Rühren verboten!

So traurig es ist für einen echten Anglophilen, aber leider ist es wahr: Die geheiligte britische Institution des Nachmittagstees ist eine Erfindung der Franzosen. Ausgerechnet die Franzosen, oh my God! Französische Händler hatten nämlich Indien lange vor den Engländern erreicht, und ist verbrieft, dass bereits im Jahre 1636 in Paris „Cha“ oder „Chai“ angeboten wurde; in London tauchten die ersten Teeblätter erst 22 Jahre später auf! Madame de Sévigné, die in ihren Briefen an ihre Tochter gerne über das Leben am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. traschte, notierte zum Beispiel: „Traf Prinzessin de Tarente, die jeden Tag zwölf Tassen Tee zu sich nimmt und behauptet, es kuriere alle ihre Malaisen.“

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Nein, wir Amerikaner spinnen nicht – oder jedenfalls nicht alle!

Amerika ist politisch gespalten in zwei zutiefst verfeindete Lager, das ist nicht neu. Man muss ja nur einen Blick auf das Kandidatenfeld der konservativen Republikaner werfen, die im November den als liberal geltenden Barak Obama herausfordern wollen: der ehemalige Investmentbanker und Milliardär Mitt Romney liefert sich gerade ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Rick Santorum, dem übrig gebliebenen Hoffnungsträger der „Tea Party“-Bewegung, der zum Kreuzzug gegen die „Moocher“ („Schnorrer“) aufgerufen hat, zu denen er alle zählt, die staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld, Krankenversicherung oder Mutterschutz in Anspruch nehmen.

Von Deutschland aus könnte man den Eindruck gewinnen, dass ungefähr die Hälfte aller Amerikaner diese Ansicht teilt, denn die beiden Lager liegen schließlich in der Wählergunst fast gleichauf. Wenn das so ist, dann reflektieren Romney und Santorum tatsächlich die Meinung jedes zweiten Amerikaners. Und das bedeutet, wiederum aus deutscher Sicht, dass die Hälfte aller Amerikaner Spinner sind. Sie wollen Steuern für Superreiche senken, halten Abtreibung und Homoehen für Teufelswerk und die globale Erwärmung für ein Komplott von Wissenschaftlern, die sich an den Futtertöpfen der Fördergelder suhlen wollen. Klarer Fall für den Psychiater, oder?

Dieser Eindruck trügt, und Schuld daran ist das System der Vorwahlen, mit denen die Republikanische Partei gerade den Herausforderer zu küren versucht. Man könnte nämlich glauben, dass es sich bei dem komplizierten Verfahren um eine echte basisdemokratische Übung handelt, bei der das (Partei-)Volk um seine Meinung gefragt wird und am Ende derjenige herauskommt, der am besten die Werte und Positionen der meisten Mitglieder wiederspiegelt.

Das ist Unsinn!
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Digitale Zwickmühle

Neulich habe ich mir wieder den wunderbar skurrilen Film „Catch 22“ von Mike Nichols angeschaut, in dem ein amerikanischer Armeeflieger im Zweiten Weltkrieg in die Zwickmühle der Militärbürokratie gerät und schließlich auch ihr Opfer wird. Er hat bei jedem neuen immer größere Todesangst und möchte nach Hause. Der Truppenarzt hält ihn inzwischen für verrückt, was ein Grund wäre, ihn fluguntauglich zu schreiben. Dazu müsste er aber einen Antrag einreichen. Wer gesund genug ist, einen Antrag zu schreiben, kann aber nicht verrückt sein und muss weiterfliegen.

