Kommunikationsstörung

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Ehekrach per Handy: ein unerforschtes Thema für Sozialwissenschaftler. Das kam mir jedenfalls in den Kopf, als ich kürzlich vom Viktualienmarkt aus mit meiner Daheimgebliebenen telefonierte und ihr freudestrahlend mitteilte, ich habe ein wunderbares Lammcarrée fürs Abendessen erstanden. Ich hätte sie doch biteschön vorher informieren sollen, meinte sie, schließlich habe sie auch schon eingekauft. Und wie das so ist: Ein Wort führte zum anderen, die Stimmen wurden lauter, und irgendwann knallte sie den Hörer hin.

Nun kenne ich die Impulsivität meiner Lebenspartnerin, genauso wie ihre Neigung, sich rasch wieder abzureagieren. Aber inzwischen war ich selber sauer. Als es wenige Minuten später am Hand läutete, kochte ich immer noch – und schaltete wütend den Apparat aus. Als ich später wieder einschaltete und die Voice Mailbox abhörte, war denn auch die Stimme meiner Liebsten zu vernehmen, die süffisant meinte: „Wie sollen wir uns wieder versöhnen, wenn du nicht zu erreichen bist …?“

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 10. Januar 1995 im Cole-Blog

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