegen wird seit Jahrhunderten gerne argumentiert, dass der Glaube Lebensfreude kosten kann, weil die gläubige Person nicht an Aktivitäten teilnehmen darf, die durch Dogmen innerhalb der Gemeinde der Gläubigen verboten sind.

Nach der traditionellen Religionskritik („Religion ist das Opium des Volkes“) kehrt sich hier die besagte Wette um; der Wert des irdischen Lebens („Spatz in der Hand“) sei viel zu hoch, als dass man es einem vagen Versprechen auf ein – möglicherweise nur mäßig erfreuliches – Jenseits opfern dürfe („Taube auf dem Dach“).

Am Ende muss jeder das für sich selbst entscheiden. Aber an Gott glauben heißt, ein Zocker zu sein. Mal sehen, wer gewinnt!

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