Wozu ein normales Telefon?

GolfGerade umgezogen? In der Regel dauert es Wochen, bis die Telecom-Subunternehmer kommen und das neue Telefon installieren. Mit einem D-Netz-Gerät schieben Sie keinen Kommunikationsfrust. Ja, es kommt in letzter Zeit sogar immer häufiger vor, dass Leute, die selten zu Hause sind, ganz auf das herkömmliche Telefon verzichten. Das Mobil-Gerät funktioniert in Gegenden mit gutem D-Netz-Empfang genauso gut, besitzt einen eingebauten Anrufbeantworter und ist in mancher Hinsicht sogar besser als eine Geheimnummer: Sie können es nämlich einfach ausschalten!

 Keiner soll verloren gehen

Beim Fußballspiel, Open-air-Konzert oder Stadtteilfest verliert man sich schnell aus den Augen. „Wir treffen uns am Ausgang“ ist kein optimaler Anhaltspunkt. Wenn mehrere in der Gruppe mit Mobiltelefon ausgestattet sind, geht keiner mehr im Getümmel verloren. Immer mehr Ehepaare legen sich ein Zweit-Handy zu: Während sie Einkaufen geht, kann er sich im Pfeifenladen umsehen. Zwischendurch verabredet man per D-Netz einen Treffpunkt.

 


Aus: D-Netz-Knigge – ein Benimmführer für mobiles Telefonieren. Text: Tim Cole – Illustration: Cellnet/David Haldane – © 1994 by Motor-Presse Stuttgart

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D-Netz-Knigge: Einkaufsbummel im D-Netz

EinkaufSie stehen mit Ihrem Einkaufswagen im Supermarkt und wissen absolut nicht mehr, was Ihre Frau Ihnen aufgetragen hat zu besorgen? Ein Dutzend Austern? Zwei Flaschen Spülmittel? Klopapier? Zehn Eier? Ein Griff zum Handy, und Ehefrieden und Abendessen sind gerettet. Lassen Sie sich übrigens nicht von den bösen Blicken der anderen Leute in der Kassenschlange irritieren. Die stehen alle um Wechselgeld fürs Telefon an…

Das Mobiltelefon ist auch ein nützlicher Begleiter beim Einkaufsbummel. Haben Sie die Konfektionsgröße Ihrer Ehefrau vergessen? Den Zettel mit den Vorhangmaßen? Die Parfümmarke von Fräulein Tochter? Ein Anruf hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge. Das gilt übrigens auch bei Auslandsreisen. Sie stehen in London im Duty-free-Shop und wissen nicht mehr, welche Whiskymarke Ihr Schwiegervater bevorzugt? Anruf genügt!

Denken Sie aber daran, dass nicht jeder Ladenbesitzer begeistert ist, wenn Sie am Telefon über seine Preise sprechen. Gerade Discountläden oder Elektronik-Fachmärkte haben es nicht gerne, wenn die Konkurrenz über ihre Lockvogel-Angebote im Bilde ist. Ein Mobiltelefonierer vor dem Schnäppchen-Regal kommt schnell in den Verdacht, für die Gegenseite.

 


Aus: D-Netz-Knigge – ein Benimmführer für mobiles Telefonieren. Text: Tim Cole – Illustration: Cellnet/David Haldane – © 1994 by Motor-Presse Stuttgart

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Mehr aus dem Mobiltelefon machen!

Stau

Das Telefon im Auto oder im Aktenkoffer galt lange Zeit als teures Statussymbol multinationaler Manager oder geltungssüchtiger Glamour-Sternchen. Dank D-Netz änderte sich das alles gründlich: Das Mobiltelefon ist zum Alltagswerkzeug geworden – und hat damit unseren Alltag verändert. Ein relativ teures Vergnügen ist es aber geblieben, vor allem dann, wenn Sie nicht aufpassen. Andererseits spart ein Gespräch von unterwegs oft jede Menge Zeit und Geld. Es kommt eben darauf an, wie man mit dieser Technik umgeht.

