Einmal ohne 

Dieser Beitrag erschien erstmals am 14. Mai 1994

Lieber nackt aus dem Haus, als ohne Handy.: Notizbuch mit Spruch, Zeilen und Seitenzahlen. Für Notizen, Skizzen, Zeichnungen, als Kalender, Tagebuch oder Geschenk : Notebook Geschenkidee, Notizbuch Lustiger Spruch: Amazon.de: Bücher

Ich fühle mich ohne Handy mittlerweile richtig nackt.

Aufgefallen ist mir das, als ich vor kurzem erst im Auto merkte, dass ich das Mobiltelefon zu Hause vergessen hatte. Ich habe sogar allen Ernstes überlegt, ob ich nicht umdrehen und das Ding holen sollte. Da ich aber ohnehin schon zu spät dran war, ließ ich es sein und verbrachte einen Tag „ohne“.

Ganz komisches Gefühl, das: Man möchte ganz spontan jemanden anrufen und kann nicht. So schnell ist das D-Netz selbstverständlich geworden!

Für derartige Abhängigkeiten hat meine Frau überhaupt kein Verständnis. Sie nutzt ihr Handy zwar ganz gerne, aber als ich kürzlich beim Fahrradausflug mit der Tochter den Motorola-Knochen in die Satteltaschen steckte, wurde sie patzig. Man habe schließlich Wochenende und frei und überhaupt.

Wir fuhren durch das malerische Körschtal bei Stuttgart, ließen uns die Sonne auf den Kopf scheinen und dachten an alles Mögliche, nur nicht an Mobilfunk. Da bleib meine Frau plötzlich stehen. Sie sei auf einmal ganz unsicher, ob sie die Terrassentür beim Weggehen zugemacht habe oder nicht. Ob wir vielleicht zurückfahren sollten? Woraufhin ich den Handy aus der Tasche holte, kurz die Nummer vom Nachbarn wählte und ihr den Hörer hinhielt. Der freundliche Mitbewohner schaute schnell nach und konnte kurz darauf uns beruhigen: Ja, die Tür sei zu.

Als ich das Telefon wieder verstaute, meinte meine Frau nachdenklich: „Na, so ganz unnütz ist so’n Ding ja doch nicht…“

PS: Laut einer Befragung von YouGov Deutschland steht das Mobiltelefon für mehr als die Hälfte aller Deutschen ganz oben auf der Urlaubspackliste. 52% würden lieber nackt als ohne Handy verreisten. Die Badehose steht erst an zweiter Stelle mit 50%.

 

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Uns bleiben noch elf Sekunden!

Der Doomsday Clock steht seit heute auf 89 Sekunden vor Mitternacht. Trotz unverkennbarer Anzeichen von der Gefahr eines atomaren Kriegs haben die Staats- und Regierungschefs und ihre Gesellschaften es versäumt, das Notwendige zu tun, um den Kurs zu ändern.

So nahe war die Welt ihrem Untergang noch nie seit 1947, als sie erstmals von der gemeinnützigen Organisation Bulletin of the Atomic Scientists präsentiert wurde. Die Entscheidungen trifft der BAS-Aufsichtsrat gemeinsam mit einem Sponsorenrat, in dem zurzeit (2019) siebzehn Nobelpreisträger vertreten sind. Weiterlesen

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Der Druck auf die FIFA-Spiele in Amerika wächst

FIFA: Sepp Blatter tritt als Präsident des Fußball-Weltverbandes zurück - HORIZONT

Sogar Sepp Blattner ruft zum Boykott der FIFA-Spiele in Amerika auf!

Der Druck, die FIFA-WM in Amerika zu boykottieren, wächst extrem. „Es besteht Unsicherheit darüber, ob Fans und sogar Spieler und Mitarbeiter aus bestimmten Ländern – von Haiti bis zum Iran – an dem Turnier teilnehmen können. Dutzende Länder sind von einer unbefristeten Aussetzung der Visumbearbeitung betroffen. Die FIFA-Behörden und das Weiße Haus haben erklärt, dass für Visumanträge von Personen, die bereits Tickets gekauft haben, Sonderregelungen getroffen werden.

Es wäre ncht das erste Mal, dass es weltweite Aufrufe zum Boykott der Spiele gegeben hat. Russland, der der Gastgeber von 2018, hatte seine Kontrolle über die illegal annektierte Krim gefestigt, während Katar im Jahr 2022 wegen seiner Menschenrechtsbilanz und der Behandlung seiner zahlreichen Wanderarbeit wegen seiner Menschenrechtsbilanz und der Behandlung seiner zahlreichen Wanderarbeiter unter scharfer Beobachtung stand. Aber in keinem der beiden Fälle kam es zu einem vollständigen Boykott. Weiterlesen

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Placebo verkehrt

Dieser Beitrag erschien erstmals am 12. Juni 2013

Die Macht der Erwartung: Wie Placebo und Nocebo sogar Gesunde beeinflussen | gesundheit.com

Mein Freund Norbert Bolz, Ordinarius an der TU Berlin, hat einmal in einem Vortrag gesagt, dass die Ärzte durch das Internet eines ihrer wichtigsten Heilmittel verlieren – den Placebo-Effekt. „Placebo“ kommt aus dem Lateinischen und heißt, wenn mich ein kleines Latinum nicht verlassen hat,  so ungefähr: „Ich werde gefallen.“ In der Medizin versteht man darunter ein so genanntes Scheinarzneimittel, das überhaupt keinen Wirkstoff enthält oder ein ganz anderes als das, was der Patient erwartet. Farbige Kalkpillen sind ein beliebtes Placebo.