Daran musste ich heute Morgen denken, als mir eine Schreiben in die Mehlbox flatterte, in dem ich aufgefordert werde, die Petition „Handelsgesetzbuch – Festsetzung von Ordnungsgeld“ zu unterstützen, die gerade im Bundestag anhängig ist. Online-Petitionen können seit September 2005 auf der Website des Bundestags eingereicht und in einem Forum öffentlich diskutiert werden. Wenn mindestens 50.000 Bürgerinnen und Bürger die Bitte oder Beschwerde innerhalb von drei Wochen elektronisch unterzeichnet haben, gilt sie als angenommen und wird an den Petitionsausschuss des Bundestags zur Behandlung weitergeleitet. Die öffentlichen Sitzungen des Petitionsausschusses werden im Parlamentsfernsehen übertragen und können im Internet als Video-on-Demand auf der Webseite des Bundestages abgerufen werden.

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Lording It Over America

So you thought Britain had class and American gave you equality? To this I reply: Ha, ha, ha!

According to an article in today’s New York Times which looks at recent census data, a strong majority of affluent Americans in all major cities send their kids to private schools, many riding in chauffeur-driven limousines, where they are completely isolated from the scions of less fortunate compatriots. In other words: They grow up in a world of their own like so many Little Lord Fauntleroys.

The numbers speak for themselves. 72 percent of New York households with a total income of more than $200,000 send their kids to private schools.

Interestingly, the same article states that foreign-born parents, both wealthy immigrants and those living temporarily in New York, generally tend to enroll their children in public schools. New York has about 15,000 households with an annual income of more than $150,000 in which both parents were born abroad. 61 percent send their kids to public schools – double the rate of American-born parents. Foreign-born New Yorkers are apparently swayed by the greater ethnic and economic diversity of the public schools, the article maintains. In an interview, Lyn Bollen, a Brit from working-class Birmingham, is quoted as as saying: “When they go to public school, they’re in a whole new world, a world of different people and different values, which is what the world is like.”

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Anpöbeln im Internet

Dümmer geht’s nümmer…

Die Angst geht um im Internet, die Angst davor, als „gläserner Verbraucher“ ausspioniert zu werden. Und da ist was dran. Natürlich weiß ich, dass ich eine digitale Spur hinterlasse, jedes Mal wenn ich einen Webshop besuche oder auf eine Online-Anzeige klicke. Ich erzähle auch oft und gerne die Geschichte von Amazon, die mich mittlerweile so gut kennen, dass ich meine eigene Homepage bei denen habe, in dem es nur um mich geht und das, was ich mag oder was Amazon denkt, das mir gefallen könnte – und sie haben fast immer Recht damit!

Ich fühle mich von Amazon nicht belästigt, sondern gut bedient. Service nennt man so was – leider in Deutschland häufig immer noch ein Fremdwort, auch 15 Jahre nachdem Minoru Tominaga mit einem Bestseller den Begriff „Servicewüste“ geprägt hat. Und in all den Jahren, in denen ich bei Amazon einkaufe, habe ich nicht ein einziges Mal das Gefühl gehabt, dass die irgendwelchen Schindluder mit meinen persönlichen Daten betreiben. Sie zum Beispiel an andere Unternehmen verkaufen, damit die versuchen können, mir etwas zu verkaufen, das ich gar nicht will. „Kluge Unternehmen sind die besten Datenschützer“, sage ich manchmal in meinen Vorträgen, und meine Zuschauer nicken dazu.

Es gibt aber nicht nur kluge Unternehmen. Es gibt zum Beispiel die Firma booking.com in Amsterdam, die ausweislich ihres deutschen Impressums von einem Geschäftsführer namens Darren R. Huston geleitet wird – und der hat überhaupt nichts kapiert!

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Suchet, so werdest Ihr finden (V)

Who the hell is rene.schuster@02.com?

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Digitale Robinsonade

Nichts stört so sehr im Internet-Zeitalter als einer, der seine Mails nicht beantwortet, und zwar zügig! Am besten innerhalb weniger Minuten, aber wenigsten noch am selben Tag. Wer das nicht tut, den mag man eigentlich nicht, und im Fall eines Online-Händlers ist das natürlich tödlich: Der Kunde ist sauer und auch schon weg; da hilft es nichts, wenn zwei, drei Tage später doch noch eine Antwort reinschneit wie die letzten Schneeflocken im Frühling, denn da bin ich mit meinen Gedanken schon woanders.