Nützlicher Begleiter

Wenn Sie zu spät losgekommen oder im Stau steckengeblieben sind, können Sie dank D-Netz den Termin verschieben oder ansonsten verlorene Zeit sinnvoll zum Arbeiten nutzen. Ein Kollege erzählte mal, dass er, wenn ihm unterwegs gerade wieder was Geniales einfällt, bei sich im Büro anruft und den Gedanken auf den Anrufbeantworter spricht. Die Sekretärin kennt das schon, schreibt den Geistesblitz auf und legt ihn ihrem Chef am nächsten Morgen auf den Schreibtisch.

Als Mobiltelefon-Besitzer brauchen Sie auch nie wieder hilflos in einer fremden Stadt herumzuirren. Rufen Sie einfach im Hotel oder beim Geschäftspartner an, sagen ihm, wo Sie gerade sind und lassen sich den Weg erklären.

BahnIn der Eisenbahn ist die Sache leider nicht so einfach. Bis heute weigert sich die Deutsche Bahn AG, den als Zug der Zukunft hochgejubelten ICE mit eigenen D-Netz-Empfängern auszustatten. Mobiltelefon-Besitzer müssen also wie alle anderen beim Zugtelefon anstehen und kriegen dann in aller Regel nur das Besetztzeichen des hoffnungslos überlasteten alten C-Netzes zu hären. Wer öfter eine bestimmte Strecke mit der Bahn fährt, kennt allerdings meistens schon die Abschnitte, auf denen sich das Handy zumindest kurzzeitig einloggt. Außerdem kann man den Halt im Bahnhof nutzen, um kurz auszusteigen und ein wichtiges Telefonat vom Bahnsteig aus zu erledigen; beispielsweise um der Frau zu sagen, dass der Zug wie üblich eine halbe Stunde Verspätung hat und sie deshalb bitte ohne Sie ins Theater gehen soll.

Ein Mobiltelefon kann auch am Wochenende oder im Urlaub nützlich sein, zumal die meisten europäischen Länder heute schon über ein gut ausgebautes digitales Telefonnetz verfügen. Sie können vom Strand aus den Rückflug buchen oder im Straßencafé nach Theaterkarten fragen. Und wenn der im Prospekt versprochene Meeresblick in Wirklichkeit durch eine qualmende Industrieanlage versperrt ist, können Sie wenigstens Ihren Frust durch dadurch ein wenig lindern, dass Sie den Vermieter der Ferienwohnung am Telefon beschimpfen – oder indem Sie gleich Ihren Anwalt anrufen.


Aus: D-Netz-Knigge – ein Benimmführer für mobiles Telefonieren. Text: Tim Cole – Illustration: Cellnet/David Haldane – © 1994 by Motor-Presse Stuttgart

 

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Alltag im D-Netz

Hallo-Spiel

Die richtige Verbindung

Erfahrene D-Netzler wissen, dass ein Mobiltelefon Verbindung schafft, und zwar auf mancherlei Weise. Bieten Sie mal dem hübschen Mädchen am Nebentisch, das ständig nervös auf die Uhr schaut, doch mal Ihr Handy an. Wenn der junge Herr Verehrer tatsächlich zu spät und sie sauer auf ihn ist, dann haben Sie schon halb gewonnen. Das Gespräch setzen Sie am besten im Kino oder beim Abendessen mit ihr fort – aber schalten Sie vorher das Gerät aus. Jetzt wollen Sie sicher nicht gestört werden…

Es ist im Übrigen schon erstaunlich, wie unterschiedlich die Leute mit normalen und mobilen Telefonen umgehen. Die meisten melden sich beim Abheben normalerweise mit Namen. Im D-Netz dagegen raunzen sie ein knappes „Ja“ oder „Hallo!“ ins Mikro, vielleicht, um weniger aufzufallen. Jemand, der sich in der Straßenbahn plötzlich mit „Guten Tag, hier Sanitärgeschäft Müller und Söhne, was kann ich für Sie tun?“ meldet, läuft tatsächlich Gefahr, für einen gefährlichen Spinner gehalten zu werden und, fest verschnallt, im Sanitätswagen zu landen.

