Drohnen greifen auch nichtmilitärische Ziele an!

Gastbeitrag von Daiva Rakauskaitė*

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Die jüngsten Schäden am Cloud-Betrieb von Amazon Web Services im Nahen Osten während eines Drohnenangriffs sowie wiederholte Drohnenüberflüge in der Nähe der Ostflanke der NATO verdeutlichen, wie private kritische Infrastrukturen kostengünstigen Bedrohungen aus der Luft ausgesetzt sein können. Einem Investor zufolge signalisiert dies, dass nicht nur Regierungen, sondern auch Unternehmen beginnen sollten, in Verteidigungssysteme zu investieren und bereit sein sollten, ihren Betrieb zu schützen.

Am 1. April drohte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRG) laut Medienberichten und IRG-nahen Kanälen, eine Liste von in der Region tätigen, mit den USA verbundenen Technologieunternehmen ins Visier zu nehmen, darunter Google, Microsoft, Apple und Nvidia. Die Drohung erfolgte als Reaktion auf die USA und als Vergeltung für US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran.

Unterdessen wurden die Cloud-Betriebe von Amazon Web Services in Bahrain Berichten zufolge zum zweiten Mal durch einen Drohnenangriff in der Nähe im Zuge des Konflikts im Iran beschädigt.

Der Konflikt im Nahen Osten zeigt, dass private Unternehmen, insbesondere solche, die kritische Infrastruktur wie Cloud-Plattformen und Rechenzentren bereitstellen, zunehmend zur Zielscheibe für Gegner aller Art werden.

Die jüngsten Drohungen und Angriffe gegen Technologieunternehmen sind ein klares Beispiel dafür, wie die Infrastruktur des privaten Sektors neben traditionellen militärischen oder staatlichen Zielen gestört werden kann. Da Drohnen von Jahr zu Jahr billiger und ausgefeilter werden, können Angriffe auf private Unternehmen häufiger werden, und die Unternehmen sollten darauf vorbereitet sein.

Schon vor dem Krieg im Iran hatten Länder und private Investoren ihre Verteidigungsausgaben deutlich erhöht. Ein aktueller Jahresbericht des NATO-Generalsekretärs zeigt, dass die europäischen Bündnispartner und Kanada ihre Verteidigungsausgaben im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 20 % erhöht haben.

Unterdessen stiegen die Risikokapitalinvestitionen in Verteidigungs-Start-ups, einschließlich solcher mit Dual-Use-Technologien, die auch von Zivilisten genutzt werden, nach Berechnungen von PitchBook von 27,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 49,1 Milliarden US-Dollar.

Ein Bericht von PitchBook zeigt, dass autonome Systeme zu den am stärksten finanzierten Start-ups gehörten, während Systeme zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge und die autonome Fertigung sich rasch zu Prioritäten entwickeln.

Laut Rakauskaitė kann der Krieg im Iran den Kapitalfluss in Anti-Drohnen-Systeme weiter ankurbeln und sollte als Weckruf für Unternehmen dienen, die kritische Infrastruktur nicht nur im Nahen Osten betreiben. Eine weitere Region, in der strategisch wichtige Unternehmen sich gegen Drohnenbedrohungen schützen sollten, ist die Ostflanke der NATO, wo Einflüge von Flugobjekten aus Nachbarländern den Flughafenbetrieb gestört haben, so Rakauskaitė.

So hat beispielsweise im vergangenen Jahr eine Drohne in Polen den Flughafenbetrieb und den Flugbetrieb von Ryanair gestört. Anfang April führten litauische Behörden bei Achema, dem größten Düngemittelhersteller im Baltikum, Übungen durch, bei denen ein Drohnenangriff auf das Firmengelände sowie die Reaktion auf einen Brand und einen schweren Chemieunfall simuliert wurden, was die Dringlichkeit für strategisch wichtige Unternehmen unterstreicht, sich auf ähnliche Vorfälle vorzubereiten.

„Da Länder und Risikokapitalgeber verstärkt in Verteidigungstechnologien investieren, sollten Unternehmen diesen Moment nutzen, um ihre Risikoexposition neu zu bewerten und in Lösungen zu investieren, die zum Schutz ihres Betriebs, ihres Rufs und ihrer Mitarbeiter beitragen. Für Unternehmen, die in der Nähe der Ostflanke der NATO und an der gesamten Westflanke tätig sind, sollte die zunehmende Häufigkeit von Luftraumvorfällen Anlass zu einem umfassenderen Umdenken in der Resilienzplanung geben, vom Standortschutz über Krisenprotokolle bis hin zu Versicherungsannahmen“, sagt Rakauskaitė.

Sie betont, dass mittel- und osteuropäische Länder, darunter die baltischen Staaten und Polen, gut positioniert sind, um sich zu einem Dual-Use-Verteidigungszentrum zu entwickeln. Die CEE-Länder verfügen über viel unentdecktes Potenzial und liegen in der Nähe der Ukraine, was ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Technologien in der Praxis zu testen.

Ein aktueller Bericht von Dealroom und dem NATO-Innovationsfonds zeigt, dass europäische Start-ups aus den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und Resilienz im vergangenen Jahr 8,7 Milliarden US-Dollar einnahmen, während Mittel- und Osteuropa das schnellste Wachstum bei der Transaktionsgeschwindigkeit verzeichnete.

*Daiva Rakauskaitė ist CFA, Partnerin und Fondsmanagerin bei Aneli Capital

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