Im Privatleben ist das ein bisschen anders, aber auch nur ein bisschen. Es gibt Leute, die meinen, im Urlaub sei die Zeit aufhoben: Sie wollen sich schließlich erholen, und dazu gehört es für sie auch, während der schönsten Wochen des Jahres nicht ins elektronische Briefkastl zu schauen. Dass für uns andere das Leben aber weitergeht, können oder – wahrscheinlicher – wollen sie nicht zur Kenntnis nehmen.


So warten wir dann ungeduldig, dass die digitale Robinsonade zu Ende ist und derjenige wieder im Lande der Lebenden auftaucht, ausgeruht und voller Tatendrang. Wenn man sie gut genug mag, verzeiht man ihnen, aber insgeheim bleibt doch ein fader Geschmack zurück. Schließlich gibt es auch am Hindukusch oder auf Mauritius Internet-Anschluss, und die paar Minuten am Tag habe ich immer, dass ich ein digitales Lebenszeichen von mir geben kann. Es nicht zu tun, zeugt von Egoismus und Eigenbrötelei: unsoziales Verhalten, und das im Zeitalter von Social Media!
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ACTA ad astra!

Das ich das noch erleben darf! In München gehen 16.000 Menschen bei eisiger Kälte auf die Straße, um gegen Zensur zu demonstrieren. Auf Transparenten fordern sie „ACTA ad acta!“ und wollen damit verhindern, dass das von der EU wie üblich unter Publikumsausschluss durchgewinkte Abkommen „ Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ (ACTA), das auf Initiative der USA und Japans ausgehandelt worden war, in Deutschland in Kraft tritt.

Die „Netzaktivisten“ (was für ein wunderschöner Ausdruck!) fordern was? Eine Reform des Urheberrechts! Wenn es irgendein Thema gegeben hätte, von dem ich angenommen hätte, dass es dem Otto Normalbürger am Arsch vorbei geht, dann dieses. Das sieht man: Irren ist menschlich. Selbst in der Heimat des vorauseilenden Gehorsams sind die Leute bereit, für ihr Recht aus die Straße zu gehen, digitale Inhalte beliebig kopieren und verbreiten zu dürfen. Was für ein Aufbruch: Wir sind das Online-Volk, und wir lassen uns das Internet nicht abdrehen! Weiterlesen

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Zurück ins Leben laufen

Letzten Sonntag habe ich nach überstandener Herz-OP meinen ersten offiziellen Start als Dauer-Läufer beim Thermen-Marathon in Bad Füssing absolviert – erst mal über die kurze Distanz von 10 Kilometer, aber durchaus mit Blick auf das „Endziel“ Berlin-Marathon (42,2 km). Thorsten Fricke hat mich mit der Kamera begleitet. Hier sein Bericht.

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A Halftime Message to Remember

Now I’m really sorry I missed the Super Bowl 2012. Not because of the action (I could really care less as long as Greenbay isn’t playing), but because I missed the Ad. No, not VW’s canine chorus – I mean the AD, dude!

“It’s halftime in America”, the grainy voice of Clint Eastwood intones as he walks the grimy streets of Motor City. People are out of work and they’re hurting and they’re all what they’re gonna do to make a comeback. And they’re all scared because this isn’t a game.”

The camera cuts to protesters in front of a white pillared government building, as the voice goes on: “It seems that we’ve lost our heart at times. The fog, the division, discord and blame made it hard to see what lies ahead.”

And then the face that looks like it is made from alligator skin pans in as the The Man With No Name delivers the punchline: “This country can’t be knocked out with one punch. We get right up again, and when we do, the world will hear the roar of our engines. Yeah, it’s halftime, America – and our second half is about to begin.” Weiterlesen

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