Ich habe meinen Hausarzt gefragt, ob das stimmt, dass  Patienten ihrem Arzt nicht mehr wie früher blind vertrauen, sondern sich per Internet selbst über Krankheitssymptome und Medikamente informieren und sozusagen mit einer vorgefassten Selbstdiagnose in die Praxis kommen. Er hat das bestätigt. Bestimmte Patiententypen seien heute der Meinung, besser als der Arzt zu wissen, was ihnen fehlt. „Wehe, du sagst ihnen etwas anderes oder verschreibst ihnen nicht das, was sie verlangen. Die siehst du nie wieder. Weiterlesen

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Harvard schmiert ab, die Chinesen kommen!

Bis vor kurzem war Harvard laut einem globalen Ranking die produktivste Forschungsuniversität der Welt. Leider ist dies nicht mehr der Fall.

Heute steht die Zhejiang-Universität an erster Stelle dieser Liste, dem Leiden-Ranking, das vom Zentrum für Wissenschafts- und Technologiestudien der Universität Leiden in den Niederlanden erstellt wird. Sieben weitere chinesische Hochschulen befinden sich unter den Top 10. Betrachtet man die Top 20, so belegt China 16 dieser Plätze.

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Wie der Kudukopf ins Alte Forsthaus kam

Das Alte Forsthaus in St Michael hat nun endlich eine Geweihtrophäe – ein mächtiger Kudu-Bock aus Südafrika. Ich habe ihn allerdings nicht selbst geschossen. Ich habe ihn am Straßenrand in Namibia entdeckt bei einer Fotosafari von Windhoek zu den Viktorianfällen im Jahre 1982. Seitdem hängt er in unserer Ferienwohnung in Sölden, aber nun habe ich ihn sozusagen heimgeholt.

Dazu gibt es eine Geschichte. Wir haben ein paar Wildhüter kennengelernt, und einer von ihnen verkaufte mir die notwendigen Abschußerlaubnis, ohne die ich vermutlich als Wilderer eingebuchtet worden wäre. Und da wir erst mal weiterfahren wollten, bot er mir an, den Schädel auf einen Armeisenhaufen zu legen bis wir wieder vorbei kämen. Danach wäre er perfekt präpariert.

Nun, ganz so perfekt war es eben doch nicht: Das Ding stank hinterher bestialisch. Weiterlesen

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Ungastliches Gastland: Wen läßt Trump zur WM einreisen und wen nicht?

Trump als Oberschiedsrichter der Fußball-WM

Es sind noch 21 Wochen bis zum Anpfiff der FIFA Weltmeisterschaft in Amerika, Kanada und Mexiko. Es sind bereits Millionen von Karten verkauft worden. Aber niemand weiß wirklich, ob das orangehaarige Ungeheuer im Weißen Haus sie überhaupt ins Land lassen wird.

Seit Trump im Januar letzten Jahres wieder an die Macht gekommen ist, haben die USA eine Reihe von Einreiseverboten für Staatsangehörige bestimmter Länder verhängt, darunter vier Länder (Senegal, Elfenbeinküste, Iran und Haiti), die sich für das Turnier mit 48 Mannschaften qualifiziert haben.

Diese Woche schlug die FIFA erneut Alarm, nachdem die Trump-Regierung eine Aussetzung der Visumbearbeitung für Einwanderer aus 75 Ländern angekündigt hatte, darunter auch hochkarätige WM-Nationen wie Brasilien, Kolumbien und Ägypten.
Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni und wird in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ausgetragen, wobei 75 Prozent der Spiele in 11 US-amerikanischen Austragungsorten stattfinden und die restlichen 25 Prozent zwischen Kanada und Mexiko aufgeteilt werden. Weiterlesen

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Silver Surfer holen auf!

Generation Silver Surfer: Drei Viertel der Seniorinnen und Senioren sind online | Presseinformation | Bitkom e. V.

Als digital kompetenter Silver Surfer habe ich (sofern ich überhaupt noch Haare habe) großes Interesse, dass dieser Beitrag von BITKOM möglichst breit gestreut wird.

