20 Jahre Cole-Blog: Auf der Strasse

20 years of bloggingDas Leben in unseren Innenstädten verlagert sich dank Fußgängerzonen, Straßencafés und fliegenden Händlern – vor allem im Sommer – immer mehr auf die Straße. Da gibt es keinen logischen Grund, weshalb man nicht auf der Straße telefonieren sollte (es sei denn, Sie überqueren gerade die Fahrbahn, aber wer so dämlich ist, dem wird auch dieses Buch nicht helfen können).

Moderne D-Netz-Handys stären Spaziergänger viel weniger als etwa ein Walkman, unter dessen Ohrknöpfen so ein metallenes Geklingel nach außen dringt. Ein mobiles Telefon, richtig eingestellt, ist da im Vergleich flüsterleise.

Ärger kann es hingegen geben, wenn sich ein Mobilfunker (um auch einmal die amtlich korrekte deutsche Bezeichnung für ein mobiles Telefon zu verwenden) im Pulk der Fußgänger unvermittelt in ein stehendes Verkehrshindernis verwandelt. Morgens am Hauptbahnhof oder samstags vor dem Kassenhäuschen am Fußballstadion laufen Sie Gefahr, von den Menschenmassen zertrampelt zu werden, wenn Sie plötzlich stehenbleiben, um ein Gespräch entgegenzunehmen. In einer solchen Situation ist es stets eine gute Idee, schnell in einen Hauseingang zu treten, sich auf eine Bank zu setzen oder sogar – warum nicht? – in ein Telefonhäuschen zu schlüpfen. Es wird Sie schon keiner wegen Missbrauchs von Posteigentum festnehmen.

Was für Großstädte gilt, muss in der Provinz nicht anders sein. Wer sich achtlos vor andere hinstellt und telefoniert, macht sich unbeliebt. Oder sind Sie schon mal von einem zwar gehbehinderten, aber ansonsten durchaus resoluten Rentner auf die Hörner seiner Gehhilfe genommen worden?

Sie sollten außerdem daran denken, dass es auf der Straße oft ziemlich laut zugeht. Autohupen, Bremsenquietschen, der tiefe Brumm der Motoren und der gelegentliche Knall einer Fehlzündung stören beim Telefongespräch im Freien ungemein. Und wenn Sie dann, um gehört zu werden, auf einmal in die Muschel brüllen müssen, machen Sie sich bei den Umstehenden auch nicht gerade beliebter. Vergessen Sie nicht, dass die hochgezüchtete Mikrofontechnik eines modernen Handys so empfindlich ist, dass Sie auch bei beträchtlichem Lärmpegel im Hintergrund noch mit normaler Stimme sprechen können.

(aus: connect. D-Netz Knigge; Autor: Tim Cole; © 1994 by Motor-Presse Stuttgart)

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 10. Februar 1995 im Cole-Blog

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