Das „Hallo“-Spielchen artet aber spätestens dann zur Slapsticknummer aus, wenn der Anrufer, durch eine schlechte Verbindungsqualität gestärt, ebenfalls mit „Hallo“ antwortet. Das kann stundenlang so weitergehen. Am besten, Sie sagen nur kurz Ihren Namen. Dann ist der andere sofort am Ball.

Einfach mal abschalten

Der Zeitgenosse, der den D-Netz-Werbespruch „überall erreichbar“ erfunden hat, gehört zur Strafe auf den nächsten Telefonmasten gejagt. Kein Mensch möchte überall erreichbar sein.

DenÖrtchenken Sie nur an den Ort, wo der Kaiser zwar zu Fuß, aber gewiss nicht mit Handy hingeht. Mobiltelefone dienen in erster Linie nicht der Erreichbarkeit, sondern dem aktiven Kommunizieren. Sprich: Sie wollen zwar jederzeit und überall andere anrufen können, aber nicht unbedingt angerufen werden.

Bleibt die Frage, warum die wenigsten D-Netzler die Anrufbeantworter-Funktion ihres Geräts richtig nutzen. Dabei ist diese Schaltung die ideale Methode, um auf dem Laufenden zu bleiben, ohne unterwegs ständig Anrufe entgegennehmen zu müssen.

Bedenken Sie aber, dass der Ansagetext so etwas wie eine gesprochene Visitenkarte darstellt. „Oskar Schlemmermann, bitte sprechen Sie nach dem Signal“ ist zwar kurz und präzise, ermutigt aber keinen Anrufer, tatsächlich eine Nachricht zu hinterlassen. Wie anders klingt doch: „Guten Tag, hier Alfons Pampelmuse. Ich kann zwar im Augenblick nicht persönlich mit Ihnen sprechen, aber ich häre meinen Anrufbeantworter regelmäßig ab und werde dann gleich zurückrufen.“

Es lohnt sich auch, den Ansagetext gelegentlich zu ändern. Der Anrufer weiß dann, wo Sie gerade sind und hat das Gefühl, Sie kümmern sich wirklich um Ihre Gesprächspartner. „Guten Tag, hier Walter Rannmann, ich bin bis 15 Uhr in einer Sitzung, rufe Sie aber anschließend zurück“ klingt vertrauenswürdig und dynamisch. „Ich bin bis einschließlich Dienstag auf Geschäftsreise“ sorgt wiederum dafür, dass der Anrufer keine Zeit und Energie mit nutzlosen Versuchen vergeudet, Sie vorher ans Rohr zu bekommen.


Aus: D-Netz-Knigge – ein Benimmführer für mobiles Telefonieren. Text: Tim Cole – Illustration: Cellnet/David Haldane – © 1994 by Motor-Presse Stuttgart

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Handy-Knigge: Wo telefonieren – und wo nicht?

Wo telefonieren

Natürlich haben Sie sich ein Mobiltelefon gekauft, um überall und jederzeit, wenn nicht erreichbar, doch wenigstens kommunikationsfähig zu sein. Mal eben schnell daheim oder in der Firma anrufen, ohne erst eine Telefonzelle ansteuern zu müssen – darum geht es ja schließlich. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht.

Auf der Straße

Das Leben in unseren Innenstädten verlagert sich dank Fußgängerzonen, Straßencafés und fliegenden Händlern – vor allem im Sommer – immer mehr auf die Straße. Da gibt es keinen logischen Grund, weshalb man nicht auf der Straße telefonieren sollte (es sei denn, Sie überqueren gerade die Fahrbahn, aber wer so dämlich ist, dem wird auch dieses Buch nicht helfen können).

Moderne D-Netz-Handys stären Spaziergänger viel weniger als etwa ein Walkman, unter dessen Ohrknöpfen so ein metallenes Geklingel nach außen dringt. Ein mobiles Telefon, richtig eingestellt, ist da im Vergleich flüsterleise.