Drei Viertel aller Seniorinnen und Senioren sind online. Sie sind weit überwiegend aufgeschlossen gegenüber neuen digitalen Technologien, fordern sogar mehr Tempo bei der Digitalisierung. Gleichzeitig schätzen sie die eigene Digitalkompetenz nur als mittelmäßig ein. Fast alle wünschen sich Unterstützungsangebote, um digitale Fähigkeiten zu erlernen und auszubauen. Das sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die 1.004 Personen ab 65 Jahren in Deutschland repräsentativ befragt wurden. Während vor fünf Jahren erst knapp die Hälfte (48 Prozent) der Seniorinnen und Senioren in Deutschland online waren, nutzen inzwischen rund drei Viertel (74 Prozent) der Deutschen ab 65 Jahren das Internet. Senioren (78 Prozent) sind eher online als Seniorinnen (70 Prozent).

Mit zunehmendem Alter sinkt dabei erwartungsgemäß der Anteil der Internetnutzerinnen und Internetnutzer: Während von den 65- bis 69-Jährigen mit 98 Prozent fast alle online sind, nutzen unter den 70- bis 74-Jährigen 85 Prozent das Internet und unter den 75- bis 79-Jährigen noch rund zwei Drittel (64 Prozent). Unter den Ältesten ab 80 Jahren ist nur knapp die Hälfte (49 Prozent) online.

Insgesamt 74 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer ab 65 Jahren können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. 91 Prozent finden im Internet Freizeitaktivitäten, 78 Prozent nutzen das Netz, um gedanklich fit zu bleiben. 72 Prozent haben dank des Internets mehr Kontakt zu Freunden und Familie. „Deutschlands Seniorinnen und Senioren sind viel digitaler als gedacht. Sie erkennen die Chancen, wünschen sich mehr und schnelleren Fortschritt – und wollen dabei mitgenommen werden“, so Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Weiterlesen

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Soldaten im Mittelpunkt der Digitalisierung

Gastbeitrag von Fabian Kretschmer*

Zu digitalisieren gibt es bei der Bundeswehr fraglos genug, denn allzu oft bremsen ineffiziente Prozesse in der Verwaltung die Truppe noch aus. In Friedenszeiten ist das bestenfalls nervig, doch im Bündnis- oder Verteidigungsfall können Papierformulare, manuelle Datenübertragungen sowie komplizierte Abläufe und Systeme die Streitkräfte erheblich schwächen. Zum Beispiel weil Informationen nicht rechtzeitig da ankommen, wo sie benötigt werden, oder weil der Nachschub an die Front plötzlich stockt. Ohne Mampf kein Kampf, wie man in Kommiss-Kreisen zu sagen pflegt.

Leider erfolgt die Digitalisierung bislang häufig an den Bedürfnissen der Kameradinnen und Kameraden vorbei beziehungsweise haben sich deren Bedürfnisse zwischen Anforderungserhebung und der Umsetzung, die gerne mal einige Jahre dauern kann, signifikant verändert. Viele Tools und Formulare sind zudem wenig benutzerfreundlich – also nicht einheitlich aufgebaut sowie äußerst komplex, weil jeder Einzelfall abgedeckt werden muss und daher auch irrelevante Informationen abgefragt werden. Das muss sich in diesem Jahr definitiv ändern. Weiterlesen

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Pyramus und Thisbe im Internet-Zeitalter

Dieser Beitrag  erschien erstmals am 10. März, 2009

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Das allererste Tweet-Gerät

Ich habe in den letzten Tagen die Geschichte schon so oft erzählen müssen, dass ich sie jetzt aufschreiben sollte. Denn ich muss mich an dieser Stelle – in aller Bescheidenheit – endlich mal als den eigentlichen Erfinder von Kurznachrichten wie Facebook, WhatsApp oder Twitter outen. Das heißt, nicht von Twitter, wohl aber des „Tweets“, jener angeblich neuen Ausdrucksform, die in ihrer Verkürzung einen ganz eigenen poetischen Charme und für viele Millionen Menschen offenbar unwiderstehlichen Charme versprüht. Ja, ich war derjenige, der diese schnell aus der Hüfte geschossene Art der Kurzkommunikation mittels eines eigentlich dafür nicht vorgesehenen Mediums. Nur dass meine Erfindung nie zu einer solchen Beliebtheit gelangte, sondern sozusagen in der Familie blieb. Und das kam so:

1984 hatte ich mein Redaktionsbüro noch in Fellbach, einem verschlafenen Vorort der etwas weniger verschlafenen Großstadt Stuttgart. Dort arbeitete im Büro der Österreichwerbung eine gewisse junge Dame mit langen roten Haaren, die für die Journalistenbetreuung zuständig war. Und mit der Zeit gewöhnte ich mich so sehr daran, dass in mir der Wunsch entstand, doch bitteschön den Rest meines Lebens so betreut zu werden. Ich machte ihr also einen Heiratsantrag, sie nahm an, wir verlebten wunderbar verliebte Wochen und Monate, bis es endlich so weit war. Weiterlesen

Veröffentlicht unter 30 Jahre Cole Blog, Facebook & Co. | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar