Trump und die Entrückung

Trump and The RaptureDas Ende ist nah! Zumindest das von Donald Trump, wenn alles gutgeht. Aber der Glaube daran gleicht dem von Joshua Mhlakela, der behauptete, Jesus habe mit ihm gesprochen und ihm verraten, dass der Weltuntergang am 23sten oder 24sten September 2024 stattfände. Die Prophezeihung wurde per TikTok verbreitet unter dem Hashtag #RaptureTok. Dort posteten tausende von Menschen, dass sie ihren Job aufgeben würden oder sonstige Vorbereitungen auf das nahende Ende machen würden.

Die evangelikale Entrückung ist ein Endzeitglaube, wonach lebende und auferstandene Christen augenblicklich in die Wolken entrückt werden, um Jesus Christus zu begegnen. Dieses Ereignis geht einer Zeit der weltweiten Trübsal und des Zorns Gottes voraus.

Der Begriff „Rapture“ leitet sich vom lateinischen Wort rapio ab, was so viel bedeutet wie „entrückt werden“ oder „weggerissen werden“. Dieser eschatologische Rahmen ist tief im amerikanischen Evangelikalismus verwurzelt, auch wenn seine spezifische theologische Struktur und seine historischen Ursprünge heftig umstritten sind.

Die meisten modernen Evangelikalen glauben an eine Entrückung „vor der Trübsal“, bei der die Gläubigen vor Beginn einer verheerenden siebenjährigen Trübsalszeit von der Erde entrückt werden. Während Christen seit jeher an die leibliche Auferstehung der Toten bei der Wiederkunft Christi glauben, wurde das Konzept einer geheimen Entrückung vor der Trübsal im 19. Jahrhundert von Theologen wie John Nelson Darby populär gemacht. Zwar haben Christen schon immer an die Wiederkunft Christi und die Auferstehung der Toten geglaubt, doch die Vorstellung von einer eigenständigen, geheimen Entrückung vor der Endzeit gewann erst im durch Darby an Popularität. Darbys Ideen verbreiteten sich später weitreichend durch die „Scofield Reference Bible“, die viele englischsprachige evangelikale Christen beeinflusste.

Viele traditionelle Konfessionen (darunter die katholische, die orthodoxe, die lutherische und die presbyterianische Kirche) lehnen das Konzept einer gesonderten Entrückung vor der Trübsal ab und betrachten die Versammlung der Gläubigen als ein einmaliges, öffentliches Ereignis, das mit der endgültigen Wiederkunft Christi einhergeht.

Aber das Ende der Welt wurde im Laufe der Zeit viele Hunderte oder sogar Tausende von Male ausgerufen. Historiker haben weit über 200 bedeutende öffentliche Vorhersagen dokumentiert, und wenn man lokale, weniger bekannte und nichtchristliche Vorhersagen mit einbezieht, dürfte die Zahl im Tausenderbereich liegen.

Verschiedene frühchristliche Denker gingen davon aus, dass die Welt etwa 500 Jahre nach dem Tod Christi untergehen würde. Im Mittelalter befürchteten viele, das Jahrtausend würde den Jüngsten Tag mit sich bringen, auch wenn Historiker darüber streiten, wie weit verbreitet diese Vorstellung war.

Europäische Astrologen befürchteten im Jahr 1524, dass eine Planetenkonstellation eine katastrophale Flut auslösen und damit das Ende der Welt herbeiführen würde. Das Jahr 1666 war ein weiteres beliebtes Datum für die Apokalypse, da die „Zahl des Tieres“ als 666 angesehen wurde.

William Miller war ein amerikanischer Baptistenprediger und Erweckungsprediger, der vor allem dafür bekannt ist, die Milleriten-Bewegung ins Leben gerufen zu haben, die verkündete, dass die Wiederkunft Christi um das Jahr 1843–1844 stattfinden würde. Obwohl sich seine Vorhersage nicht bewahrheitete, prägte seine Predigt das amerikanische Christentum des 19. Jahrhunderts tiefgreifend und trug zur Entstehung mehrerer späterer adventistischer Glaubensgemeinschaften bei.

Die Zeugen Jehovahs waren fest davon überzeugt, dass die Welt 2014 untergehen würde, obwohl sie ihre Proühezeiung seitdem mehrfach revidiert haben. Edgar C. Whisenant (1932–2001) war ein US-amerikanischer Autor, ehemaliger NASA-Ingenieur und Bibelstudent. Sein Buch 88 Gründe, warum die Entrückung 1988 stattfinden wird erschien im selben Jahr, verkaufte sich millionenfach und löste in Teilen der evangelikalen christlichen Gemeinschaft heftige Diskussionen aus, bevor sich seine zentrale Vorhersage nicht bewahrheitete.

Heaven’s Gate (Himmelspforte) war eine amerikanische neue religiöse Bewegung, die in den 1970er Jahren von Marshall Applewhite und Bonnie Nettles gegründet wurde. Die Bewegung entstand 1974, als Applewhite und Nettles lehrten, sie seien göttliche Boten, die gesandt worden seien, um die Menschen auf den Übergang zu einer höheren, außerirdischen Existenzebene vorzubereiten. Die Mitglieder glaubten, dass der physische Körper lediglich ein vorübergehendes „Vehikel“ sei und dass spiritueller Fortschritt die Ablehnung weltlicher Bindungen erfordere, darunter Besitz, Sexualität und das konventionelle Familienleben. Die Anhänger brachten den Kometen Hale-Bopp mit einer bevorstehenden Wandlung in Verbindung und glaubten, dass 1977 das lang ersehnte Datum sei.

Das Jahr 2000 – die englische Abkürzung lautet „Y2K“ – war für viele der Anlass, an einen globalen Computer-Crash zu glauben der abpokalyptische Ausmaße annehmen würde.

In der Populärkultur wurde behauptet, der Maya-Kalender sage das Ende der Welt am 21. Dezember voraus; Archäologen wiesen diese Interpretation zurück.

Donald Trump bezeichnet sich selbst als Christ und wurde im Laufe der Jahre mit verschiedenen christlichen Konfessionen in Verbindung gebracht, doch hat er seine persönliche Theologie selten im Detail erörtert. Meines Wissens nach hat er keine eindeutige öffentliche Erklärung abgegeben, wie etwa: „Ich glaube an die Entrückung.“

Tatsache ist jedoch, dass viele von Trumps evangelikalen Anhängern tatsächlich an eine Entrückung vor der Trübsal glauben, insbesondere unter den weißen evangelikalen Protestanten in den Vereinigten Staaten. Einige prominente evangelikale Führungspersönlichkeiten, die Trump unterstützt haben – darunter Pastoren und Fernsehprediger –, haben gepredigt, dass die Entrückung jederzeit stattfinden könnte.

Eines jedoch ist sicher: Trumps Entrückung findet am 20. Januar 2029 um 12 Uhr mittags statt. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Amtszeit des nächsten Präsidenten gemäß den Bestimmungen des 20. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten.

Ich kann das Ende kaum erwarten!

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