Ärger kann es hingegen geben, wenn sich ein Mobilfunker (um auch einmal die amtlich korrekte deutsche Bezeichnung für ein mobiles Telefon zu verwenden) im Pulk der Fußgänger unvermittelt in ein stehendes Verkehrshindernis verwandelt. Morgens am Hauptbahnhof oder samstags vor dem Kassenhäuschen am Fußballstadion laufen Sie Gefahr, von den Menschenmassen zertrampelt zu werden, wenn Sie plötzlich stehenbleiben, um ein Gespräch entgegenzunehmen.

In einer solchen Situation ist es stets eine gute Idee, schnell in einen Hauseingang zu treten, sich auf eine Bank zu setzen oder sogar – wRentnerarum nicht? – in ein Telefonhäuschen zu schlüpfen. Es wird Sie schon keiner wegen Missbrauchs von Posteigentum festnehmen.

Was für Großstädte gilt, muss in der Provinz nicht anders sein. Wer sich achtlos vor andere hinstellt und telefoniert, macht sich unbeliebt. Oder sind Sie schon mal von einem zwar gehbehinderten, aber ansonsten durchaus resoluten Rentner auf die Hörner seiner Gehhilfe genommen worden?

Sie sollten außerdem daran denken, dass es auf der Straße oft ziemlich laut zugeht. Autohupen, Bremsenquietschen, der tiefe Brumm der Motoren und der gelegentliche Knall einer Fehlzündung stören beim Telefongespräch im Freien ungemein. Und wenn Sie dann, um gehört zu werden, auf einmal in die Muschel brüllen müssen, machen Sie sich bei den Umstehenden auch nicht gerade beliebter. Vergessen Sie nicht, dass die hochgezüchtete Mikrofontechnik eines modernen Handys so empfindlich ist, dass Sie auch bei beträchtlichem Lärmpegel im Hintergrund noch mit normaler Stimme sprechen können.

 

Bei der Arbeit

In Ihrem eigenen Büro kann das D-Netz-Gerät eine gute Ergänzung zum normalen Telefon sein, vor allem wenn auf dieser Leitung häufig gesprochen wird. Befinden Sie sich jedoch bei einem Kunden oder in einem Meeting, so gilt es als unhöflich, sich per D-Netz anklingeln zu lassen oder selbst Anrufe zu machen. ChefWenn Sie unbedingt mit Ihrer Sekretärin sprechen müssen, dann machen Sie es am besten vor oder nach der Konferenz oder in einer Pause. Dazwischen sollten Sie das Gerät entweder ausschalten oder – besser noch – die Anrufbeantworter-Funktion einschalten; dann stärt kein schrilles Läuten die Gesprächsteilnehmer, und Sie rufen nachher zurück, wenn Sie wieder frei sind.

Im Auto

An der Frage, ob man überhaupt im Auto telefonieren soll oder nicht, scheiden sich die Geister. Das gilt vor allem für diejenigen, die lässig, Handy am Ohr und eine Hand am Steuer, mit zweihundert Sachen über die Autobahn brausen oder im dichten Stadtverkehr ihre Monaco-Grand-Prix-Nummer abziehen.

Wer allerdings im Stau steht, obwohl er in fünf Minuten beim Kunden, beim Schneider, beim Scheidungsanwalt oder bei der Freundin sein sollte, der wird das Telefon im Auto nie wieder missen wollen. Wie immer gilt: Es kommt darauf an, wie man’s macht.

Wer das Unfallrisiko minimieren und den Nutzen seines Mobil-Telefons maximieren will, sollte sich für den Festeinbau mit Freisprecheinrichtung entscheiden. Die gibt es auch für Handys, so dass sich der geliebte Sprech-Knochen trotzdem mit in die Kneipe oder ins Hotel nehmen lässt.

AutoIm Auto können Sie die langen Gespräche mit Kollegen oder Freunden nachholen, für die im Bürostress keine Zeit bleibt. Als äußerst unhöflich gilt es aber, diese Plauderstunde dann zu veranstalten, wenn Sie Passagiere im Wagen haben. Abgesehen davon, dass nicht jeder alles über Ihr letztes Liebesabenteuer oder über den gelungenen Steuerbetrug erfahren soll, gibt es kaum etwas Langweiligeres als einem anderen beim Telefonieren zuhören zu müssen.

Und noch ein Tipp: Sollten Sie ältere oder besonders nervöse Beifahrer befördern, dann sagen Sie ihnen gleich, dass Sie ein Telefon an Bord haben – damit sie nicht beim nächsten Anruf vom Klingelgeräusch an den Rand einer Herzattacke getrieben werden.

 

Im Restaurant

Der Vorwurf der D-Netz-Gegner, sie könnten im Restaurant vor lauter Telefonbimmeln nicht mehr in Ruhe essen, ist absurd. Hand aufs Herz: Wer hat denn schon mal wirklich erlebt, dass es am Nebentisch geläutet hat? RestaurantSchließlich sind die meisten Mobiltelefon-Besitzer kultivierte Menschen, die ebenso wenig beim Essen durch Anrufe gestört werden wollen wie sie. Und so, wie rücksichtsvolle Feinschmecker nie eine dicke Zigarre anzünden würden, wenn der Nachbar gerade eine plateau de fruits de mer verspeist, schalten rücksichtsvolle D-Netzler ihr Telefon vor den Gängen entweder ab oder auf Anrufbeantworter-Funktion. Es sei denn, die freundliche Garderobendame ist so nett, das Handy zu hüten. Vielleicht nimmt sie sogar gegen ein kleines Trinkgeld die Anrufe entgegen und vertröstet mögliche Gesprächspartner mit einem gediegenen: „Tut mir leid, aber Herr Maier speisen gerade.“

In der Kneipe

Obwohl es in vielen Bierstuben aus Musiktruhen und Spielautomaten längst klingelt und piepst, haben einige Kneipiers trotzdem etwas gegen Mobiltelefone. KneipeAm besten, Sie schalten das Ding ab, so lange Sie am Tresen stehen und ein paar heben wollen. Wozu gibt es schließlich die Anrufbeantworter-Funktion?

Anders sieht die Sache aus, wenn Sie jemanden von der Kneipe aus anrufen wollen. Zwar streiten sich die Gelehrten auch darüber, aber wir meinen: Mit wem ich beim Bier rede, geht keinen etwas an. Nur müssen Sie auf jede Menge mehr oder weniger witzige Kommentare der Umstehenden gefasst sein. Je nachdem, wie viele Bierchen die getrunken haben, kann der Sozialneid des Telefonlosen schon recht derbe Formen annehmen. Wenn Sie Ihre Ruhe beim Telefonieren wollen, geben Sie am besten vorher einen aus…

Im Theater

TheaterVor kurzem ging eine Meldung durch die Presse, wonach die Mailänder Scala das Mitnehmen von Mobiltelefonen in die Vorstellung offiziell verboten habe. Offenbar fand es Bajazzo gar nicht zum Lachen, wenn er beim Solo durch ein schrilles Piepsen aus dem Publikum unterbrochen wurde. Dass man das D-Netz-Gerät ausschalten oder abgeben muss, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Das heißt aber nicht, dass Sie das Handy gleich daheim lassen sollen, wenn Sie ins Theater gehen. Wozu gibt es schließlich die Opernpause? Statt banale Gespräche über das Timbre des Tenors zu führen, können Sie beim Flanieren schon mal den besten Tisch beim Italiener gegenüber bestellen – und damit der Horde hungriger Kulturbürger nach dem letzten Akt ein Schnippchen schlagen.

 


Aus: D-Netz-Knigge – ein Benimmführer für mobiles Telefonieren. Text: Tim Cole – Illustration: Cellnet/David Haldane – © 1994 by Motor-Presse Stuttgart


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Der gute Ton am Telefon

EinleitungEin Mensch müsste schon hinterm Mond leben oder die letzten Jahre auf einer einsamen Insel verbracht haben um nichts von der Revolution mitzubekommen, die das mobile Telefonieren ausgelöst hat. C- und D-Netz erleichtern vieles, schaffen aber eine Reihe neuer Probleme im ohnehin schon problematischen menschlichen Miteinander. Denn des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid.

Wer beispielsweise mit seinem Buchmacher telefoniert, während der Vertriebschef gerade die neuste Verkaufsstrategie erläutert, hat keine Manieren. Und bald auch keinen Job mehr.

Wer andererseits beim Seelengespräch mit der baldigen Ex-Freundin einen Anruf von seiner nächsten Herzensdame entgegennimmt und sich turtelnd fürs Kino verabredet, ist nicht nur taktlos, sondern beweist – schlimmer noch – mangelnden Sinn für den korrekten Umgang mit moderner Telekommunikation. Da kann nur noch ein D-Netz-Knigge helfen.

Während wir es bisher gewohnt waren, beim Telefonieren allein zu sein, vollziehen wir heute den Telefonverkehr mit unseren Handys und Porties meist in aller Öffentlichkeit. Nur der grüßte Exhibitionist wird dabei nicht das Bedürfnis verspüren, die Nerven seiner Mitmenschen möglichst wenig zu strapazieren. Fingerspitzengefühl und gesunder Menschverstand reichen dabei aber häufig nicht aus: Es fehlt der Ratgeber für alle, die das mobile Telefon als ständigen Begleiter im Alltag nutzen wollen oder müssen.

Soll man das Handy in der Straßenbahn oder im Restaurant benutzen? Ist es statthaft, sich im Büro eines anderen oder während eines Meetings anrufen zu lassen? Wann muss ich das Gerät mit Rücksicht auf andere ausschalten und wann nicht? Fragen über Fragen, die wir mit diesem Mini-Buch beantworten wollen.

Gesellschaftliche Konventionen unterliegen einem ständigen Wandel. Was sich heute im D-Netz schickt, mag morgen schon als Fauxpas gelten oder umgekehrt. Es ist noch nicht so lange her, da lernten wir, Spargel niemals mit dem Messer zu schneiden. Heute lächelt man milde über einen, der versucht, die Stangen am Stück in den Mund zu balancieren.

Andererseits sind sich die meisten Menschen in unseren Breiten darüber einig, dass man nicht in Gesellschaft seine Fingernägel reinigt, in der Nase bohrt oder bei Tisch den Ellenbogen aufstützt. Diese Benimmregeln fußen auf einer langen Tradition. Mobiltelefone hingegen gibt es erst seit kurzer Zeit. Wer sich mit ihnen ins Getümmel wagt, betritt – wenn Sie so wollen – Etikette-Neuland. Dabei müssen Sie sich so manche Regel selber geben – eine echte Herausforderung.


Aus: D-Netz-Knigge – ein Benimmführer für mobiles Telefonieren. Text: Tim Cole – Illustration: Cellnet/David Haldane – © 1994 by Motor-Presse Stuttgart

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Klingelnder Druckfehler

Bei meinem Kollegen Axel Burkert stand das Mobiltelefon tagelang nicht mehr still. Ständig wollten wildfremde Leute zu seiner Hochzeit kommen. Dabei ist er eingefleischter Junggeselle und hat nicht vor, so schnell daran etwas zu ändern. Des Rätsels Lösung: Ein trauwilliges Paar aus Reutlingen (Vorwahl: 07121) hatte Einladungen an alle Freunde und Bekannten verschickt und um Zusagen fürs Fest gebeten. Bei der Telefonnummer hatte sich der Dreckfuhlerteufel eingeschlichen und aus der Vorwahl 01721 gemacht – womit die Anrufer natürlich sofort im D2-Netz (0172) waren und schließlich bei Herr Burkert landeten. Sein Kommentar: „Hoffentlich heiraten die bloß einmal im Leben!“

 

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Volle Ladung

Das Akku ist, wie jeder Handy-Besitzer weiß, die Achillesferse des Mobiltelefons. Oder positiv betrachtet: Wer richtige Batteriepflege betreibt, bleibt länger auf Empfang. Ich selbst bin da eher unbedarft: Ich lege meinen Motorola-Knochen, weils praktisch ist, morgens in die Ladestation auf dem Schreibtisch und abends in die Ladestation in der Küche. Das Ding wird also stets auf Hochspannung gehalten, der gefürchtete „Memory-Effekt“ ist quasi vorprogrammiert, mein schlechtes Gewissen auch.

Nun kam von der Firma Hama eine „intelligente“ Ladestation, der IC Handy Charger, zum testen ins Haus, und ich hab‘ mir das Ding gleich unter den Nagel gerissen. Im Ladebetrieb ist es nichts anderes als die ganz normale „dumme“ Akkustation, die man beim Telefonkauf mit dazu bekommt. Allerdings hat es eine Taste mit der Aufschrift „Refresh“, die Wundersames verspricht: Der Akku wird in Windeseile leergesogen und dann langsam wieder mit Strom vollgepumpt. Diese „Verjüngungskur“ soll alte Batteriezellen schnell wieder auf Trab bringen und die Betriebszeit des Handies deutlich verlängern.

Wollen wir mal sehen, sagte ich mir. Wenn irgendeine Batterie nach Verjüngung schreit, dann meine. Unser Laborleiter Klaus Ludwig prüfte erst mal die Kapazität der vollgeladenen Batterie, und richtig: Statt der Nennleistung von 1500 Milliamperestunden (mA/h) brachte mein Akku nur noch schlappe 974! Kein Wunder, daß ich das Ding unterwegs ständig nachladen muß. Wir haben die Energiezelle dann über Nacht „refreshen“ lassen und am nächsten Tag nochmal gemessen. Und siehe da: 1387 mA/h kamen munter aus der Zelle geflossen – 42 Prozent mehr als vorher!

Noch eindrucksvoller wurde es, als Ludwig zu rechnen anfing und mir die Betriebsdauer im Standby-Modus ermittelte. Mit dem Akku im alten Zustand wäre es (bei 80 mA Stromaufnahme des Motorola-Knochens) schon nach rund zwölf Stunden mit dem Telefonieren aus gewesen. Nach einer einmaligen Erfrischungskur hält meine Batterie jetzt über 17 Stunden! Deutlicher kann ein Testergebnis eigentlich nicht ausfallen.

Ich werde jedenfalls den Rat unserer Meßlabor-Experten befolgen und meine Batterie ein- bis zweimal die Woche über Nacht auffrischen lassen. Und mir dabei genüßlich vorrechnen, daß ich für den Recharger nur 149 Mark ausgeben muß, für ein neues Akku aber je nach Handy-Typ bis zu 300 Mark …

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Falsch herum telefonieren

Die Handhabung ist die große Schwäche des Panasonic-Handies UC 2000, wie schon meine Kollegen vom Testressort kritisch angemerkt haben (siehe connect. 3/94). Ein Telefon, bei dem man extra ein kleines, gabelförmiges Werkzeug mit sich führen muß, nur um die SIM-Karte austauschen zu können, hat es ja auch wirklich schwer im Konkurrenzumfeld. Ich hatte aber ein ganz anderes Problem damit: Die Stimme meiner Mutter klang beim ersten Gespräch mit dem neuen Test-Telefon viel zu leise. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, den Ton lauter zu stellen, drehte ich das Ding verzweifelt herum – und bemerkte dabei, daß ich es ganz einfach falsch herum ans Ohr gehalten hatte. Der Lautsprecher befindet sich nämlich ganz ungewohnt auf der Rückseite. Kommentar von Frau Mama: „Telefonierst wohl noch nicht so lange, Junge…“

 

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Nur nicht erwischen lassen

Wie man so hört, ist der Weitervermittlungs-Service gerade bei Spesenrittern hoch im Kurs. Der Grund: Bei Direktwahl taucht die gewählte Nummer in der Telefonrechnung auf. Die Buchhaltung sieht also, ob einer auf Geschäftskosten privat geplauscht hat. Tippt man dagegen die Nummer der freundlichen Fräuleins vom Amt (2555 bei D1, für D2-Kunden 2288) und läßt sich mit der Ehefrau oder Freundin verbinden, läßt sich nichts nachweisen. Wie heißt doch das elfte Gebot: „Du sollst dich nicht erwischen lassen …“

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